Interviews & Artikel : Duncan Redmonds (SNUFF, TOY DOLLS, GUNS N’ WANKERS, BILLY NO MATES etc.) :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

Duncan Redmonds (SNUFF, TOY DOLLS, GUNS N’ WANKERS, BILLY NO MATES etc.)

My Little Drummer Boy Folge 40

Seit Duncan Redmonds im Jahr 2009 einen Beitrag für mein Buch „We Call It Punk“ verfasst hat, war der singende Drummer von der britischen Insel mein Wunschkandidat für diese Rubrik. Nach nur acht Jahren Wartezeit ist es uns im Rahmen der diesjährigen TOY DOLLS-Tour nun endlich gelungen, uns zum Interview zu treffen und über seine vielfältigen musikalischen Projekte zu plaudern.

Duncan, hast du auch schon als kleiner Junge auf den Töpfen und Pfannen deiner Eltern getrommelt?

Na klar, Mann, das habe ich tatsächlich getan. Immer wenn meine Eltern am Sonnabend Einkaufen gegangen sind, habe ich alle möglichen Töpfe, Pfannen und Mixgeräte aus den Schränken geholt und Trommeln daraus gebaut. Ich habe drei Lagen Frischhaltefolie über die Töpfe gespannt und das waren dann meine Toms. Als Snare habe ich einfach eine Keksdose verwendet, weil die immer so schön gescheppert hat, und als Bassdrum musste eben der Fußboden herhalten. Das ging für lange Zeit gut, aber einmal haben meine Eltern mich doch erwischt und dann haben sie gesagt: „Es sieht so aus, als ob er das mag“. Sie hatten also schnell verstanden, dass ich viel mehr Spaß am Trommeln hatte als an anderen Dingen. Nur wenn ich mal wieder ein paar Holzlöffel zerbrochen hatte, wurde meine Mutter doch ärgerlich.

Wie lange hat es gedauert, bis du dein erstes richtiges Schlagzeug bekamst?

Ich bekam mein erstes Schlagzeug, als ich 14 war, aber meine erste Snare bekam ich schon zwei Jahre früher, weil meine Eltern mitbekommen hatten, dass ich in der Schule immer Trommeln wollte, aber zu Hause dafür irgendein Instrument zum Üben brauchte. Als ich diese Snare hatte, sparte ich mein ganzes Taschengeld und habe mir dafür eine High-Hat gekauft. Mit der Kombination aus High-Hat und Snare hat also alles angefangen. Meine Eltern erkannten, dass ich mit viel Einsatz bei der Sache war, und so bekam ich mit 14 als Geburtstags- und Weihnachtsgeschenk zusammen ein komplettes Schlagzeug geschenkt. Und ob du es glaubst oder nicht, auf diesem Schlagzeug spiele ich heute noch.

Waren deine Eltern oder Nachbarn nie von deiner Trommelei genervt?

Mein Vater war wirklich cool. Er musste morgens und abends arbeiten und hatte am Nachmittag frei. Mein Schlagzeug stand in meinem Zimmer und wenn ich nach der Schule anfing zu trommeln, saß mein Vater im Nebenzimmer, doch der Lärm hat ihn nicht gestört. Wir hatten nur einen Nachbarn, der davon wirklich genervt war. Der kam zu uns rüber und erkundigte sich, was das für ein Krach wäre. Mein Vater hat zu ihm gesagt: „Mein Sohn spielt Schlagzeug“, und hat einfach die Tür wieder zugemacht. Wir hatten zu Hause auch ein Klavier stehen und als kleiner Junge hatte ich mal Unterricht, aber ich war wohl zu jung, jedenfalls habe ich schnell gemerkt, dass das nicht mein Instrument war, und habe bei den Stunden ständig aus dem Fenster geschaut.

Welche Musik hast du gehört, als du anfingst zu trommeln?

Hauptsächlich Rock und Metal. Und natürlich mochte ich auch THE CLASH und SEX PISTOLS, aber die standen im Schrank immer noch hinter den Rock-Alben. BLACK SABBATH und AC/DC standen damals immer noch vorne im Regal. Und natürlich DEEP PURPLE, denn Ian Paice war immer mein Gott an den Drums. Ich kam also vom Rock, doch dann hat der Punk langsam die Oberhand gewonnen. Heute stehen die Metal-Platten hinten, und ganz hinten steht das Doppel-Live-Album von THIN LIZZY, aber immerhin ist es noch da. Ich habe damals natürlich noch nicht wirklich Platten gesammelt, weil ich mir ja nicht so besonders viele leisten konnte. Wir haben früher ja auch eher Tapes getauscht, wenn uns ein Album gut gefiel, aber wenn uns ein Album richtig gut gefiel, haben wir unser ganzes Geld gespart, um es kaufen zu können.

Bist du Autodidakt oder hattest du Schlagzeugunterricht?

Richtigen Unterricht habe ich nie genommen, aber ich hatte eine Unterrichtsstunde, als ich zwölf Jahre alt war. Mein Vater kannte einen Jazzdrummer und wollte wohl sehen, ob ich überhaupt Talent zum Trommeln hatte, bevor er Geld für ein Schlagzeug ausgibt. Das Urteil des Jazzdrummers lautete, ich hätte wohl Talent, würde aber viel zu laut spielen. Ich habe damals angefangen, Punkrock-Platten nachzuspielen, und war schon sehr früh der Drummer in unserer Schulband. Wir hatten ein paar eigene Stücke, haben jedoch vor allem Coverversionen von Rocksongs wie „Smoke on the water“ gespielt, aber so hatte ich wenigstens die Gelegenheit, überhaupt zu spielen. Als dann Anfang der Achtziger der Punk die Oberhand gewann, habe ich hauptsächlich Punk-7“s nachgespielt. Wenn ich mir diese Singles heute anhöre, kann ich kaum glauben, wie langsam die damals waren.

Wie kam es nach deiner Schulzeit zu deiner ersten Punkband?

In der Schule hieß unsere Band zunächst SIDEWINDER, dann für kurze Zeit EUPHORIA und dann für sehr kurze Zeit tatsächlich NIRVANA. Wir haben unter dem Namen leider nie einen Gig gespielt, das wäre schon lustig gewesen. Als ich aufs College ging, war ich dann in einer Blues-Band. Die spielten zwar relativ schnellen Blues, aber mir war das auf Dauer zu langweilig, weil ich doch lieber Punk machen wollte. Kurz vor meinem 18. Geburtstag bin ich dann nach London umgezogen und habe dort die Musiker meiner nächsten Band getroffen. Leider stieg unser Gitarrist relativ kurzfristig aus, so dass ich vom Schlagzeug zur Gitarre wechselte. Glücklicherweise hatte ich fast gleichzeitig neben dem Schlagzeugspielen auch angefangen, Gitarre zu lernen, auch wenn ich der Meinung bin, dass ich ein viel besserer Drummer als Gitarrist bin. Rhythmusgitarre klappte zwar ganz gut, aber das Schlagzeug fühlte sich für mich immer natürlicher an.

Wann kamst du auf die Idee, dass du neben dem Trommeln auch noch singen möchtest, was ja für einen Drummer recht ungewöhnlich ist?

Eigentlich wollte ich nie Leadsänger in einer Band sein, das hat sich einfach so ergeben. Ich wollte immer nur im Background singen und die „Ahhh“- und „Ohhh“-Chöre grölen, aber als ich mit Simon und Andy die erste Trio-Version von SNUFF gegründet hatte, stellte sich bald heraus, dass Simon nicht länger singen wollte. Wir hatten vorher eine Band mit dem Namen BUT JIM, MILLIONS WILL DIE, wo ich nur im Background gesungen hatte, aber nun wollte Simon sich auf die Gitarre konzentrieren und ich musste wohl oder übel den Gesangspart übernehmen.

Hast du manchmal das Gefühl, dass das Singen dein Schlagzeugspiel behindert?

Während ich singe, kann ich sowieso nur einen einfachen Beat spielen, so dass ich mir da nicht selbst in die Quere komme. Auf den Gesang folgt dann meistens irgendein Break, so dass der Fluss für mich ein ganz natürlicher ist. Bei einigen Rhythmen weiß ich schon vorher, dass ich darauf nicht singen kann, weil ich mich ganz auf den Beat konzentrieren muss. Aber grundsätzlich kann man wohl sagen, dass Drummer, die singen, eher die einfachen Rhythmen bevorzugen. Das liegt auch daran, dass Singen sehr anstrengend ist und ich wirklich viel Energie dafür brauche. Das ist schon fast wie ein Workout-Programm, wo du drei Minuten Power gibst und das nach einer kleinen Pause noch mal wiederholst. Bei den TOY DOLLS ist das natürlich toll, weil ich da nur die Chöre zu singen habe und nicht für den Leadgesang zuständig bin. Bei meiner eigenen Band muss ich natürlich auch zwischen den Songs viel präsenter sein, die Ansagen machen und alles zusammenhalten.

Schreibst du deine Songs meist allein oder ist da die ganze Band gefragt?

Am liebsten habe ich es, wenn die ganze Band an den Songs beteiligt ist. Meine Idealvorstellung ist, wenn wir uns einmal in der Woche zum Proben treffen, dass einer eine gute Idee hat und die ganze Band arbeitet den Song dann zusammen aus. Da kann jeder gleich sagen, was ihm gefällt oder was er nicht mag. So hat man immer ein sehr direktes Feedback, und weil bei unseren Proben sowieso viel geredet wird, ist das für mich ein ganz natürlicher Vorgang. Meistens ist zuerst die Melodie da und dann werden die Texte hinterher an die Musik angepasst, wobei ich auch bei den Texten immer gern mit den anderen zusammenarbeite. Ich schreibe ungern für mich allein, sondern mag es, wenn die anderen auch ihren Teil zu den Texten beitragen. Das war schon von Anfang an so, ob beim ursprünglichen Trio-Line-up oder bei den heutigen SNUFF.

Wie schaffst du es bei den ganzen Bands, in denen du aktiv bist, den Überblick zu behalten?

Ach, das ist gar nicht so schwer. Zuerst waren da SNUFF, die sich 1991 auflösten, und danach gab es GUNS N’ WANKERS für vier Jahre, bis sich SNUFF 1994 mit geändertem Line-up reformierten. Das war eigentlich eine ganz andere Band, mit viel mehr Keyboards und Bläsern als bei der Originalbesetzung. BILLY NO MATES und DUNCAN’S DIVAS kamen ja erst viel später, als SNUFF nicht mehr so aktiv waren, und bei den TOY DOLLS spiele ich jetzt seit 2006. Es hängt einfach davon ab, wie ich meine Prioritäten setze, und das klappt im Moment sehr gut.

Wann hast du begonnen, dich für Japan zu interessieren?

Es muss so um 1991 herum gewesen sein, als ich Japan für mich entdeckte. Ich hatte irgendwie so eine romantische Vorstellung von dem Land. Die Frauen waren toll, ich mochte dieses Samurai-Image und die Kamikaze Geschichten waren spannend. Für ein Mädchen, das ich damals kennen gelernt hatte, habe ich sogar ein japanisches Kinderlied auswendig gelernt. Als wir dann mit SNUFF das erste Mal in Japan gespielt haben, war das ein echter Kulturschock für mich. Alles war total anders als in Europa und ich habe mich richtig in dieses Land verliebt. Diese ganz besondere Lebenseinstellung und diese Kultur haben mich wirklich umgehauen. Da kannst du deine Brieftasche verlieren und bekommst sie tatsächlich voll wieder zurück. Heutzutage vielleicht mit etwas weniger, haha. Natürlich liebt man nicht alle Aspekte an einer anderen Kultur und Arschlöcher gibt es auch überall, aber grundsätzlich war ich von Japan begeistert. Bei den Gigs in Japan wird man unglaublich gut behandelt, das steht absolut im Kontrast zu dem, was man in England oder Amerika so erlebt. In England muss man ja schon froh sein, wenn man in einem Club überhaupt auftreten darf. Da ist von einem respektvollen Miteinander zwischen Veranstalter und Band gar nicht die Rede, während man in Japan sehr zuvorkommend behandelt wird.

Sprichst du mittlerweile gut japanisch?

Ja, ein kleines bisschen. Meine Frau ist Japanerin und wir haben 1994 geheiratet, so dass ich von Jahr zu Jahr immer ein bisschen mehr Japanisch gelernt habe. Aber die Sprache ist wirklich sehr schwer und das macht es nicht immer einfach, Fortschritte zu machen. Bei einem normalen Gespräch mit Japanern verstehe ich ungefähr die Hälfte, aber wenn sie schnell sprechen, gar nichts mehr. Ich glaube auch, dass es grundsätzlich gut ist, wenn man in jedem Land, das man besucht, wenigstens „Hallo“ und „Guten Tag“ in der jeweiligen Landessprache sagen kann. Für einen guten Witz ist es auch immer hilfreich, wenn man ein paar blöde Wörter wie zum Beispiel „Fuck off“ in der Landessprache parat hat.

Wieso gibt es von BILLY NO MATES eigentlich eine englische und eine japanische Besetzung?

Das ergab sich, als ich im Alleingang das Album „We Are Legion“ aufgenommen hatte. Alle befreundeten Musiker hatten andere Dinge zu tun und keine Zeit für die Aufnahmen. Also hatte ich beschlossen, alles selbst zu machen. Später kam der alte SNUFF-Manager zu mir und schlug mir ein paar Musiker vor, damit BILLY NO MATES auch live auftreten können. Bloß war ich von seinen Vorschlägen nicht begeistert, denn ich hatte für die Band andere Musiker im Kopf. Leider waren BILLY NO MATES einfach nicht bekannt genug, um in Übersee zu touren, die Reisekosten für die ganze Band wären viel zu hoch gewesen. Das wäre ein finanzielles Desaster geworden und so brauchte ich eine zweite Besetzung vor Ort, um allein nach Japan fliegen zu können. Zwei Mitglieder der japanischen BILLY NO MATES kannte ich schon von der Japantour mit SNUFF. Ken Yokoyama, der Gitarrist, und Maco, der zweite Gitarrist, waren gute Freunde und die haben den Rest der Band zusammengestellt. Es gab auch noch eine amerikanische Version von BILLY NO MATES für genau einen Gig und mit diesem Line-up habe ich sogar zwei Songs aufgenommen, die jedoch immer noch unveröffentlicht sind. Ich habe einfach immer viel Spaß daran, mit unterschiedlichen Musikern zu spielen. Die Chemie untereinander ist immer eine andere, auch wenn dieselben Songs gespielt werden.

Weißt du bei einem neuen Song eigentlich gleich, für welche Band er gedacht ist?

Meistens merke ich es sehr schnell, wenn ein neuer Song zu blödsinnig ist für SNUFF. Wenn es zu sehr nach Comedy klingt, ist es kein SNUFF-Song, aber wenn ein Song flott ist und eine schöne Melodie hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es ein SNUFF-Song wird. Ich habe das nach all den Jahren gut im Gefühl, welcher Song für welche Band am besten passt. Manchmal kommt es allerdings auch vor, dass die anderen Jungs ein Stück nicht mögen oder mit einer Idee nichts anfangen können und dann weiß ich, dass die Nummer auf den Haufen unfertiger BILLY NO MATES-Songs wandern wird. Ich habe also nie ein Problem damit, wenn jemand einen Song nicht mag, weil ich ihn dann einfach woanders unterbringe.

Gibt es bei den vielen Alben, die du aufgenommen hast, eines, das dir besonders am Herzen liegt?

Das ist wirklich schwer zu sagen, weil ja jedes Album in einer bestimmten Stimmung entstanden ist. Ich habe schon Platten aufgenommen, wenn es mir wirklich beschissen ging, und habe die Platte dann über Jahre hinweg – aus völlig unlogischen Gründen – nicht leiden können. Und nach zehn Jahren entdeckt man dann, dass die Platte eigentlich doch großartig war. Ich habe eigentlich auf jeder Platte versucht, mein Bestes zu geben, aber zwei möchte ich doch herausstellen. Die eine ist mein „Collaborations“-Album „Bubble And Squeak“, auf das ich wirklich sehr stolz bin, weil einfach unglaublich viel Arbeit darin steckt, die mir sehr viel Spaß gemacht hat. Und dann ist da noch das erste Album von DUNCAN’S DIVAS, „Sticks Up Girls“, das mir sehr gut gefällt, weil ich damals viel Zeit im Studio hatte und alle Songs perfekt ausarbeiten konnte. Das Schlagzeug war aufgebaut, und wenn ich morgens ins Studio kam, war alles noch genauso, wie ich es am Vortag verlassen hatte, so dass ich genau da weitermachen konnte, wo ich aufgehört hatte. Das war ein sehr entspanntes Arbeiten, und wenn ich mal bei einem Stück nicht weiterkam, habe ich es liegen lassen und einfach das nächste aufgenommen. Ich liebe auch das erste SNUFF Album, während ich mit dem zweiten nicht so glücklich bin, obwohl gerade das wiederum vielen Leuten gut gefällt. Eigentlich mag ich alle Alben, bei denen die Songs live eingespielt wurden.

Wo siehst du bei dir den größten Unterschied zwischen Live-Performance und Studioarbeit?

Das sind zwei völlig verschiedene Dinge. Eigentlich mag ich die Arbeit im Studio nicht besonders, weil man meistens nur ein paar Tage Zeit hat und innerhalb dieser Frist ein perfektes Ergebnis abliefern muss. Das kann einen schon ganz schön unter Druck setzen. Wenn alle ihre Hausaufgaben gemacht haben, macht es aber auch im Studio Spaß, an den neuen Songs zu tüfteln und sie perfekt einzuspielen. Am liebsten spiele ich im Proberaum, wo es laut, chaotisch und unordentlich ist, aber live zu spielen ist natürlich auch toll, denn dafür machen wir ja schließlich Musik.

Gibt es Drummer, die dich im Laufe der Jahre beeinflusst haben?

Hauptsächlich waren das Rat Scabies von THE DAMNED und natürlich Ian Paice von DEEP PURPLE. Bei Rat Scabies war ich immer begeistert von dieser Energie, mit der er seine Becken bearbeitet hat. Kaum jemals auf der High-Hat, aber immer mit Vollgas auf den Becken. Das war genau sein Ding. Topper Headon mochte ich auch gerne, obwohl der immer ein bisschen nachlässig spielte. Das tat er allerdings auf eine sehr sympathische Weise.

Machst du irgendwelchen Sport, um fit zu bleiben?

Immer wenn ich Zeit habe, spiele ich so viel Tischtennis wie möglich. Tischtennis ist ein unglaublich schneller Sport und das ist gut für meine Reflexe. Das hält mich fit und ich bin ganz gut darin, auch wenn ich keine Wettkämpfe bestreite.

Wie sind deine musikalischen Pläne für die Zukunft?

Ich habe noch so viele Ideen, die ich gern realisieren möchte, aber ich bin leider sehr faul. Ich habe die Aufnahmen für die nächsten Alben eigentlich schon abgeschlossen, aber wenn es darum geht, etwas zu veröffentlichen, bin ich wirklich träge. Musik machen und aufnehmen ist toll, nur was das Business betrifft, bin ich eine echte Niete. Ich hoffe aber, dass ich die eingespielten Sachen in Zukunft noch rausbringen werde. Außerdem würde ich gern mehr Akustiksachen machen und nur mit Gitarre live auftreten. Mit DUNCAN’S DIVAS wird es auch weitergehen, weil ich die Band sehr mag, demnach bleibt eigentlich alles beim Alten. Keine Überraschungen also, sondern immer nur „the same old shit“.

Christoph Lampert

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #132 (Juni/Juli 2017)

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