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P.J. - DER GNADENLOSE

Zu den amüsantesten Charakteren, die im Simpsons-Universum auftauchen, gehört Troy McClure, ein zweitklassiger B-Movie-Darsteller, der früher mal eine sehr erfolgreiche Schauspielkarriere hatte und sich deshalb noch immer für eine Hollywood-Größe hält. Die realen Vorbilder dafür waren die Darsteller Troy Donahue und Doug McClure. Aber auch ein George Peppard, dessen größer Erfolg 1961 seine Rolle in „Frühstück bei Tiffany“ war, würde gut dazu passen, der ansonsten überwiegend in eher zweitklassigen Filmen zu sehen war. In Erinnerung geblieben ist der schon 1994 verstorbene Peppard vor allem als etwas feister, Zigarren paffender Colonel John „Hannibal“ Smith aus der 1980er-Jahre-Serie „Das A-Team“. Dieses Tough Guy-Image pflegte Peppard bereits in den Sechzigern, in Filmen wie „Kanonen für Cordoba“, „Tobruk“ oder „Der blaue Max“, der ebenso wie „Der Gnadenlose“ (Originaltitel „P.J.“) von John Guillermin gedreht wurde, Regisseur des unterschätzen „Shaft in Afrika“. Ein Kritiker merkte dazu mal an: „Peppard began appearing in a series of action movies, predictably as a tough guy, but there were much tougher guys around ...“ Das belegt in gewisser Weise auch der inhaltlich etwas wirre, routiniert inszenierte Neo-Noir-Krimi „P.J.“, in dem Peppard den New Yorker Privatdetektiv P.J. Detweiler spielt, der zum Opfer eines Komplotts wird, als man ihn damit beauftragt, die Geliebte eines zwielichtigen Millionärs (Raymond Burr) zu beschützen. Peppard muss im Verlauf des Films auch ordentlich einstecken, sieht aber dennoch immer eine Spur zu gelackt aus. „P.J.“ erschien jetzt nach seiner Kino-Erstaufführung in den Sechzigern das erste Mal auf DVD und Blu-ray in guter Qualität. Erinnerungswürdig ist dabei auf jeden Fall der coole Score von Neal Hefti, der auch die Musik für die „Batman“-TV-Serie und „Ein seltsames Paar“ schrieb.