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Interviews & Artikel

Iggy Pop

Alles Gute zum Siebzigsten!

Am 21. April 2017 ist Iggy Pop siebzig Jahre alt geworden und blickt auf ein bewegtes Leben zurück. „Ich denke, ich habe die Sixties ausradiert“, sagte Iggy Pop einmal in einem Interview über sich und seine Band THE STOOGES. Auf dem selbstbetitelten Debütalbum der STOOGES von 1969, welches von John Cale (THE VELVET UNDERGROUND) produziert wurde, schreit der damals 22-Jährige seine Langeweile, Perspektivlosigkeit und pure Lust an der Selbstzerstörung heraus und etabliert damit einen Spirit konträr zum einlullenden Zeitgeist der Woodstock-Euphorie. Es war die Geburtsstunde des Proto-Punk in den USA und THE STOOGES waren zusammen mit MC5 so etwas wie ihr Nukleus. Detroit or hell.

Der zweite Song von diesem Album, „I wanna be your dog“, ist wohl einer der eindringlichsten Songs der STOOGES und irgendwie eine Art Lebensmotto von Iggy Pop in der ersten Schaffensphase seines Lebens: Brenne innerlich und lasse die Welt daran teilhaben. Oder in den Worten von Neil Young: „It’s better to burn out than to fade away“. Dabei ist dieser Songtitel aus einem „Missverständnis“ entstanden. Iggy Pop, damals schon großer Blues-Fan, hörte den Muddy Waters-Song „Baby, please don’t go“ mit der Textzeile „Before I be your dog“, doch er verstand: „I wanna be your dog“, und die Idee gefiel ihm. In „I wanna be your dog“ geht es um emotionale Verzweiflung, sich an den Punkt zu bringen, an dem er bereit ist, Kompromisse einzugehen, um sich (emotional und sexuell) zu unterwerfen. Dieser Song beinhaltet auch eine gewisse Symbolik. Beim Schreiben hat Iggy Pop nach eigenem Bekunden an brennend heißen Wüstensand gedacht, zudem gibt es noch das Motiv der Flucht, also die Vorstellung, Liebe und Sex als eine Art Flucht zu betrachten. „Wenn du an nichts denken und einfach loslassen willst“, wie er mal in einem Interview sagte.

Nach über zwanzig Alben mit den STOOGES und ähnlich vielen als Solokünstler, zuletzt erschien 2016 „Post Pop Depression“, ist Iggy Pop nicht nur der Elder Statesman in Sachen Punk, sondern, wie sein alter Freund David Bowie es immer war, ein Mann mit dem nötigen Geschmack für den relevanten Dresscode. Jenseits der Bühne trägt er ab und an auch Oberkörperbekleidung, was dazu führte, dass er auch als Modeikone gilt. So hat das brasilianische Brillenlabel Eyewear Iggy Pop nach São Paulo einfliegen lassen, um ihn auf der São Paulo Fashion Week eine riesige Sonnenbrillen-Skulptur mit einem Zepter zerstören zu lassen. Dazu wurde er vom Modelabel Chilli Beans eingeladen, deren Punk- und Glam-Kollektion zu präsentieren. Iggy Pop war und ist stets auf der Jagd nach Emotionen: ungefiltert, roh, plakativ und zu Beginn auch selbstzerstörerisch. Auf die Frage, was seine Performance antreibt, sagt er: „Ich bin hungrig nach Emotionen. Ich verzehre mich ständig danach. Ich brauche Liebe und Aufmerksamkeit von anderen. Das treibt mich an.“

Iggy Pop ist aber auch der zuverlässige, desillusionierende, selbstironische und poetische Chronist des zeitgenössischen Amerika. Sein Konzeptalbum „American Caesar“ (1993) entwarf 23 Jahre vor Donald Trump ein Bild des dekadenten Amerikas in Anlehnung an Edward Gibbons klassische historische Studie „Verfall und Untergang des Römischen Reiches“. Auf Alben wie „Avenue B“ (1999) oder „Préliminaires“ (2009) wendet Iggy Pop sich dem Jazz und dem Chanson zu, was bei langjährigen Fans durchaus für Verstörung sorgte. Und Iggy Pop blickt auf eine prägende Zeit in Berlin zurück, gemeinsam mit David Bowie. Dem Zeit-Magazin verriet er 2016 in einem Interview rückblickend, dass ihm diese Zeit nicht gutgetan habe: „Damals änderten sich die Stadt und auch die Leute. Von einem auf den anderen Tag war Berlin mit Drogen überflutet, und ich habe dann nicht immer die besten Entscheidungen getroffen. Machen wir es kurz: Ich kam kerngesund nach Berlin und ging als Wrack.“ Aber nichts konnte und kann den durchtrainierten Körper, „The most famous torso in rock“, wie er mal genannt wurde, und seinem entwaffnenden Lachen mit den gebleichten Zähnen etwas anhaben. Iggy Pop war und ist eine Galionsfigur des Punk und exakt aus diesem Grund war er im Mai 2017 Headliner des renommierten Punk Rock Bowling Festivals in Las Vegas. Alles Gute, Iggy, I wanna be your dog!

Markus Kolodziej

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #132 (Juni/Juli 2017)

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