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Interviews & Artikel

KENZARI'S MIDDLE KATA

Betrunkene Affen vs. vorurteilsbehaftete Style-Fetischisten

Säße ich im Ausschuss beim Kometen, beim Echo oder irgendeinem anderen nichtigen Grammy-Abklatsch, dann würde ich sofort die Kategorie "Aufregendste nationale Neuentdeckungen im modernen Hardcore" einführen. Und bei der Überschrift ist ja wohl klar, wem ich diese Auszeichnung verleihen würde. Cool, aber unprätentiös kam der Vierer aus dem Süden der Republik schon auf ihrer EP "When Error Is The Idea" daher, das in diesem Jahr erschienene Debütalbum "Black Box Consciousness" hebt KENZARIS MIDDLE KATA nicht nur von vielen nationalen Konkurrenten ab, sondern genügt auch internationalen Ansprüchen.


Wer weiß, was von dieser Band noch zu erwarten ist, die sich seit ihrer Gründung 2003 in kürzester Zeit zu den "Darlings der bayerischen Post-Hardcore-Szene" entwickelt hat, so der Musikverein, Nürnberg. Genug Lob gehudelt, lassen wir sie selbst sprechen, beziehungsweise den Gitarristen und Sänger Roland Hanisch, der die Stellung hält, während sich der Rest der Band im Urlaub oder sonst wo rumtreibt. Und ja, ich weiß, die Frage nach dem Bandnamen ist einfallslos und abgedroschen, aber in diesem Fall sei sie ausnahmsweise mal erlaubt.


Also wer oder was ist Kenzari, was ist eine Kata, und warum ist es die mittlere?

Das werden wir natürlich sehr oft gefragt. Ich hab da inzwischen eine Standarderklärung: "Kata" ist ein Begriff aus dem asiatischen Kampfsport und bezeichnet die stilisierte Form eines Kampfes gegen einen oder mehrere imaginäre Gegner, also quasi eine Art Kür. Jetzt muss man allerdings noch wissen, dass jede Kata ihren ganz eigenen Namen hat, der zum Teil recht skurril erscheinen mag, aber oft sehr bezeichnend für deren Inhalt oder Stilrichtung ist, beispielsweise "der betrunkene Affe" oder "der Flug der Schwalbe". Und "kenzari's middle kata" ist eben nichts Banaleres als der fiktive Eigenname einer solchen Kata und bedeutet "Kata aus der Mitte des Kenzari", wobei man sich unter "Kenzari" vielleicht einen See oder Fluss vorstellen könnte.

Diese asiatischen Verweise tauchen bei euch häufiger auf, bei Songtiteln wie etwa "Miss Kyoto in the sushi lobby". Hat das einen besonderen Grund?

Das hat keinen bandspezifischen Grund, sondern ist zunächst mal meinem persönlichen Asien-Faible zuzuschreiben. Gründe dafür sind wiederum die Ästhetik und Detailverliebtheit der asiatischen Kultur, was mich sehr fasziniert, widergespiegelt wohl vor allem in unserem Songwriting oder auch generell unserer Musik.

Was habt ihr euch beim Artwork zu "Black Box Consciousness" gedacht? Ich finde, es rückt euch in die Ecke der düsteren Ur-Screamo-Bands, die immer Madonnenfiguren auf dem Cover hatten, und so eine seid ihr doch gar nicht.

Wir haben uns vor dem Release nie Gedanken darüber gemacht, in welches Licht uns das Artwork von "BBC" rücken würde. Wir wollten von Anfang an ein eher düsteres Artwork, weil es das Konzept von "BBC" erfordert, was wohl jeder bestätigen wird, der sich mit den Texten des Albums intensiv auseinandersetzt. Und wir finden, dass das Artwork wirklich gut zum Konzept passt. Mag sein, dass man im ersten Moment eher eine Metalcore- oder Oldschool-Screamo-Band damit verbinden würde, aber das sind Stereotypen. Mag auch sein, dass es in Bezug auf das Business riskant ist, schon beim Debüt ein Artwork zu bringen, das auf den ersten Blick zur Band selbst gar nicht so recht passen will. Aber andererseits ist das doch auch wieder eine Gelegenheit, seinen Fankreis zu selektieren, indem man vorurteilsbehaftete Style-Fetischisten aussortiert, die vielleicht nur auf dem Post-Trip sind, weil er ihnen gerade hip erscheint.

Ihr kommt ja aus der Provinz. Wie ist das Leben dort, vor allem als ambitionierter Musiker?

Na ja ... man geht halt nicht runter auf die Straße und trifft in wenigen Minuten dann Leute, mit denen man auch was anfangen kann. Man muss es auch in Kauf nehmen, für ein gutes Konzert auch erstmal ein bis drei Stunden im Auto zu sitzen. Ach ja, und Auto ist Pflicht. Als Musiker ... ich denke, hat man sicher weniger Einflussfaktoren, aber das kann genauso gut sein wie schlecht. Es gibt allerdings auch hierzulande eine kleine Musikszene und durchaus Bands, die es schaffen, auch außerhalb der Provinz auf sich aufmerksam zu machen, zum Beispiel THE SUBROSA FALCON ASSOCIATION, FREIZEIT 98, DR. NORTON und andere.

Wie steht ihr zu dem ganzen MySpace-Hype? Immerhin habt ihr eure MySpace-Adresse im Artwork neben eurer offiziellen abgedruckt, was ich vor kurzem noch für undenkbar gehalten habe.

Hey, da hat aber einer gut aufgepasst! Hmm ja, da hatten wir auch einen kurzen Moment gezögert. Natürlich ist da ein Hype um MySpace derzeit. Und natürlich bekommen wir auch viele "friend requests" von "tot gestylten Brüllaffen", die du in deinem Review über uns erwähnst, oder irgendwelchen "friend huntern", die allerdings recht konsequent weg geklickt werden. Letztendlich bleibt MySpace aus unserer Sicht aber doch eine gute Möglichkeit, ernst zu nehmende und produktive Kontakte zu knüpfen, aus denen sich schon auch mal eine Show ergeben kann, oder Merchandise-Bestellungen abzuwickeln oder auch aufrichtige Freundschaften zwischen Bands aufrechtzuerhalten.

Roland, vielen Dank für das Interview.

Christian Meiners

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #67 (August/September 2006)

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