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Interviews & Artikel

WEDNESDAY 13

Runde zwei der Gruselparty

Nachdem der Ex-FRANKENSTEIN DRAG QUEENS- und MURDERDOLLS-Frontman im letzten Jahr gezeigt hat, dass er alleine viel besser da steht als im Rahmen einer festen Band, freute sich die Gruselgemeinde auf den nächsten Schocker des Herrn Dreizehn. "Fang Bang" heißt das ersehnte jüngste Audio-Horror-Erlebnis und trotz verhaltener Kritik einiger älterer Anhänger, erfreut sich das Werk zu Recht großer Beliebtheit bei den jüngeren Fans. Da der gute Wednesday auf den Seiten des Ox bisher kaum eine Rolle spielte, bat der große Chef seinen Horror-Spezialisten, dem Gruselrocker doch mal auf den spitzen Zahn zu fühlen. Was hiermit geschehen ist.

Fang Bang" klingt für meine Begriffe mehr nach klassischem FRANKENSTEIN DRAG QUEENS-Material, denn nach dem metallischeren Sound des Vorgängers "Transylvania 90210". Warum wieder back to the roots nach dem Erfolg des ersten Soloalbums?


Ich wollte nicht dasselbe Album zweimal aufnehmen. Das neue Werk sollte sich speziell vom Sound der MURDERDOLLS unterscheiden, denn heavy klingt heute einfach jede Band. Mir lag daran, Songs aufzunehmen, die den Mittelfinger zeigen und einfach reinhauen. Mehr RAMONES- und MÖTLEY CRÜE-Sound eben ...

Hat die FRANKENSTEIN DRAG QUEENS-Reunion - bei der einige Live-Gigs im alten Line-up gespielt wurden - etwas mit dieser Rückbesinnung zu tun?

Eher nicht. Vielmehr habe ich einfach mehr Punk gehört. Und alte Country-Musik. Ich finde, man hört das auch, aber außer mir denkt das keiner. Vielleicht bemerkt man das erst, wenn man soviel Alkohol drin hat, wie wir die meiste Zeit.

Alkohol scheint eine große Rolle bei dir und deiner Truppe zu spielen, man sieht euch selten ohne harten Stoff und sogar einen Song darüber, "Too much blood in my alkohol-system", habt ihr aufgenommen ...

Ja, das stimmt. Gerade, wo wir auf der Fähre rüber kamen, weckte mich Racci um fünf Uhr morgens und machte mich darauf aufmerksam, dass noch eine Bar an Bord auf hatte. Wir schnappten uns also von dort eine Flasche Jack Daniels und tranken sie auf dem oberen Deck.

Sind deine Songs auf dem neuen Album deshalb so simpel, damit sie jeder auch im besoffenen Kopf mitgrölen kann?

Eigentlich waren die Songs immer so. Jeder Song hat einen catchy Chorus, nur kam das im schlechten Sound der alten FDQ-Sachen vielleicht nicht so raus. Ich habe eine bestimmte Vorgehensweise, ich schreibe eine wirklich einprägsame Melodie und packe dann einen Text dazu, der zum Beispiel davon handelt, tote Frauen auszubuddeln. Und plötzlich hat man einen ziemlich morbiden Ohrwurm, der bestimmt nicht im Radio läuft, aber den man mitpfeift.

Manche Fans finden das gerade auf "Fang Bang" übertrieben. Zu viel "camp", zu viele Wortspiele ...

Aber so war es doch immer. Ich liebe das Übertriebene und den Humor. Nimm eine Band wie AFI, die ich sehr schätze, aber bei denen fehlt mir immer der Humor. Sogar bei den MISFITS vermisste ich immer den Witz, wobei ich mich gefragt habe, wie ernst man bleiben kann, wenn man über Teenager vom Mars singt. Meine Songs sollen eben abgedreht und verrückt sein, so dass man auch über die skurrilen Texte lachen kann.

So wie bei "American werewolves in London", dessen Text sicherlich eine Hommage an die englischen Fans ist, bei denen ihr so beliebt seid, wie nirgends auf der Welt.

Das stimmt schon, wobei es weniger darum geht - und schon gar nicht um den Horrorfilm gleichen Namens -, als um das Tourleben an sich, am Beispiel London. Ich bin ein riesiger Werwolf-Fan und irgendwann ist mir aufgefallen warum. Sich nachts zu verändern, herumzuziehen, morgens aufzuwachen und nicht wissen, was man getan hat, das sind alles Dinge, die uns auf Tour ständig passieren. Wir feiern, trinken, suchen Opfer und morgens stehen alle völlig gerädert auf und fragen sich, was in der Nacht vorgefallen ist. Und gerade in England, wo unsere größte Fanbase ist, passiert so was häufig.

Wann kommt ein Song über Deutschland, beispielsweise zum Thema Nosferatu?

Haha. Vielleicht auf dem nächsten Album ...

Etwas umpassend empfand ich den Coversong "R.A.M.O.N.E.S.", der ja von MOTÖRHEAD geschrieben und schon von den RAMONES gecovert wurde. Zu W13 hätte etwas von KISS, MÖTLEY CRÜE, MISFITS viel besser gepasst.

... und genau deswegen haben wir uns für den Song entschieden. Es ist keine so offensichtliche Wahl. Außerdem sind die RAMONES für mich eine großartige Band, die viele amüsante Songs wie "Now I wanna sniff some glue" hatten. Das passt irgendwie vom Humor her sehr gut zu WEDNESDAY 13 und ist trotzdem nicht so langweilig, als hätten wir Alice Cooper oder MISFITS gecovert.

Von Langeweile kann im W13-Camp generell keine Rede sein, denn sogar das Line-up wurde im Jahre 2006 komplett durcheinander gewürfelt. Von Kid Kid ist nichts mehr zu sehen, Piggy ist zu Rob Zombie abgewandert, Ghastly trommelte zwar das Album ein, sitzt aber nicht mehr auf dem Drumhocker und Argyle Goolsby zupft wieder ausschließlich bei BLITZKID und GORGEOUS FRANKENSTEIN den Bass. Was zur Hölle ist da los?

Der Deal nach der letzten Tour im November war folgender: Jeder hat drei Monate Zeit, um so viele Songideen wie möglich zusammen zu tragen. Kid Kid dagegen hat die Zeit mit seinem Akustikprojekt verbracht, einen Deal bekommen und mir schon früh gesagt, dass er nichts zum Album beisteuern könne und auch keine Zeit für Shows hatte. Also sprang Goolsby für eine Show ein. Aber ich wollte auch niemanden, der schon zwei andere Band hatte. Piggy dagegen hat in den drei Monaten einfach nichts auf die Reihe bekommen und nur drei Stücke geschrieben. Ich hatte das Gefühl, dass er nicht mit dem Herzen dabei war. Als es auf das neue Album zuging, war ich nur mit Ghastly wirklich zufrieden und nahm mit ihm das Album auf. Aber auch er war einfach nur ein Mitmusiker und kein guter Freund, so dass ich irgendwann einen Cut machte und mir alte Kumpels in die Band holte, zum Beispiel Eric von den MURDERDOLLS oder Racci von den GENITORTURERS und DOPE. Es ging nicht darum, bekannte Namen in der Band zu haben, sondern Freunde.

Der Gedanke lag jedoch nahe, besonders, weil ihr im aktuellen Videoclip alle so besonders H&M-Punk-mäßig herausgeputzt seid.

Ach ja, auch da wollten wir uns etwas verändern und eben mehr in Richtung MÖTLEY CRÜE gehen. Das mit dem weiß-schwarzen Make-up haben wir ja auch lange genug gemacht und davor die Frauenklamottennummer.

Warum, denkst du, seid ihr in Europa viel beliebter als in den USA?

Das Land ist größer, so dass nicht so viele Leute zu einzelnen Gigs kommen. Natürlich haben wir uns trotzdem den Arsch abgespielt und es hat sich bemerkbar gemacht. Aber in den USA ist das Publikum auch viel trendorientierter. Die Leute kommen und gehen. Ich mache jedoch seit zehn Jahren mein Ding und was in Amerika passiert oder nicht, wird meinen Weg nicht beeinflussen. Aber es ist schön, dass die Fans hierzulande loyaler sind.

Eine Sache ist mir immer wieder aufgefallen: Viele eurer Fans sind weiblich und es gibt zahlreiche Gerüchte um die Band im Internet. So ziemlich jeder weibliche Anhänger war angeblich schon mit einem von euch im Bett. Wie nervig ist das, und was sagt deine Frau dazu?

Na ja, sicher waren viele Girls mit Kid Kid im Bett. Aber ich halte mich da immer raus und solche Gerüchte sind schon störend. Ich habe absichtlich einmal meine Frau mit auf Tour genommen, damit sie sich alles anschauen kann. Im Nachhinein kamen dann wieder Mädels, die behauptet hatten, hier oder da mit mir gefickt zu haben. Und diesmal konnte ich meiner Frau sagen: "Hey, du warst dabei, du siehst, dass das alles nur Lügen sind."

Thorsten Wilms

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #69 (Dezember 2006/Januar 2007)

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