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F.T.W.

Russ Lippitt

Philip K. Dick des Punk, „1984“, „Animal Farm“? Die Vorschusslorbeeren sind gewaltig. Was soll ich sagen? Meine Erwartungen wurden dann doch enttäuscht. Wir haben es quasi mit einem literarischen B-Movie zu tun. Worum geht es? In einer postapokalyptischen Welt sind die USA in mehrere Zonen unterteilt, die mehr oder weniger militärdiktatorisch regiert werden. Eine Gruppe von Punks leistet Widerstand und organisiert den so genannten Anarchy March, dem sich immer mehr Menschen anschließen. Schließlich erreicht man einen Achtungserfolg gegen das System, das aber natürlich nicht komplett besiegt wird – der Kampf muss ja weitergehen. Kommt dir irgendwie bekannt vor? Richtig! Jede zweite Endzeitgeschichte funktioniert so. Die Story ist vorhersehbar, die Charaktere machen keine Entwicklung durch, eine Metaebene der Handlungsstränge ist selten zu erkennen. Schablonenhafte Figuren wie der sadistische und jederzeit unnötig gewaltbereite Cop/Soldat und der leidensfähige und idealistische Punk. Anarchie-Kitsch vom Reißbrett mit Binsenweisheiten wie „Taxation is theft“ (auch für die Unterstützung von Armen und Finanzierung von Flüchtlingshilfen?) und „Rules are made to break them“. Ein paar Referenzen auf Bands und Songtexte schaffen dann zumindest eine Art Punkrock-Adaption von „Mad Max“. Insgesamt wirkt das aber vom Storytelling her konstruiert. Auch ohne diesen Punkrock-Anstrich hätte die Story eins zu eins so stattfinden können. Die Idee eines anarchistischen Neuanfangs in einer sich im Chaos auflösenden Welt irgendwie kurzsichtig. Sprachlich bleibt es durchgehend auf Bastei Lübbe- statt Heyne Hardcore-Niveau.