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Interviews

TRUST

Als Biggi und ich vor über sieben Jahren das Ox ins Leben riefen, ließen wir uns vor allem von einem Heft inspirieren, dem TRUST. Das war zu diesem Zeitpunkt zwar selbst erst drei Jahre alt, erschien uns aber trotzdem unglaublich professionell und vor allem informiert. Wie in keinem anderen Heft in Deutschland fand hier Hardcore auf einer internationalen Schiene statt, wurde über den Rand des regionalen Szene-Tellers hinausgelinst. Derzeit feiert das TRUST sein zehnjähriges Jubiläum, über 50 Ausgaben sind erschienen, und so nötigte ich den einzig verbliebenen Ur-Herausgeber Dolf zu einer abendlichen Plauderstunde über Hardcore im allgemeinen und das TRUST im besonderen. Und wer´s noch nicht wußte: Beim TRUST arbeiteten einst sowohl Armin von X-Mist wie auch Moses vom ZAP und Thomasso von NONOYESNO mit.

Hardcore - ein Musikstil, der heute in jedem Abzocker-Plattenladen eine eigene Ecke hat und dessen stilistisches Mäntelchen sich heute auch Bands umhängen, die eigentlich nur dummen Metal spielen. Wer heute anfängt, sich für Hardcore zu interessieren, steht vor einer riesigen Angebotspalette von unzähligen Bands, hunderten Labels, zig Mailordern und dutzenden Fanzines. Doch das war nicht immer so, und tatsächlich war es erst gegen Mitte der Achtziger, als die Saat von MINOR THREAT, 7 SECONDS und DEAD KENNEDYS in Deutschland zu keimen begann. Dolf und die anderen TRUST-Mitbegründer gehörten damals zur ersten Generation von Leuten, die versuchten, auch den "Spirit" von Hardcore weiterzugeben.


Einer der Gründe, weshalb wir 1986 das TRUST gründeten, war unsere Unzufriedenheit mit der damaligen Punkszene in Deutschland. Natürlich gab es auch vorher schon Fanzines in Deutschland, aber zu der Zeit war Punk vollkommen destruktiv geworden, erschöpfte sich in Gewalt-, Alkohol- und Drogenexzessen sowie Politphrasen. Die Punkszene bestand damals fast nur aus so typischen Pennerpunks, und darauf hatten wir keinen Bock. Wir hatten andere Interessen als diese Leute, standen auf amerikanischen, aber auch europäischen Hardcore, etwa aus Italien, den Niederlanden und auch Deutschland. Das waren so Bands wie BATTALION OF SAINTS, JERRY´S KIDS, MINOR THREAT oder DEAD KENNEDYS aus den USA, NEGAZIONE, INDIGESTI und CHEETAH CHROME MOTHERFUCKERS aus Italien, BGK aus Holland, und, und, und. Da braucht man einfach nur die Bands vom Maximumrocknroll-Sampler "Welcome to 1984" aufzählen, das waren alles die, die damals bei uns angesagt waren. Natürlich gab es damals diverse Fanzines in Deutschland, die aber - was eigentlich voll o.k. ist - auf der klassischen Fanzineschiene fuhren und sich mit US-Hardcore nur am Rande beschäftigten. Von den US-Fanzines und US-Platten bekamst du dort aber so gut wie nichts mit, da mußtest du wirklich suchen und den Sachen hinterherrennen. Das war also genau die umgekehrte Situation wie heute, wo du von allen Seiten zugeschissen wirst und nicht mehr weißt, wie man überhaupt noch etwas für sich auswählen soll. Ich glaube wirklich, daß viele Leute heute gar keinen eigenen Geschmack mehr haben, sondern nur noch das gutfinden, von dem ihnen gesagt wird, daß es gut ist. Gib jemandem fünf unbeschriftete CDs und frag ihn, was er davon gutfindet. Ich wette, solange der die Bandnamen nicht kennt und vielleicht mal einen Song auf MTV gehört hat, wird der sich nicht entscheiden können. Aber ich war ja eigentlich woanders stehengeblieben. Damals also hat man gar nicht mitbekommen, wo Konzerte sind. Es gab zwar ein paar größere Hefte, die sich am Rande auch mit Punk und Hardcore beschäftigten, doch daß man wie heute im RockHard die Tourdaten von D.O.A. findet, das war undenkbar. Ein spezielles Medium für die Hardcore-Szene gab es nicht, und die kleinen Fanzines hatten eher regionalen Bezug, erschienen unregelmäßig und waren meist sehr persönlich gehalten. Du hattest keine Chance frühzeitig mitzubekommen, daß zum Beispiel SOCIAL UNREST auf Tour sind und irgendwo im akzeptablen 200 km-Radius spielen.

Ich kann mich noch genau erinnern, daß es bei uns in Heidenheim damals zwei, drei Leute gab, die von ein paar kleinen Juzes Konzertflyer geschickt bekamen. Die waren die einzigen, die überhaupt wußten, wo und wann interessante Konzerte sind. Da warst du schon ein Auserwählter, wenn du wußtest, DASS ein Konzert stattfindet.

Richtig, das lief so. Das lag daran, daß die Konzertveranstalter meist total jung und unerfahren waren. Die haben sich keine Gedanken drüber gemacht, wie sie einen Presseverteiler erstellen, und daran hatten die auch kein Interesse. Die wollten einfach nur ein Konzert machen, und unbewußt war ihnen klar, daß die Interessierten das von selbst herausfinden werden. Die Leute waren richtig ausgehungert nach Konzerten.

Es gab damals eben noch nicht die heutige HC-Infrastruktur.

Genau. Das heißt, es gab natürlich eine Infrastruktur, aber auf einem anderen Level. Du konntest auch damals schon Alternative Tentacles-Platten kaufen, aber das lag daran, daß die Leute schon wieder eine Generation älter waren als ich. Das erklärt auch, warum D.O.A. zu der Zeit von einer Kommerzagentur gebucht wurden. Nämlich ganz einfach, weil es niemanden aus der Szene gab, der so eine Tour hätte buchen können. Die Strukturen, die heute für selbstverständlich gehalten werden, gab es noch nicht und wurden erst in den Jahren darauf aufgebaut.

Die aktiven Leute von damals sind es doch auch, die heute die "Schlüsselpositionen" in der HC-Szene besetzen.

Ich weiß nicht, ob man das so sagen kann. Denn viele Leute, die damals aktiv waren, sind heute schon längst nicht mehr dabei. Konkret meinst du wohl Leute wie Armin Hofmann von X-Mist, Bernd Granz von Lost & Found, Thomas Issler von We Bite und so weiter. "Die" Hardcore-Szene in Deutschland existiert doch gar nicht mehr. Das siehst du schon daran, daß sich die drei genannten Labels von ihrem Programm so dermaßen unterscheiden, daß kaum noch eine Schnittmenge vorhanden ist.

Aber auch das war mal anders.

Klar, am Anfang war das eine Szene, da war das noch nicht so vielschichtig. Da war es toll, wenn überhaupt ein Konzert stattfand, und man hat zwar schon auf die Unterschiede geachtet, aber da insgesamt nur sehr wenig Leute dabei waren, fing niemand an, sich wegen Kleinigkeiten zu distanzieren. Natürlich gab es sowas damals auch, aber in kleinerem Rahmen als heute. Damals war ein Konflikt zum Beispiel der zwischen Norddeutschland = Punkrock und Süddeutschland = Hardcore.

Wie kamst du denn überhaupt auf Punk bzw. Hardcore?

Das erste Punkrockstück meines Lebens hörte ich 1979 im Musikunterricht in der Schule. Da gab es eine Stunde, wo jeder eine Platte mitbringen und vorstellen durfte. Und da hat einer aus meiner Klasse was von den SEX PISTOLS gespielt, und ich war ziemlich beeindruckt. Allerdings war ich frustriert, weil meine Platte nicht gespielt wurde, nämlich die "Rocky Horror Picture Show". Als nächste Band lernte ich CRASS kennen, und dann sah ich bei uns in Augsburg so ´n paar wilde, bunthaarige Punks, die auf den Lederjacken U.K. SUBS stehen hatten. Zu der Zeit kaufte ich auch mein erstes Fanzine, und zwar in dem Plattenladen, in den ich mich danals auch schon seit ein paar Jahren reintraute. Da stand an der Kasse so ein Heftchen, auf dem ebenfalls U.K. SUBS stand, und als ich das aufschlug, waren die ersten Worte, die ich las, "Fucking bullshit, die Show fällt aus!". Da habe ich mir das sofort gekauft, weil ich es immens gut fand, daß in so ´nem Heft die Worte "Fucking bullshit" stehen. So ging das los, und ab da habe ich mir immer mehr Platten gekauft und aufgenommen, denn viele Freunde bestellten damals bei Vinyl Boogie und Saskwatsch. Das waren die einzigen Mailorder, die Punk im Angebot hatten. Du mußtest damals wirklich schauen, wo du interessante Platten bekommen konntest, und dadurch entstanden total viele Briefkontakte zu Leuten, mit denen man dann Tapes und Fanzines tauschte.

Diese Briefkontakte sind, glaube ich, auch so ´ne Sache, die heute stark zurückgegangen ist, weil man ja supereinfach in seinem direkten Umfeld an Platten, T-Shirts und Fanzines rankommt.

Ja, das hat die Leute völlig abgestumpft. Schalte mal in einem Fanzine ´ne Anzeige: das Feedback darauf ist total mickrig, weil jeder zu faul ist, mal ´ne Postkarte zu schreiben. Und das ist wieder das Problem, daß sowohl die Leute da draußen als auch wir Fanziner mit Platten zugeschissen werden. Wenn ich nur daran denke, was in den letzten Tagen hier an CDs angekommen ist: wer soll sich das alles kaufen? Heute kann man nur dann halbwegs den Überblick behalten, wenn man sich auf eine bestimmte Sparte beschränkt, etwa Deutschpunk oder Grunge. Aber das gesamte Spektrum von Punk und Hardcore abzudecken, das kann niemand mehr bezahlen.

Damals dagegen gab es ein paar interessante Labels, etwa Alternative Tentacles, B.Y.O. oder Dischord, und wenn du die Platten hattest, wußtest du, was so musikalisch abgeht.

Könnte man so sagen. Das war alles viel reduzierter und überschaubarer...

...und qualitativ besser?

Nein, das würde ich nicht sagen, denn der Anspruch war ein anderer. Ich muß aber zugeben, wenn ich heute ab und zu ein Re-Release von damaligen geilen Bands in die Finger bekomme, denke ich mir oft, daß sich von denen 90% der heutigen Bands ´ne Scheibe abschneiden könnten. Die haben zwar ´ne gute Produktion, aber die Power von den Originalen haben sie nicht. Ich glaube, damals definierte sich die Qualität von Musik mehr als heute darüber, daß die Leute wirklich hinter dem standen, was sie taten. Da war mehr dahinter als so ´ne Einstellung wie "Laß uns mal ´ne Band gründen und schauen, daß wir ´nen Plattenvertrag bekommen".

Der Aufwand für eine Band, überhaupt erst mal ihre Songs aufzunehmen und die dann auch auf Platte gepreßt zu bekommen, war damals ungleich größer.

Damals wußte kaum jemand, wie und wo man eine Platte pressen läßt und wie das überhaupt alles funktioniert. Und viele Bands nahmen das auch alles selbst in die Hand, einfach aus Idealismus. Da gab es keine Adresslisten wie "Buch dein eigenes beficktes Leben", anhand derer du 300 Stück deiner Promo-CD rausschicken konntest. Wer macht denn heute noch ein Demo? Und warum auch, wo ´ne CD kaum mehr kostet? Klar, diese Wandlung ist nachvollziehbar, hat aber auch viel kaputtgemacht. Ich will jetzt nicht behaupten, daß früher alles besser war, aber es war eben anders. Daß die Szenesituation heute ist, wie sie ist, liegt nämlich auch daran, daß wir damals notgedrungenermaßen lernen mußten, alles selbst zu machen. Wir waren Autodidakten, mußten den Arsch hochkriegen, damit was passiert. Und die Leute von damals haben dieses Wissen natürlich vermehrt und sich professionalisiert, was heute für Neueinsteiger vieles einfacher macht.

Und das ist ein Teufelskreis: Dadurch, daß ihr damals ein Heft machen wolltet, um allen mitzuteilen, wie toll diese oder jene Band ist, seid ihr schuld daran, daß heute Zehntausende diese Musik hören - und das paßt einem auch wieder nicht.

Richtig, aber die einzige Alternative wäre gewesen, nichts zu machen, und das kann ja wohl auch nicht richtig sein. Die HC-Fans von heute fahren heute auf der Straße, für die wir damals eine Schneise in den Wald geschlagen und die wir geebnet haben. Aber das ist eben so, daran kann man nichts ändern. Jeder Trampelpfad wird irgendwann mal breiter. Es war doch nie unser Plan, daß Punkrock im Lokalradio gespielt wird, das ist so passiert. Wir machten unser Heft und hatten keine Vorstellung, daß da mal was Großes daraus werden könnte. Außerdem darf man nicht vergessen, daß Punk keine Religion ist, keine Geheimwissenschaft, von der niemand was mitbekommen darf. Punk ist mehr, nämlich Spaß haben, Leute kennenlernen, und nicht über jeden Schritt nachdenken zu müssen.

Kommen wir konkret aufs TRUST zurück.

Wir haben das Heft 1986 gegründet. Wir, das waren Armin Hofmann, der heute X-Mist Records macht und Mitherausgeber des PLOT-Fanzines ist, Moses, unser kleiner Spezialfreund aus Homburg, der immer noch das ZAP macht, seine damalige Freundin Anne Ulrich, die auch aus Homburg kommt und heute musikmäßig nichts mehr macht, dann Mitch, der heute als einziger von der Urbesetzung übriggeblieben ist, wie ich aus Augsburg kommt und eigentlich der wichtigste Mann beim TRUST ist, da er den Laden am Laufen hält und das gesamte Layout macht. So, habe ich jetzt jemanden vergessen? Ach klar, der Thomasso war ja auch noch dabei.

Das TRUST war gar nicht mal das erste Heft, das ein Teil der Leute machte, richtig?

Stimmt, Moses hat vorher das VOX VULGI, Armin das BANZAI und Thomasso das S.A.L.V.E. gemacht. Von dem habe ich allerdings schon seit zwei Jahren nichts mehr gehört. Der hat noch eine Weile bei NONOYESNO gespielt, aber was er jetzt macht, weiß ich nicht. Das heißt also, daß außer Mitch und mir niemand mehr von der Urbesetzung dabei ist. Auf die Gründe, weshalb wir das Heft machen wollten, bin ich eben ja schon eingegangen, deshalb nur kurz nochmal: Wir wollten ein regelmäßig erscheinendes Medium haben, in dem unsere Musik vorgestellt wird, unsere Ideale, Probleme, Ansichten, und wo man die aktuellen Konzertdaten nachlesen kann. Der Name "Trust" war eine Idee von Armin, und wir fanden den sehr gut, weil er das englische Wort für "Vertrauen" ist und irgendwie zum Ausdruck brachte, daß das Heft von Freunden mit gemeinsamen Ideen und Idealen gemacht wird. Zwei Monate nach der Idee kam dann schon das erste Heft in einer 1.000er Auflage, was damals sehr viel war. Das zweimonatliche Erscheinen zogen wir von Anfang an durch, und anfangs hat das Mitch sogar noch selber gedruckt, und wir anderen haben die Seiten sortiert und in Handarbeit einzeln geheftet. Irgendwann wurde uns die Arbeit aber zuviel, und Moses übernahm die organisatorischen Aufgaben und ließ das Heft bei sich in Homburg drucken. Nach zwei Jahren ließ uns Moses dann hängen - ein Charakterzug, der heute noch typisch ist für ihn - und wandelte die zu dem Zeitpunkt halbfertige TRUST-Ausgabe ins erste ZAP um. Wir standen plötzlich ohne alles da, wußten überhaupt nicht, was abgeht, denn Moses hat nicht mal angedeutet, daß er aussteigen will. Mit Moses ist dann auch Anne ausgestiegen, irgendwann später Armin und schließlich Thomasso. Wann das genau war, weiß ich nicht mehr.

Das US-Fanzine Maximumrocknroll hatte für euch Vorbildcharakter.

Nicht nur das, sondern auch FLIPSIDE und RIPPER. Letzteres war das Heft von Tim Tonooka und für mich noch besser als MRR und FLIPSIDE. Die waren schon damals richtig "professionell" gemacht, genauso wie später das TVOR aus Italien.

Apropos "professionell": Damals waren Fanzines, Bands und Labels im Hardcorebereich noch völlige Freizeitprojekte und niemand dachte daran, sowas beruflich zu machen.

Leute, die das beruflich machten, gab es damals zwar schon, aber das war eine Generation vor uns, etwa die Leute von Alternative Tentacles. Für uns war das alles eine reine Freizeitbeschäftigung, in die wir nur Geld reingesteckt haben: wir kauften die Platten, die wir besprachen, noch selbst, kauften einen Bandbus, und so weiter.

Ich glaube, dieses Detail muß ich nochmal wiederholen: Damals kaufte man sich die Platten, die man besprochen hat noch selbst.

Ja, in den ersten paar Heften waren nur Platten drin, die wir uns gekauft oder ausgeliehen oder überspielt hatten. Da lief das nicht so, daß man ein Fanzine gründet, erstmal an zehn oder zwanzig Labels Bettelbriefe schreibt und dann wartet, daß die ganzen Promos eintrudeln. Damals sprach sich rum, daß ´ne neue GANG GREEN-Platte erschienen ist, und dann wurde die einem nicht etwa zugeschickt, nein, man mußte sich erst informieren, wer die überhaupt verkauft, dann vergleichen, wo sie billiger ist, und dann kaufen. Da war so ´ne Platte noch was besonderes, da konnte man sich am Telefon noch stundenlang über eine Scheibe unterhalten. Da gab es noch nächtelange Diskussionen, ob man eine Platte gutfinden kann oder ob die schlechte Besprechung wirklich gerechtfertigt war. Heute hätte für sowas gar niemand mehr Zeit.

So, aus Platzgründen ist an dieser Stelle Schluß für diese Ausgabe. Den zweiten Teil des Interviews gibt´s in der #24.

Joachim Hiller

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #23 (II 1996)

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