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Interviews

ACHILLES

Kaffee und Hardcore

Eine Band existiert nicht nur kurz vor dem neuestem Release oder einer anstehenden Tour, taucht jedoch zumeist nur dann in Magazinen auf. Eigentlich traurig, denn zu erzählen gibt es immer etwas. Rory, der äußerst sympathische Frontmann von ACHILLES und SOUL CONTROL nahm sich die Zeit, um fünf Jahre nach deren letzten ACHILLES-Release etwas rückblickend und doch hochaktuell über die Band aus Rochester, NY, USA zu reden.

Rory, ACHILLES gibt es seit 2004, bislang gab es zwei EPs , zwei Split-Releases und zwei Alben. Euer letztes Album „Hospice“ hat bald fünf Jahre auf dem Buckel. In der Zwischenzeit wurden eure Platten jedoch nicht vergessen, sondern größer, mächtiger und oft in einem Atemzug mit Bands wie BOTCH genannt und so hat insbesondere „Hospice“ auch den Status eines Klassikers erreicht. Wie siehst du das Ganze heute, speziell in Bezug auf den Entstehungsprozess und die textlichen Inhalte von „Hospice“? Was bedeutet dir dieses Album und diese Band?


Als Erstes möchte ich mich dafür bedanken, dass du unsere Sachen so beschreibst und auch das Wort „Klassiker“ fällt, denn wir selbst würden unsere eigenen Sachen nie so sehen. Nun, wenn ich an den Entstehungsprozess von „Hospice“ zurückdenke, dann muss ich lächeln. Wir haben damals nicht daran gedacht, ein Album zu machen. Wir haben einfach geprobt, Songs geschrieben. Wir fingen immer damit an, ältere Songs zu spielen und dann überzugehen in eine Art Jam-Modus. Irgendwann wurden daraus Songs und daraus wurde „Hospice“, die für mich bis heute die natürlichste aller Platten ist, die ich je mit einer Band schrieb oder aufnahm. Ich denke, ein Grund dafür, warum dieses Album so einfach entstand, ist die Tatsache, dass wir nie irgendwelchen Druck an uns heranließen. Wir sind Freunde und musikalisch in alle Richtungen offen und wir lachen hinterher auch schon mal über die eine oder andere Idee. Aber dieses Album beschreibt uns als Band. Es entstand in einer Phase unseres Lebens, an der keiner von uns jemals etwas ändern wollen würde. Es war so viel los und ausgerechnet diese Platte entstand auf problemlose und natürliche Art und Weise. Sie ist Ausdruck unser Freundschaft und der Möglichkeit, einfach offen und kreativ und ohne Grenzen zu arbeiten. Für uns ist es genau die Platte, die wir machen mussten und konnten. Sie fühlt sich nach uns an, nach Spaß, sie fühlt sich stark an, weil wir einfach eine enge Beziehung zu uns hatten, die bis heute andauert. Was die Texte betrifft, bin ich auch heute noch absolut zufrieden mit „Hospice“. Denn auch die Texte flossen gerade so aus mir heraus. Ich weiß nicht, ob ich mich heute noch so fühle wie damals, aber ich bereue kein einziges Wort auf dem Album. Ich schätze die Texte auch angesichts einer Veränderung, in einem anderen Blickwinkel, der sich im Laufe der Zeit automatisch einstellt.

Wie du bereits sagtest, ist „Hospice“ mehr ein Album von Freunden unter dem Deckmantel einer Band. Sind ACHILLIES auch heute noch menschlich so tief miteinander verbunden? In euren Leben hat sich doch bestimmt musikalisch wie auch allgemein eine Menge verändert. Ist die Band immer noch ein wichtiger Lebensinhalt von euch, auch in Bezug auf die geschäftliche Seite wie Merchandise, Shows ...?

Ja, ACHILLES sind immer noch so! Obwohl wir etwas mehr planen müssen, um eine Bandprobe oder eine Show auf die Beine stellen zu können. Es ist also mehr Organisationsarbeit außerhalb des Proberaums. Das Musikmachen ist immer noch auf der gleichen Ebene. Gerade, weil wir als Band und als Menschen gewachsen sind. Der einzigen Druck, den wir spüren, ist die Tatsache, dass wir nicht so viel tun können, wie wir eigentlich wollen, etwa wenn es um das Spielen von Shows geht. Aber dann machen wir halt einen Schritt zurück und entspannen uns. Die Bandproben sind für uns wie eine Runde Kartenspielen mit Freunden: eine Aktivität, die uns zusammenbringt. Wir hängen ab und machen Musik. Die Band ist eine Konstante in unserem Leben, die sich sehr gut anfühlt und immer noch so frisch und aufregend ist, weil sie auch eine Art Auszeit vom Alltag ist. Wir existieren auf einer ganz anderen Ebene als die meisten anderen Bands. Zum Beispiel Dinge wie Merchandise waren noch nie Problem. Rob ist Künstler und kümmert sich um so ziemlich alles für uns in Richtung Design und das klappt so sehr gut. Was Shows betrifft, da nehmen wir mit, was geht, aber leider ist das nicht sehr viel.

Wie sieht euer musikalisches und privates Leben neben ACHILLES aus?

Wir arbeiten mit ACHILLES seit einiger Zeit an einer neuen EP, was aufgrund unserer anderer Verpflichtungen nicht gerade einfach ist. Einen Song spielen wir bereits live. Wir sind sehr gespannt auf die neuen Aufnahmen und die Richtung, in die es gehen wird. Sonst spielt Chris Gitarre bei POLAR BEAR CLUB, was bedeutet, dass er ständig mit ihnen auf Tour ist und hart für PBC arbeitet. Josh arbeitet an der Uni für einen Fachbereich, der sich um Stadtparks und den Wiederaufbau von Städten kümmert. Außerdem spielt er Disc Golf und geht angeln, wann immer er kann. Rob ist Kunstlehrer und hat zwei wundervolle Kinder. Außerdem unterrichtet er Sport an der Highschool. Ich singe noch bei SOUL CONTROL und arbeite in einem Restaurant und liebe Artisan Coffee und Fantasy-Romane.

Worin liegt für dich der Unterschied zwischen dem Texteschreiben für SOUL CONTROL und ACHILLES?

Ich schreibe meine Texte nicht für bestimmte Bands. Ich versuche, so viel wie möglich zu schreiben, um in einem Fluss zu bleiben, und mir so eine Art Katalog anzulegen, aus dem ich dann auswählen kann. Wenn es an einen Song geht und ich mich für einen Text entscheiden muss, dann bestimmt die Gesamtstimmung des Songs, welchen Text ich nehme.

Inwiefern fühlst du dich mit der Hardcore-Szene verbunden oder siehst du das Ganze einfach allgemein als „Musik“?

Ich liebe Hardcore und Punk und ich fühle mich damit definitiv verbunden. Es gibt einen Grund, warum ich in dieser „Welt“ bin: Die Musik, die wir machen, ist greifbar und es ist etwas, womit ich mich in Verbindung bringe, von dem ich ein Teil bin. Ich versuche so oft es geht, mir neue Bands anzusehen. Es ist aufregend zu sehen, wie junge Bands groß werden, in den gleichen Zusammenhängen, mit denen auch ich zu tun habe. Ich fühle mich mehr mit Hardcore und Punk verbunden, als allgemein mit Musik. Ich liebe Musik natürlich über alles, aber Musik an sich hat alleine nicht die emotionale Stärke für mich wie Hardcore und Punk.

Kannst du uns einen Einblick in deine lokale und die US-Hardcore-Szene geben?

Die US-Hardcore-Szene ist verwöhnt bis verdorben. Die lokale Szene von Rochester, NY ist klein, aber aufregend, jedoch auch wechselhaft. Manchmal gibt es haufenweise neue Kids, die sich aber ein Jahr später für nichts mehr interessieren, außer es ist cooler als Hardcore. Das Ganze ist für die meisten nur so lange akzeptabel, bis sie aus der Szene herauswachsen. Leider gibt es auf lokaler Ebene zu viele unterschiedliche Fraktionen, die eine Stadt und die Szene dann auch noch aufspalten.

Abschließend ein Ausblick auf 2012: ACHILLES, SOUL CONTROL und private Pläne?

ACHILLES werden weiter an der EP arbeiten und hoffentlich ein paar Shows mehr spielen. SOUL CONTROL werden ein paar US-Shows spielen und hoffentlich Zentralamerika und Europa einen Besuch abstatten. Außerdem würden wir sehr gerne in Japan und Australien touren. Privat werde ich unermüdlich versuchen, mein Wissen über Kaffee zu erweitern, und mir hoffentlich irgendwann ein Haus kaufen. Außerdem werde ich wohl eine paar neue musikalische Projekte beginnen. Ich freue mich auf alles, was noch kommt.

Michael Baum

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #103 (August/September 2012)

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