Interviews & Artikel : BLACK LIPS :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

BLACK LIPS

Lasst Blumen sprechen

Sie haben schon drei Alben raus, sind mit ihrem neuen Longplayer "Let It Bloom" von Bomp! zu In The Red gewechselt und haben mit ein paar Deutschland-Touren bereits nachhaltig für Eindruck auf Seiten der Konzertbesucher gesorgt, denn die BLACK LIPS sind wild, gefährlich und out of control ... Blues, Psychedelic, Garage, Punk - wo immer Musik an der emotionalen Leistungsgrenze gespielt wird und nicht Virtuosität oberstes Kriterium ist, da sind die BLACK LIPS zu Hause und dengeln mit unglaublichem Charme ihre trashig-noisigen Nummer runter. Der Vierer aus Atlanta, Georgia ist Rock'n'Roll in seiner reinsten Form, und auch wenn die Band mit dem Unfalltod ihres ersten Gitarristen Ben Eberbaugh noch vor dem Release des ersten Longplayers einen derben Schicksalsschlag erleiden musste, so machte sie doch weiter. Wir mailten Bassist Jared Swilley ein paar Fragen.


In Deutschland habt ihr ziemlich viele Leute mit eurem, sagen wir mal, wilden Verhalten beeindruckt. Wir haben gehört, dass es nach eurer Show in Münster Prügeleien gegeben hat. Was habt ihr für eine Beziehung zum Thema Gewalt?


Wir mögen Gewalt nicht, aber manchmal wird es gewalttätig, wenn wir irgendwo spielen. Ich glaube, das kommt daher, dass es viele bekloppte Leute gibt, die es nur mit Gewalt ausdrücken können, wenn sie uns nicht leiden können. Wenn die Leute nicht alles so ernst nehmen würden, dann gäbe es viel weniger Stress. Aber manchmal kommt es halt zu Gewalt und dann sind wir zu jeder Herausforderung bereit. Jedoch beginnen wir keine Prügeleien und mögen sie nicht, aber wir beenden sie.

Hasst ihr euch?

Nein, wir mögen uns richtig gerne. Das ist die einzige Möglichkeit, um Jahre auf Tour gut miteinander auszukommen. Es gibt viele Menschen, mit denen ich es noch nicht mal fünf Minuten aushalte, aber wir vier verbringen ungefähr zehn Monate pro Jahr zusammen wartend im Auto oder in irgendwelchen Clubs. Es ist ein Wunder, dass wir immer so gut ausgekommen sind. Na ja, manchmal hassen wir uns auch.

Ihr scheint gut mit King Khan befreundet zu sein. Seid ihr richtig gute Kumpels?

Er ist so eine Art Bruder für uns, ein "death cult brother". Wir haben uns vor ziemlich langer Zeit in Münster kennen gelernt und haben dort viel Ärger gemacht. Seitdem sind wir gute Freunde. Wir haben die gleichen Ansichten über bestimmte Dinge. Manchmal touren wir, nehmen Musik auf oder leben sogar zusammen. Das ist alles, was ich dazu sagen darf.

Euer Sänger Cole Alexander spuckt beziehungsweise kotzt auf der Bühne die ganze Zeit. Ist das pure Punk-Attitüde oder aber ein Gesundheitsproblem?

Ein bisschen von beidem, aber vor allem ein kurzzeitiges Gesundheitsproblem. Cole litt unter der gastroösophagealen Refluxkrankheit. Jetzt wird er behandelt. Aber auf der Bühne kam durch das Singen und die Anstrengung die Magensäure hoch. Sein Hals wurde durch die Säure in der Kotze ziemlich angegriffen. Alle dachten, dass es geplant sei, aber in Wirklichkeit war es ein ziemlich ernstes Gesundheitsproblem. Er weiß noch nicht mal, wie man rülpst, aber eine Zeit lang war es dann besser. Einige Clubs waren deshalb ziemlich sauer. Manchmal hat seine Krankheit sogar zu Gewaltausbrüchen geführt.

Und was hat es mit den Pissgeschichten auf sich?

Das ist einfach nur Pisse! Keine Krankheit oder so was! Ich weiß nicht, warum wir das machen. Manchmal pissen wir, wenn uns ein Club nicht genug Bier ausgibt oder Geld zahlt. Niemand mag es, Pisse aufzuwischen. Ich finde es lustig, aber die Leute nicht. Das ist eine andere Sache, die zu Gewalt führt.

Benehmt ihr euch so nur in Europa oder ist das immer Teil eurer, ähm, Show?

Das machen wir überall. Das ist nicht nur Teil unserer Show, das ist einfach, was wir halt tun. Wir spielen natürlich auch Songs. In Europa machen wir es weniger, weil die Leute nicht so daran gewöhnt sind. Aber es kann jederzeit passieren. Aber derzeit machen wir so etwas nicht mehr so häufig, es kommt halt auf die Show an.

Welche Reaktionen bekommt ihr auf euer Verhalten?

Jeglicher Art. Einigen Leuten gefällt es, vielen nicht! Clubs hassen es und ich glaube, dass Mädels es auch nicht besonders mögen. Man weiß nie, wie Leute darauf reagieren werden. Das ist der Grund, warum es so viel Spaß macht.

Euer neues Album verkauft sich hierzulande sehr gut. Bei soundflat.de ist es derzeit das bestverkaufteste Album. Kannst du das erklären?

Das wusste ich gar nicht. Das ist gut! Es läuft zurzeit vielleicht so gut, weil wir so viele Shows in Deutschland gespielt haben und schon bald zurückkommen. Ich glaube, dass Europa einen besseren Markt für Rock'n'Roll hat, das macht es für uns dort leichter. Es gibt einfach zu viele Bands in den Staaten. Ich freue mich total, dass man uns in Deutschland mag.

Es gibt viele Bands mit reinem Sixties-Retro-Sound, aber ihr mixt den Sixties-Sound mit vielen anderen Einflüssen. Welche sind deine Lieblingsbands und welche Einflüsse haben sie auf eure Musik?

Wir werden zum Beispiel von diesen "Back From The Grave"-Samplern und Bands wie LOS SAICOS, LOVE oder 13TH FLOOR ELEVATORS beeinflusst, und ich finde, dass man das auch merkt. Wir mögen Punk, Girl-Groups, Country und anderes kaputtes Zeug ...

Nachdem ihr zwei Platten bei Bomp! rausgebracht habt, seid ihr nun zu In The Red gewechselt. Warum?

Wir wollten einfach. Wir kennen viele Bands, die mit In The Red sehr zufrieden waren. Mit Larry kann man verdammt gut zusammenarbeiten, er weiß über alle Bands, mit denen er arbeitet, ziemlich gut Bescheid, und er hat einen richtig guten Geschmack. Bei so einem Label, das sich so gut um einen kümmert, will man einfach unter Vertrag sein.

Ich glaube, dass ich etwas über eine geplante Zusammenarbeit mit Jay Reatard gelesen habe. Stimmt das oder nicht?

Darüber haben wir nur kurz gesprochen. Cole hatte Halsprobleme, wegen all der Kotzerei, aber das ist schnell wieder besser geworden. Jay Reatard hat bei einigen Shows gesungen, aber das war's auch schon.

Spielst du außer bei den BLACK LIPS auch in anderen Bands? Hast du Nebenprojekte? Wenn ja, welche?

Wir haben eine Band mit Namen THE SPOOKS. Wir versuchen, eine LP zu veröffentlichen, aber bis jetzt hat es noch nicht geklappt. Ich weiß auch nicht, ob es je klappen wird. THE SPOOKS sind verdammt faul.

Wie sieht es in Atlanta aus? Ist das eine gute Stadt für Garage-Punk? Gibt es dort eine große Szene?

Atlanta ist derzeit ein verdammt guter Ort für Musik. Die Szene ist momentan echt gut. Ich war schon in den meisten US-amerikanischen Städten und in Europa und Kanada auf Tour und kann sagen, dass Atlanta weit vorne liegt.

Was hat es damit auf sich, dass ihr auf der Bühne schon mal miteinander rummacht? Das ist bei eurer Show doch eher neu.

Das haben wir früher schon mal zu Highschool-Zeiten in der Schule gemacht, oder wenn wir mit unserer anderen Band THE RENEGADES aufgetreten sind. Ich glaube, das ist einfach natürlich. Wir müssen auf der Bühne immer sehr viele Emotionen ausdrücken. Wir müssen sie einfach rauslassen. Die Jungs mögen es.

Wie würdest du amerikanische Shows mit europäischen vergleichen? In welchen Ländern bzw. Bundesstaaten spielst du am liebsten?

In Europa wird man viel besser behandelt, dort werden wir als Menschen angesehen. In Amerika sind die Leute oft angepisst, dass wir spielen, und wir können uns glücklich schätzen, wenn wir mal zwei Bier für jeden abstauben. Ich glaube, dass amerikanische Fans ein bisschen verrückter sind, aber dafür sind die europäischen Fans respektvoller. In Europa ist jede Show irgendwie gut. Mit Ausnahme von England: die Fans dort behandeln uns, wie es auch Amerikaner machen würden. In den USA spiele ich am liebsten an der Westküste. Außerdem sind New York, Montreal, Chicago und New Orleans einige meiner Lieblingsorte. Jetzt haben wir so viel Tourerfahrung, dass wir genau wissen, wo man gut spielen kann und wo nicht. Wer hätte gedacht, dass man in Lafayette, Indiana super Konzerte spielen kann? Dort machen wir immer Halt, wenn wir durch den Mittelwesten touren.

Wann werdet ihr wieder mal nach Europa kommen?

Wir sind gerade von einer Minitour aus Europa zurückgekommen und werden uns im Mai oder Juni wieder dorthin auf den Weg machen.

Joachim Hiller

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #65 (April/Mai 2006)

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