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Interviews & Artikel

HOTEL ENERGIEBALL

Älterwerden mit Punk

Sie werden, zumindest von mir, dringend gesucht: die deutschsprachigen Bands mit guten Texten. Die aber bei aller Sensibilität doch bitte lieber mehr nach „Straße“ klingen, als nach „Uni-Mensa und reichen Eltern“. Eine solche Band sind HOTEL ENERGIEBALL aus Bochum, und die bestehen bekanntlich aus Ex-Mitgliedern von REVOLVERS, 2ND DISTRICT und PUBLIC TOYS. Deren zweite LP „Kein Applaus für Scheiße“ geht mir seit längerem nicht mehr aus dem Hirnradio. Zeit für ein Gespräch mit Sänger und Gitarrist Uwe Umbruch.

Uwe, eure erste LP, „Neustart“, fand ich zwar richtig gut, nur blieb irgendwie kein Song so richtig hängen, was sich bei der neuen Scheibe total geändert hat. Nun habt ihr lediglich einen Gitarristen weggelassen – kann das etwa ein Grund dafür sein, noch mehr „catchy“ zu klingen?

Nö, daran kann es nicht gelegen haben. Als die Aufnahmen entstanden, war der andere Gitarrist ja noch da und ein paar seiner gespielten Sachen sind auch auf dem Album zu hören. Ich bin die Songs genauso angegangen wie immer, vielleicht waren diesmal einfach mehr Glücksgriffe dabei.

Die Songs sind recht resignativ, werden aber so voller Inbrunst geschmettert, dass sie schon wieder Hoffnung verbreiten. Ist euch das bewusst? Hat das etwas mit deiner Vaterschaft zu tun?

Noch mal nö, haha! Also ich singe eigentlich immer voller Inbrunst! Lotte, meine Tochter, ist meine große Liebe, aber ich glaube nicht, dass sich deswegen die Art und Weise, wie ich singe, geändert hat ... Obwohl ... der Gedanke gefällt mir!

„Dieser eine Sommer“ ist eine Punkrock-Hymne. Ist hier ein bestimmter Sommer in den Neunzigern gemeint oder ist das eine Zusammenfassung? Ist Punk schon so museal, dass man verstärkt von früher singen muss?

Ich singe immer über Dinge, die ich irgendwie auch erlebt habe oder noch zu erleben hoffe. In dem Fall geht es schon um meine Jugend und das Älterwerden mit Punk, mit Chaostagen, Speed ziehen und all dem Kram. Und wenn ich heute anderen Eltern davon erzähle, haha, was ich so getrieben habe, wundern die sich schon ein bisschen und ziehen ihre Kinder näher an sich ran ... Hahaha!

In jedem Fall habt ihr durch das Deutsch-Singen mehr Wucht und sicher auch mehr Einflussmöglichkeiten auf die Zuhörer, oder?

Hat man heutzutage als Punkband ohne große Management-Maschinerie im Rücken Einflussmöglichkeiten? Ich glaube, die Zeiten, da man Menschen mit Musik beeinflussen konnte, sind passé. Dafür braucht es eigentlich nur noch Facebook und Co.

Die „Selbstmordnation“ gibt mir auch zu denken. Stammt die Zeile „Diese Welt ist für mich zu viel“ aus eigenem Erleben, und wo kommt das konkret her? Vielleicht ist es auch dem Internet-Zeitalter geschuldet, wo „Nicht-Nachrichten“ zu Massenklicks führen, wo Unwichtiges aufgebauscht wird, so dass man enorm selektieren muss.

Gerade gestern ist ein Lkw in einen Weihnachtsmarkt in Berlin gebrettert mit bislang zwölf Toten. Ich habe keine Ahnung, ob es früher schon so viel Gewalt gab oder ob die Medienberichterstattung heutzutage daran schuld ist, dass ich mehr mitbekomme. Aber mir macht das Angst, auch gerade in Bezug auf meine Tochter, dass ich mich schon manchmal frage, in was für eine Welt ich sie eigentlich ohne sie zu fragen geschickt habe.

Auf der ersten Scheibe hattet ihr Bochum besungen, wenngleich auch nicht so positiv wie einst Grönemeyer. Besteht diese „Hassliebe“ weiter? Hat sich etwas in puncto Underground gewandelt, etwa bei Auftrittsmöglichkeiten?

Bochum ist nach wie vor das Bielefeld der Welt, und das ist auch gut so. Hierhin komme ich zurück von anstrengenden Nächten in Berlin, Hamburg oder Coesfeld, und hier ist dann diese wunderbare Stille, haha. Konzertläden gab es hier nie viele. Das Zwischenfall ist abgebrannt, dafür passiert jetzt in der Trompete recht viel. Und das Wageni ist noch da und wird bleiben!

Jetzt wird es auch sicher Zeit für eine kleine Deutschlandtour und im Sommer dann für Festivals mit eurer Beteiligung, oder?

Ja klar, sobald sich jemand findet, der Lust hat, für uns Konzerte klarzumachen, ansonsten ist es mittlerweile so gut wie unmöglich, an gute Gigs zu kommen, geschweige denn auf Festivals zu spielen. Ich habe sie alle angeschrieben und eigentlich ganz selten mal eine Antwort bekommen. That’s life!

Markus Franz

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #130 (Februar/März 2017)

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