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Interviews & Artikel

VAL SINESTRA

Im Tal links

Wie aus dem Nichts tauchen VAL SINESTRA plötzlich auf mit ihrer sechs Songs starken EP auf Concrete Jungle. Kein Trara, keine Bläser, keine nackten Genitalien, keine Skandale, schlicht eine fleißig tourende Band bestehend aus vier Freunden. Genauso unprätentiös wie ihr Auftreten sind auch ihre Texte, in denen zwar eine Richtung angedeutet wird, aber ein klarer Weg fehlt. Mehr dazu erzählten uns Bassist Max und Sänger Chris.

Wie kommt eine Band aus Berlin auf die Idee, sich nach einem schweizerischen Kurhotel zu benennen?

Max:
Eine Frage, die wir häufiger hören. Wie die meisten Bands waren wir mehr damit beschäftigt, einen Namen zu finden, als Songs zu schreiben, konnten uns aber auf nichts einigen. Recht spontan und kurzfristig bekamen wir dann die Möglichkeit, unser erstes Konzert beim „Folklore im Garten“ in Wiesbaden zu spielen, mit TURBOSTAAT, FRITTENBUDE und TOCOTRONIC. Und da wir immer noch keinen Bandnamen hatten, machten wir unser Programm zum Namen und kündigten uns als „You now have 20 minutes to live“ an. Ein paar Tage vor dem Konzert stießen wir dann auf den Namen „Val Sinestra“ und fanden ihn irgendwie ganz geil. Tante Google erzählte uns einiges darüber – Kurtal, erstmalig Lepra geheilt, Hotel oft in Horrorfilmen verwendet, auf Deutsch „das linke Tal“ –, und auf der Fahrt zum Konzert entschieden wir uns dann dafür.

Dafür lassen eure Texte noch viel Spielraum für Interpretationen. Klare Ansagen fehlen, Andeutungen sind aber da.

Chris:
Wir sind nicht die typische „Hook“-Punkrock-Band. Es gibt hier und da mal Parts zum Mitgrölen und Mitsingen, aber ich bin nicht der Typ Sänger, der möglichst vereinfacht Zeilen für einen möglichst einprägsamen Refrain schreibt. Ich möchte, dass die Leute nachdenken, sich mit der Musik beschäftigen und sich die Texte zur Hand nehmen. In der heutigen Zeit wird viel zu wenig auf textliche Tiefe und Sinn gelegt. Die Leute wollen immer nur Hooks und grölen. Wenn dann aber die Zeile zum Mitgrölen mehr als drei Wörter hat, kann sich das wieder keiner merken und es ist „Studentenpunk“. Wir machen keinen Studentenpunk und auch keinen Sauf- oder Polit-Punk. In unseren Songs geht es um die Erlebnisse der Leute, die man trifft, und Dinge, die man wahrnimmt, wenn man offen und empfänglich für seine Umwelt bleibt und nicht immer versucht, irgendwelche Vorstellungen und Erwartungen anderer zu erfüllen. Und das ist manchmal nicht auf den ersten Blick klar zu verstehen.

Na dann erklärt uns bitte Zitate aus den sechs Songs eurer EP: „Das ist zu viel, ich muss hier raus.“ („Allein zu zweit“)

Chris:
„Allein zu zweit“ beschreibt verschiedene Situationen, in denen Menschen aus ihren gewohnten Bahnen ausbrechen möchten. Als ich anfing zu schreiben, behandelte der Text eine zerbrochene Musikerfreundschaft zu einem guten Freund von mir. Im Schreibprozess hat sich das dann auf weitere Situationen ausgedehnt, in einer Beziehung „allein zu zweit“ zu sein oder nicht dieselben Ziele zu teilen mit Mitstreitern, Kollegen. Es gibt nichts Schlimmeres.

„Dazwischen gab’s keine Stadt mit einer ordentlichen Verbindung nach Europa.“ („Was sie tun“)

Chris:
Mit Hinblick auf die aktuelle Lage der Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen, bekommt der Text eine ganz neue Bedeutung, wenn man nur dieses Zitat betrachtet. Eigentlich geht es aber um das Leben als Musiker, das Zusammenarbeiten mit Veranstaltern, Plattenfirmen, aber auch die Reaktionen des Publikums und all das, was einen so erwartet, wenn man unterwegs ist als kleine Band. Es kann gut laufen, es kann aber auch schlecht laufen. Das angesprochene Zitat selbst stammt aus dem Buch „Einige Abenteuer und seltsame Begegnungen im Leben des stillen Kommandeurs“ von HF Cotello.

„Lass die Jagd beginnen!“ („Jagdfieber“)

Chris:
Der Song ist für und über das Nachtleben. Wir sind gern mal lange unterwegs und lassen ungern Partys aus. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir alle keine Freundin und haben es krachen lassen. Der Song ist für Männer und Frauen, die gern mal „auf der Jagd“ sind. Bedürfnisse sind allzu menschlich.

„Keine Zeit und keine Luft zum Atmen.“ („Keine Luft“)

Chris:
Dieser Text war mein allererster für VAL SINESTRA. Er beschreibt haargenau die Zeit, in der ich anfing, was und wie ich mich da gefühlt habe. Wenn du zwei Jobs hast, studierst, dein soziales Leben und den Kontakt zu deiner Familie nicht verlieren willst, dann ist das ein ausgefülltes und stressiges Leben. Ich hatte nie Zeit für irgendwas, war mal auf Tour, habe unter der Woche und am Wochenende gearbeitet und studiert und es gab einen Krankheitsfall in der Familie. Das ist mehr, als man manchmal schaffen kann und will. Darum geht’s.

„Deine Stadt zerfällt.“ („Deine Stadt“)

Chris:
Auf einer Rückfahrt in meine Unistadt Frankfurt/Oder musste ich diesen Text schreiben. Zwar ging es mir schon länger so, aber die zündenden Zeilen fielen mir im Zug ein. Menschen wollen aus diesen Orten weg, wo keine Zukunft auf sie wartet, wo Häuser zerfallen und es keine Lebensperspektive gibt. Das ist absolut menschlich. Dies gilt aktuell für Menschen aus Syrien, Afghanistan, Iran, ebenso wie für Menschen innerhalb Deutschlands, die aus ihrem Dorf weg wollen, weil alles zugrunde geht. Es vereint sie alle dasselbe Ziel: ein besseres Leben.

Fabian Schulenkorf

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #122 (Oktober/November 2015)

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