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Interviews

UNSANE

We didn’t split up and we didn’t take a break!

Ein Interview mit Chris Spencer von UNSANE? Da sagte ich zu, ohne vorher groß darüber nachzudenken. Schließlich gehören die drei New Yorker schon jahrelang zu meinen absoluten Lieblingsbands. Demzufolge war bei mir die Freude groß, einen äußerst aufgeräumten und gut gelaunten Chris Spencer am Telefon zu haben, der aber leider für die erschöpfende Beantwortung meiner vorher notierten Fragen weitaus weniger Zeit brauchte als gedacht.

Anfangs widerlegte er gleich meine in letzter Zeit aufgestellte Behauptung, UNSANE hätten sich nach „Visqueen“ mal wieder aufgelöst. CELAN und Dave Currans Band PIGS seien demnach eher Seitenprojekte gewesen, der Kontakt der Bandmitglieder untereinander habe in dieser Zeit aber weiterhin bestanden. „We didn’t split up and we didn’t take a break“, wie Chris ausdrücklich betont. Er hatte zu dieser Zeit eine Freundin in Berlin, Dave arbeitete mit den MELVINS und auch ansonsten hatten sie jede Menge zu tun, aber er blieb mit dem Rest der Band immer in Kontakt.

Das unter diesen Umständen nicht mehr ganz so überraschende neue Album „Wreck“ erschien diesmal auf Alternative Tentacles, was natürlich die Frage aufwirft, ob es ein einmaliger Ausflug zu diesem Label bleiben würde, so wie „Visqueen“ auf Ipecac, oder ob mit AT derzeit ein Vertrag besteht. „Ich war auf einer MELVINS-Show in San Francisco und traf dort Jello Biafra, den ich bereits lange kenne, und er fragte, ob wir eine Platte für ihn machen würden, so einfach war das. Wer könnte da nein sagen?“

Gedanken über ein anderes Label hat sich die Band aber trotzdem noch nicht gemacht, denn momentan hat das neue Album absolute Priorität, und danach werde man sehen, wie und wo die Geschichte weitergeht. Nur höchstwahrscheinlich nicht auf Exile On Mainstream, wo das CELAN-Debüt erschienen ist, denn Chris lässt an dem Label kein gutes Haar, vor allem in Bezug auf den Vertrieb der Platte. Auf Ox-Nachfrage zeigte sich aber auch Exile-Macher Andreas Kohl seinerseits wenig begeistert von der anstrengenden Zusammenarbeit mit Spencer.

Auch ein neues CELAN-Album ist geplant, da Chris weiterhin gute Kontakte nach Berlin hat – seine Freundin lebt nach wie vor dort, er selbst wohnte schon in Kreuzberg, Prenzlauer Berg und Mitte – und er weiterhin gerne in dieser Besetzung arbeiten würde, aber das wird noch einige Zeit dauern. Die Frage nach CELAN und dem Einfluss dieses Nebenprojekts auf die neue Platte stellt sich beim Anhören des Tracks „Stuck“ automatisch, dessen überraschend balladeske Schwere viele Parallelen zu genanntem Projekt aufweist, was Chris auch bestätigt, der darin das Ergebnis einer kreativen Entwicklung sieht. „Ich arbeitete schon länger an solchem Zeug und hatte einfach Lust darauf, solch einen Song auf dem Album zu haben.“

Wobei ja Innovationen nicht unbedingt UNSANEs Sache sind. So ist die Mundharmonika, die 1995 auf „Alleged“ erstmals auftauchte, mittlerweile obligatorisch, was auch auf starken Blues-Einflüsse beruht – Robert Johnson etwa nennt Chris genauso als Inspirationsquelle wie andererseits JOY DIVISION – und phasenweise geht man sogar noch weiter in der Bandgeschichte zurück. Vinnie Signorellis Drumming auf dem Opener „Rat“ etwa erinnert an das Debüt Anfang der Neunziger, an die ähnlich vertrackte Rhythmik von Charlie Ondras, als der noch lebte und hinterm Schlagzeug saß. – eine Feststellung, die Chris durchaus als Kompliment auffasst.

Dennoch hat sich im Vergleich seitdem einiges verändert: Spielten UNSANE Mitte der Neunziger hierzulande höchstens vor einer Handvoll Zuschauer, sieht das mittlerweile anders aus: „Auf unserer Tour mit den MELVINS war der Zuspruch ganz ordentlich. Wahrscheinlich, weil es uns schon so lange gibt und wir verschiedene Leute beeinflusst haben, da denken sich die Leute eher, dass sie mal hören wollen, wie wir klingen“, vermutet Chris. Als „lebende Legende“ möchte er sich trotzdem nicht bezeichnen lassen. „Keine Ahnung, wie du darauf kommst“, sagt er lachend, so wie er auch das komplette Interview immer wieder mit launigen Bemerkungen auflockert, die leider in diesem Kontext nicht verwertbar sind. Sein Schlusswort an die Leserschaft allerdings ist ein guter Rat, den man beherzigen sollte: „Most people suck. Be nice.“

 


UNSANE von 1998 bis heute

1988 wird UNSANE von Chris Spencer, Pete Shore und Charlie Ondras gegründet, drei Jahre später erscheint das selbstbetitelte Debütalbum der New Yorker, das mit seinem rauhen Sound nicht nur wegweisend für den Noise-Rock der folgenden Jahre ist, sondern auch die Serie der blutigen Coverartworks der Band einläutet. 1992 stirbt Drummer Charlie Ondras an einer Überdosis Heroin und wird von Vinnie Signorelli ersetzt. Ein Jahr nach Erscheinen des zweiten Albums „Total Destruction“ 1993 verlässt auch Pete Shore die Band, sein Nachfolger wird Dave Curran. 1995 und 1998 erscheinen die beiden Alben „Scattered, Smothered & Covered“, dessen Single „Scrape“ in Heavy Rotation auf MTV läuft, und „Occupational Hazard“. Nach einer mehrjährigen Pause kehren UNSANE 2005 mit „Blood Run“ zurück, 2007 folgt „Visqueen“ und nach weiteren fünf Jahren erscheint 2012 schließlich das siebte Studioalbum „Wreck“.

Stefan Gaffory

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #103 (August/September 2012)

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