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Interviews & Artikel

MODERN BASEBALL

Offen und ehrlich

Musiker sollten ihre Gefühle zeigen. Im Falle von MODERN BASEBALL und einem ihrer beiden Sänger und Gitarristen, Brandon Lukens, fiel das relativ leicht. Denn im Vorfeld der Veröffentlichung ihres dritten Albums „Holy Ghost“, auf dem Brandon und Jake Ewald sich den Gesang und auch die Songwriting-Credits teilen, zeigte sich die Band im Internet durch die Banddokumentation „Tripping In The Dark“ von ihrer intimsten Seite. Dabei wurde klar, in welch dramatischer Situation die Hoffnungsträger des modernen, neuen Emo stecken: Brandon leidet unter einer bipolaren Störung, die das Zusammenarbeiten mit ihm sehr anstrengend bis fast schon unmöglich macht. Aber erfreulicherweise besteht die Band aus guten Freunden, die dem Sänger wieder in ein geregeltes Leben geholfen haben.

Brandon, habt ihr es schon bereut, in der Doku „Tripping In The Dark“ soviel von euch preiszugeben?

Für uns war diese Doku sehr wichtig. Sie ist auf eine sehr natürliche Art und Weise entstanden, die uns gar nicht erst dazu verleitet hat, unser schauspielerisches Talent auszuprobieren. Wir haben damals gedacht, dass die Leute, die sich mit uns als Band beschäftigen, wissen sollten, was in uns vorgeht, und damit auch verstehen können, woher unsere Songs kommen und was sie zu bedeuten haben.

Ihr seid in dem Film schonungslos ehrlich, du standest kurz vor einem Selbstmordversuch. Du sprichst offen darüber, etwa wie sehr du darauf angewiesen bist, dass sich jemand empathisch um dich kümmert. Wie gehst du damit um, dass „Holy Ghost“ wahrscheinlich häufig mit deiner Krankheit in Verbindung gebracht wird?

Damit gehe ich sehr offen um. Andernfalls hätte es die Banddokumentation in der Weise ja auch nicht gegeben. In den Songs auf „Holy Ghost“, die aus meiner Feder stammen, reflektiere ich meine Position und den Umgang mit meiner emotionalen Sprunghaftigkeit recht eindeutig. Darüber hinaus kann ich den Jungs in der Band, also Jake Ewald, unser anderer Sänger und Gitarrist, Ian Farmer, der Bass spielt, und Schlagzeuger Sean Huber, gar nicht genug danken, dass sie mich in dieser für mich schweren Phase so unterstützt haben.

Also nervt es dich nicht, dass das auch in diesem Interviews wieder ein Aufhänger ist?

Wenn die Leute, die sich mit der Platte und MODERN BASEBALL beschäftigen, nur noch über dieses Thema reden würden und dabei die anderen Jungs vernachlässigen würden, könnte ich das nicht so stehen lassen. Das Album haben wir schließlich zusammen geschrieben. Und die fünf Songs von Jake sind mit das Beste, was wir jemals veröffentlicht haben.

Wie fühlt es sich an, einen Song wie „Just another face“ mit Zeilen wie „I’m a waste of time and space / Drifting through my selfish ways“ jeden Abend vor Hunderten von Leuten zu singen, die du gar nicht kennst?

Den Großteil der Leute, die mir zuhören, nicht zu kennen, erleichtert mir die Sache ungemein. Ich habe die Songs so geschrieben, dass sie das widerspiegeln, was in meinem Leben und in mir vorgeht. In diesem Fall nutze ich die Musik als eine Art Therapie. Ich schreibe mir manche Dinge einfach von der Seele. Natürlich gelingt das nicht immer, jedoch freue ich mich über jeden, der mir das Gefühl gibt, mit meinen Problemen nicht allein zu sein. Dies ist das erste Mal, dass wir als Band so direkt mit der Sache konfrontiert werden. Das gehört jetzt einfach zu MODERN BASEBALL dazu, genauso wie die bescheuerten Texte über gescheiterte Beziehungen oder ähnliche Dinge.

„Holy Ghost“ ist in zweigeteilt. Jeder von euch beiden hat fünf Songs geschrieben. Wieso gibt es keinen, der von euch beiden gemeinsam stammt?

Diesen Song gibt es, er ist nur nicht auf der Platte enthalten und wird wahrscheinlich im Nachhinein im als spezielle Auskopplung veröffentlicht. Diese krasse Aufteilung der Platte in unsere zwei Songgruppen hat deshalb Sinn gemacht, weil wir beide unbedingt ein paar Dinge loswerden wollten. Da wir bis jetzt recht gut damit gefahren sind, wenn wir uns das Songwriting teilten, haben wir das bei „Holy Ghost“ nicht ändern wollen.

Das bringt mich zu meiner nächsten Frage: Glaubst du, dass es irgendwann mal dazu kommt, dass ihr das Gefühl habt, alles in euren Songs gesagt zu haben?

Um ehrlich zu sein, haben wir uns auch darüber noch keine Gedanken gemacht. Vielleicht schreiben wir unsere letzte Platte darüber, dass wir nichts mehr zu sagen haben. Bis dahin wird es aber sicherlich noch sehr lange dauern. Schließlich sind wir noch jung, eine Präsidentschaftswahl mit furchtbarem Ausgang steht an und wir gehen ja weiter auf Tour. Wir wollen noch so viel von der Welt sehen. All das wird uns schon zu irgendetwas Vernünftigem inspirieren.

Zum ersten Mal in eurer Bandgeschichte habt ihr diesmal mit einem externen Produzenten, Joe Reinhart, zusammengearbeitet.

Er ist der Gitarrist von ALGERNON CADWALLADER und Produzent von einigen unserer Lieblingsplatten, daher war Joe unsere erste Wahl, als es darum ging, zu überlegen, wer unseren Sound noch ein wenig verbessern und bereichern kann. Wir sind absolut zufrieden damit, wie Joe uns dazu gepeitscht hat, unsere Arbeitsweise noch zu verfeinern. Ich meine, man hört recht deutlich, dass wir auf „Holy Ghost“ nicht gravierend anders klingen, dafür aber viel besser.

Was hältst du von der These, dass eine von den Kritikern gelobte Platte, wie es „Holy Ghost“ ja definitiv ist, trotzdem keine Bäuche füllen kann?

Da ist auf jeden Fall etwas dran. Jedoch sollten und haben wir uns eigentlich auch noch keine Gedanken darüber gemacht, wie kommerziell erfolgreich unsere Platten sein können. Natürlich haben wir noch unsere Nebenjobs. Hauptberuflich sind wir auf jeden Fall Musiker. Andererseits schadet es jetzt aber auch nicht, einen Uni-Abschluss in der Tasche zu haben.

Bei euch läuft alles sehr DIY. Würdest du dir manchmal wünschen, dass der Erfolg den Aufwand überwiegt?

Wir haben und werden auch in Zukunft alles in unseren Händen behalten, was die Band angeht. Warum sollten wir etwas, das uns so am Herzen liegt, durch Unbekannte vermarkten lassen? Uns ist der Kontakt zu den Leuten wichtig, die sich die Mühe machen, zu unseren Konzerten zu kommen und unsere Platten zu kaufen. Mir ist es lieber, dass die ganze Zeit Stagediver um mich herumlaufen, als dass wir abgeschottet in irgendeinem Nightliner von Stadt zu Stadt gekarrt werden. Gibst du das, was dir etwas bedeutet, aus der Hand, geht damit auch ein Teil von dir verloren.

Sebastian Wahle

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #127 (August/September 2016)

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