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Interviews & Artikel

25 Jahre später

POISON IDEA - Blank Blackout Vacant (LP, Vinyl Solution, 1992)

Manche Alben markieren den stilistischen Wendepunkt einer Band hin zu einem eigenen typischen Stil. Bei POISON IDEA aus Portland ist das nicht die berüchtigte dritte, sondern die vierte Platte „Blank Blackout Vacant“. Was zur Deathpunk-Vorlage für Nachfolger wie TURBONEGRO wurde, entwickelte sich aufgrund personeller Umbesetzungen und einer Rückbesinnung auf frühe Proto-Punks wie NEW YORK DOLLS, DEAD BOYS und MC5.

Sind die ersten beiden Alben und frühen Singles noch überwiegend ungestümer Oldschool-Hardcore ohne echtes Alleinstellungsmerkmal, wird schon auf dem Neunziger-Release „Feel The Darkness“ das Tempo zugunsten rifforientierter Midtempo-Stampfer reduziert. Mit dem Ausstieg von Gitarrist Aldine Strychnine und dem Einstieg von Mondo entsteht ab 1990 mit Jerry A., Myrtle Tickner, Thee Slayer Hippy und Pig Champion das eigenwilligste und releasefreudigste Line-up von POISON IDEA. 1992, also im gleichen Jahr, erscheinen zwei Coveralben: „Pajama Party“ und eine 8-Track-Kooperation mit Jeff Dahl, „Dead Boy“. Beide hinterlassen deutliche Spuren, nicht nur durch die Coverversion des NEW YORK DOLLS-Klassikers „Vietnamese baby“.

Bis auf drei Nummern ist „Blank Blackout Vacant“ im Midtempo gehalten. Tempo raus, Druck rein! Hardcore, Punkrock, Rock’n’Roll und Blues-Anleihen inklusive Saxophon- und Klaviereinlagen machen Songs wie „Crippled angel“, „Star of Baghdad“ und „Forever and always“ zur Liebesheirat zwischen Elvis, DEAD BOYS und SHEER TERROR. Jerrys Stimme wirkt durch das ausgereiftere Songwriting und die mächtigere Produktion noch eindringlicher. Wut und Bitterkeit statt Brutalität. Thematisch gibt es eine große Hafenrundfahrt durch das menschliche Elend: Suizid, Kinder- und Drogenmissbrauch, kaputte Beziehungen, Krieg. Hier wird tief in den Abgrund geguckt und es irgendwie ausgehalten. Allein die teils bluesige Stimmfärbung von Jerry setzt dem inhaltlichen Mindfuck ansatzweise etwas Versöhnliches entgegen.

Das Cover des Albums setzt nicht wie die Vorgänger auf die Darstellung von Gewalt und ist schlicht schwarzweiß mit blauer Schrift. Keine Songtitel oder Bandfotos auf dem Cover, nur auf der Rückseite einen Lexikoneintrag zum Begriff „Nihilismus“. Mit dem Nachfolger „We Must Burn“ von 1993 endet schließlich die kreative Schaffensphase dieses Line-ups, welches für mich das relevanteste der Band war, wobei „Blank Blackout Vacant“ den Höhepunkt in Sachen Melodie, Aggression und Druck darstellt. Spätestens hier wurde die vermessene Ansage des Debüts von 1986 erfüllt: „Kings Of Punk“. Für 2017 ist nach „Mating Walruses – A Video History“ von 1993 nun eine Doku von Mike Lastra mit dem schlichten Titel „Poison Idea“ geplant.

Daniel Schubert

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #132 (Juni/Juli 2017)

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