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Interviews & Artikel

NAG

Immer diese Nachbarn

Arnfinn Nag (guitar, lead vocals), Espen Nag (drums, vocals) und Hans Nag (bass, vocals) hegen eine Menge Groll gegen ... die Welt. Warum auch immer, denn sie kommen aus Stavanger im Westen Norwegens, einer extrem reiche Stadt in einem extrem reichen Land. Aber Punks sind eben wütend, und entsprechend grollen sie gegen die Verhältnisse – und so klingen NAG, als schrieben wir das Jahr 1983 und nicht 2016. DISCHARGE und CONFLICT lassen grüßen, und man hört auch, dass seitdem in Norwegen die Musikwelt mit der nordischen Version von Black Metal revolutioniert wurde. Als „Punk/Metal“ rubrizieren sich NAG selbst, „Crust/Hardcore“ wäre zu ergänzen, und ich mag diese moderne Interpretation eines Oldschool-Themas. Arnfinn antwortet auf meine Fragen.

Ich fand die Redewendung „Å bære nag til noen over noe“, die euren Namen beinhaltet. Also gegen wen oder was hegt ihr einen Groll?

Oh, womit soll ich anfangen ... Ich glaube, was mich im Moment am meisten zur Weißglut bringt, ist mein lächerlich neugieriger Nachbar. Jedes verdammte Mal, wenn er sein Haus verlässt, starrt er bei uns durchs Fenster wie so ein Bekloppter. Eines Tages bringe ich ihn noch mal um.

Bei eurer Musik kann ich DISCHARGE und CONFLICT raushören, und Punk, Hardcore, Black Metal. Auf welche Bands könnt ihr drei euch im Tourbus auf dem Weg zu einer Show immer einigen?

Unser Sound ist definitiv beeinflusst von frühen IMMORTAL und NEGATIVE APPROACH, so schneller, dreckiger Kram. Aber anfangs waren die alten Epitaph- und Fat Wreck-Bands unsere Einstiegsdroge zu härterem Zeug. BAD RELIGION, DESCENDENTS und RANCID, das sind mehr oder weniger die Bands, auf die wir alle uns einigen können. Denn auch wenn man mittlerweile auf Heroin ist, ist ein bisschen Gras ab und an ganz nett.

Du fragst in einem Song: „What is punk?“ Was ist die Antwort?

Das weiß ich noch nicht, wir diskutieren das noch. Wir lassen es dich wissen, wenn wir zu einem Ergebnis gekommen sind.

Ich mag den Text von „The last Viking“. Was ist der Hintergrund des Songs?

Der bezieht sich sowohl auf die Absurdität des modernen Lebens als auch auf die Fixiertheit der Norweger auf die Wikinger. Es ist schon irgendwie ironisch, aber von allen modernen Gesellschaften hat Norwegen vermutlich am wenigsten mit den Wikingern gemeinsam. Mit unserer heutigen Mentalität und Lebensweise würden wir auf einen Wikinger wirken wie Aliens. Ich schätze, die Wikinger würden sich heutzutage bei den Clans südlich der Sahara viel eher zu Hause fühlen.

Der Song „Empire“ klingt, als wäret ihr Verfechter einer sozialen und demokratischen Gesellschaft. Meint ihr damit Norwegen? Und was gefällt euch daran und was nicht?

Das ist nicht offensichtlich, insbesondere nicht für Ausländer, aber die Lieder sind hauptsächlich ein sarkastischer Kommentar auf die norwegische Selbstgerechtigkeit. Quer durch alle Schichten hegen die Norweger diesen naiven Glauben, dass diese typisch skandinavische Form der Sozialdemokratie der einzig wahre Weg wäre, eine Gesellschaft zu organisieren, und zwar weltweit. Und wenn du nicht auch so denkst, bist du entweder ignorant, böse oder verrückt. In Norwegen macht man sich gerne über die Amerikaner lustig, weil sie das nicht einsehen – Bernie Sanders hatte viele Fans hier. Norwegen sind Experten im Nabelschau betreiben. Abgesehen davon liebe ich dieses Land und die Leute abgöttisch. Wir haben uns hier wirklich eine gute Gesellschaft aufgebaut, die oben kritisierte beschriebene Haltung ist also durchaus nachvollziehbar. Ich hoffe nur, es gelingt uns das zu erhalten. Steigende Einkommensungleichheit und das Aufweichen der Arbeitnehmerrechte gibt es auch bei uns.

Ihr kommt aus Stavanger, einer Stadt, deren Wohlstand auf der Ölförderung beruht – und damit einer Industrie, deren Ende eigentlich besiegelt ist. Wie ist das Leben in dieser Stadt, was macht ihr da so und was bringt möglicherweise die Zukunft?

Hier zu leben ist eigentlich gut, und für eine Stadt dieser Größe ist hier ziemlich viel los. Jedenfalls ist mir eigentlich nie langweilig. Aber es ist natürlich eine ziemlich vom Öl abhängige Stadt, und ein Ende ist absehbar. Doch nichts passiert. Umstände können sich jederzeit ändern. Schnell. So ist das im Kapitalismus. Ich komme aus einem kleinen Ort, eine Stunde südlich von Stavanger. Vor hundert Jahren gab es dort eine blühende Porzellanproduktion, das war ein wichtiger Wirtschaftszweig. Die ist heute vollständig verschwunden. Meine Heimatstadt hat das gut verkraftet. Für Stavanger und Norwegen könnte der Übergang ins Post-Öl-Zeitalter nicht ganz so reibungslos laufen, aber was kann man machen? Das Ende der Ölindustrie wird nicht kommen, bevor nicht eine brauchbare Alternative entwickelt wurde. Der Himmel weiß, wie lange das dauern mag. Ich sehe es nicht in näherer Zukunft. Wohl oder übel.

Wie ist die Musikszene in Stavanger, welche Klubs und Bands sollte man kennen?

Die Musikszene ist ganz in Ordnung, würde ich sagen. Ein paar gute Stavanger-Core-Bands sind C.H.U.D., ORDRENEKT, PANIC ATTACK!, BREKKJERN. Es gibt auch ein paar gute Läden: Checkpoint Charlie, Gnu, Martinique, Øst.

Joachim Hiller

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #130 (Februar/März 2017)

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