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Interviews & Artikel

CLOWNS

So eine Art Punkrock-Zumba

2013 erschien mit „I’m Not Right“ das erste Album der CLOWNS aus Melbourne, 2015 dann „Bad Blood“ und 2016 wurde allmählich auch in Europa von ihnen Notiz genommen, als This Charming Man Records die 2015er-Platte hierzulande auflegte. Doch seit der Tour im April und der jetzt im Sommer sowie dem dritten Album „Lucid Again“ gibt es kein Halten mehr: Hammer-Album zwischen Hardcore-Punk und Psychedelic, extrem mitreißende Shows, schon lange keine so packende Live-Band mehr erlebt. Sänger Stevie und Drummer Jake saßen mir deshalb im August im Backstageraum des Kölner Sonic Ballroom gegenüber.

Viele Musiker in Melbourne sind „Zugereiste“, so wie es in Berlin kaum „echte“ Berliner gibt. Wo kommt ihr her?

Stevie: Tatsächlich sind wir beide in Melbourne geboren. Du hast recht, Melbourne ist so was wie das Äquivalent zu Berlin. Kaum jemand dort ist da aufgewachsen, und wenn doch, ist er meist etwas seltsam, haha. Wir beide jedenfalls kommen aus Melbourne und sind seit unsere Jugend Teil der Livemusik-Community.

Spielt das eine Rolle, Einheimische versus Zugezogene?

Jake: Nein, ich denke nicht. Jeder, der nach Melbourne kommt, hat dafür gute Gründe. Den einen interessiert die Kunst- und Kulturszene, den anderen die Musik, aber diese Szenen sind in Melbourne so groß wie in keiner anderen australischen Stadt. In anderen Städten gibt es so was ansatzweise, in wenigen Stadtteilen, aber nirgends so flächendeckend. Melbourne ist in dieser Hinsicht in Australien einzigartig. Wer nach Melbourne kommt, will also genauso bewusst Teil dieser Szene sein wie wir, die wir dort geboren wurden. Und das ist auch der Grund, warum wir dableiben wollen.

Stevie: Es gibt gewisse Unterschiede zwischen dem Norden und Süden der Stadt, was manchmal etwas übertrieben dargestellt wird. Wir kommen aus dem Süden, wo sich der größte Teil des Nachtlebens abspielt, in St. Kilda und Prahran. Das ist unsere Heimat, da haben wir früher sehr viele Konzerte gespielt, in Läden, in die wir anfangs nur mit gefälschten Ausweisen reinkamen, haha. Der Südteil ist mittlerweile aber eher für elektronische Musik, für Dance Music relevant – Musik, die in Melbourne insgesamt eine große Rolle spielt, aber mit dieser Szene haben wir nichts zu tun. Im Norden der Stadt spielt sich eher unsere Musik ab, Gitarrenmusik, die Livemusik-Szene, die Kunstszene.

Früher war das anders – Gentrifizierung ist das Stichwort, oder?

Jake: Es ist schlimm. Mittlerweile betrifft das auch immer mehr den Norden, also da, wo die Livemusik-Szene ist. Immer mehr Leute ziehen da hin, mit der Folge, dass sich alteingesessene Clubs, die seit vierzig Jahren existieren, plötzlich mit Klagen wegen Lärmbelästigung rumschlagen müssen.

Stevie: In St. Kilda lief das wohl genauso. Das war in den Siebzigern und Achtzigern das Zentrum der Live-Szene, da lebten die ganzen Musiker, doch heute muss man schon wirklich sehr reich sein, um sich da auch nur ein kleines Apartment leisten zu können. Das „Espie“, eine Ikone der australischen Musikkultur, spielt als Livemusik-Venue keine Rolle mehr, ebenso der Prince Bandroom, wo einst unzählige Punk-Gigs stattfanden, wo THE BIRTHDAY PARTY spielten. Das ist heute eigentlich nur noch ein Nightclub, nur sporadisch spielen da mal Bands – vor einer Weile etwa REFUSED. Und jetzt, da sich in den letzten paar Jahren die Gentrifizierung auch im Norden ausbreitet, weichen die Menschen in den Westen der Stadt aus, nach Footscray, Kensington und so. Da siedeln sich jetzt neue Live-Venues an, Labels, und so weiter. So war da eben schon immer: Wenn die Mieten zu hoch werden, ziehen die Kreativen weiter – jene Menschen, die dazu beigetragen haben, dass ein Stadtteil überhaupt erst attraktiv wird.

Wie wichtig war es für euch als Band, eine Umgebung zu haben, in der häufige Auftritte möglich waren? Bands in isolierteren Regionen sind da klar benachteiligt.

Jake: Du hast recht, wir können uns glücklich schätzen, aus Melbourne zu kommen. Wir konnten von Anfang an in vielen verschiedenen Venues in verschiedenen Stadtteilen spielen. Wenn es man wirklich darauf anlegt, könnte man mehrere Konzerte pro Woche spielen und es sich dennoch nicht mit den Veranstaltern verderben. Zumindest war das bei uns früher so, mittlerweile können wir das nicht mehr bringen, dafür sind wir zu bekannt geworden. Damals war das super, wir waren jung und wollten nichts anderes tun, als auf einer Bühne zu stehen, vier Abende die Woche.

Damals wart ihr jung ...? Wie alt seid ihr jetzt?

Jake: Haha, 26. Ich rede von der Zeit so um 2010. In Australien zu touren ist etwas ganz anderes, als Konzerte in Melbourne zu spielen, du fährst ewig zwischen den Shows. In Brisbane oder Adelaide gibt es nicht so viele Clubs, da kannst du in deiner eigenen Stadt nicht so oft spielen.

Stevie: Sowieso liegt Melbourne einfach sehr praktisch. Von Adelaide aus nach Westen ist nichts, da kannst du nur nach Melbourne fahren. Und mit Brisbane ist es genauso, da kommen Richtung Norden nur noch ein paar Urlaubsorte. Wir dagegen können nach Westen und Osten fahren oder fliegen, oder wir nehmen die Fähre nach Hobart in Tasmanien und spielen da eine Show. Also die geografische Lage hat uns schon geholfen. Als wir mit achtzehn die Band gründeten, hatten wir alle Möglichkeiten, im Gegensatz zu befreundeten Bands aus irgendwelchen Käffern im Busch – die mussten erst mal nach Melbourne ziehen, um mit ihrer Musik weiterzukommen.

Wenn man mit achtzehn eine Band gründet und nicht erst als Student mit Anfang, Mitte zwanzig, dann ist man noch sehr davon abhängig, was die Eltern von der ganzen Sache halten. Wie war das bei euch? Hattet ihr am Ende „Punkrock-Eltern“?

Jake: Oh, darüber könnten wir jetzt stundenlang reden, hahaha.

Stevie: Unsere Eltern sind echt nett, wir hatten eine schöne Kindheit und Jugend, aber sie sind nicht gerade Punkrock-Moms und -Dads

Jake: Sie waren sehr besorgt, sagten, wir sollten doch besser studieren, als uns um unsere Band kümmern.

Stevie: Ja, es gab da eine gewisse Verwirrung angesichts unseres Tuns. Doch mittlerweile bekommen die ja mit, dass wir durchaus einen gewissen Erfolg haben. Wenn ich meiner Mom ein Snapchat-Foto von mir vor tausenden Leuten auf der Bühne des Punk Rock Holiday in Slowenien schicke, dann weiß sie, dass das mit dem Punkrock doch eine gute Idee von mir war. Und klar gab es Druck, wir sollten uns einen Job besorgen oder zur Uni zu gehen, und wir haben auch in der Hinsicht Versuche gemacht, aber letztlich war die Musik wichtiger.

Jake: Unsere Eltern wissen jetzt, dass wir keine Versager, keine totalen Fuck-ups sind.

Stevie: Aber du musst ein totaler Fuck-up sein, um in einer Band zu spielen, haha. Das ist eine Grundregel.

In Australien, speziell in Großstädten wie Melbourne, ist das Leben sehr teuer. Wie kommt ihr über die Runden?

Stevie: Also in wirtschaftlicher Hinsicht ist die Entscheidung für eine Karriere als Musiker sicher nicht besonders klug. Aber der Mindestlohn in Australien ist recht hoch, und mit einem Nebenjob kommen wir über die Runden und können es uns erlauben, zweimal im Jahr in Europa auf Tour zu gehen. Wir leben bescheiden und kommen klar.

Jake: Tagsüber haben wir ganz normale Jobs und abends spielen wir verrückte Punkshows. Und wir haben keine hohen Ansprüche, sind genügsam.

Apropos verrückte Shows: Eure Auftritte sind extrem energiereich und mitreißend – so was hat oft damit zu tun, dass eine Band wirklich viel live spielt und entsprechend eingespielt ist. Stimmt ihr dem zu?

Stevie: Ja, aber so war das nicht immer. Anfangs waren wir eben nur ein paar achtzehnjährige Kids, die auf die Gitarre eindroschen und wild irgendwelche Schimpfwörter rumbrüllten. Mit mehr Übung wird man dann etwas besser. Heute ist es so, dass ich an manchen Abenden denke, dass es eine etwas entspanntere Show wird, und ich es mal lockerer angehe, nur 70% oder so gebe. Verblüffenderweise kommen dann selbst nach solchen Shows Leute an, um mir zu sagen, wie wild ich gerade abgegangen wäre und wie super das sei. Dabei kam mir das gar nicht so vor ...

Irgendwas habt ihr an euch, das die Menschen mitreißt, sie dazu bringt sich zu bewegen. Bei der Show im Juli in Dortmund beispielsweise war ich verblüfft, wie ihr alle mitgerissen habt.

Jake: Wir waren selbst überwältigt, wie voll es war, als wir auf die Bühne kamen.

Stevie: Ich habe oft das Gefühl, dass die Menschen sich durchaus bewegen und mitgehen wollen, sie aber gehemmt sind. Es sind aber immer mindestens zehn Leute da, bei denen ich von der Bühne aus erkenne, dass sie bereit sind mitzugehen, und die versuche ich dann einzubeziehen, vor die Bühne zu kriegen. Dann springe ich runter, wir schubsen uns hin und her, und mit etwas Glück machen erst die mit und dann andere aus dem Publikum. Wahrscheinlich habe ich über die Jahre einfach gelernt, wie man die Leute am Nacken packt und motiviert. Und wenn sich mal gar nichts tut, springe ich einfach mitten ins Publikum, so müssen sich die Leute bewegen, mich auffangen, damit ich mir nicht das Genick breche, und vielleicht geht dann was.

Jake: Das hat immer etwas mit Gruppendynamik zu tun: Wenn sich einer bewegt, bewegen sich auch andere.

Stevie: Und es hat was mit Empathie zu tun. Ich verlasse mich darauf, aufgefangen zu werden, wenn ich mich von der Bühne fallen lasse.

Welche Bands haben euch dazu animiert, selbst in einer Band spielen zu wollen?

Jake: Eine australische Band, die uns beide zu Punkrock gebracht hat, sind FRENZAL RHOMB, die „australischen NOFX“. Die sind in Australien die größte echte Punkband. THE LIVING END waren für mich auch wichtig, als ich jung war. Und zu der Zeit, als wir die Band gründeten, mochte ich die HARD-ONS sehr, die MEANIES ...

Stevie: ... die SAINTS. Meine erste „Punk-Erfahrung“ war, als mein Vater mich zu einem THE OFFSPRING-Konzert mitnahm. Das war 2001 im Sydney Entertainment Center. Da hatten die gerade „Americana“ veröffentlicht und ich war zehn. Das war der Moment, als mein Hirn mit Punkrock vergiftet wurde. Und vor zwei Tagen haben wir nun in Slowenien zusammen mit THE OFFSPRING gespielt. Das war ein besonderer Moment, wobei es schon etwas befremdlich war zu sehen, das offensichtlich das einzig Mitglied, das schon die Pubertät hinter sich gelassen hat, Sänger Dexter Holland ist. Der Rest der Band waren irgendwelche Sessionmusiker.

CLOWNS werden generell als Punk/Hardcore-Band angesehen, aber gerade euer neues Album hat diese markanten Psychedelic-Elemente und teils recht lange Songs. Wie kam das? Ich finde, das ist, als ob man ein Gericht serviert bekommt, das einen mit einer unerwarteten Geschmacksnote überrascht, die sich dann als sehr lecker erweist.

Jake: Das war gerade eine der netteren Beschreibungen davon, was wir mit diesem Album zustande gebracht haben. Danke!

Stevie: Ich weiß auch nicht, wo dieses Psychedelic-Element diesmal herkam. Wir hören so viel verschiedene Musik, lassen uns von so vielen verschiedenen Bands beeinflussen. Als wir das Album schrieben, fanden wir, dass dieses Psychedelische ihm einen interessanten Touch verleihen könnte. Wir haben seit dem Release von vielen zu hören bekommen, dass sie so eine Mischung bislang nicht kannten, und das ist wirklich schmeichelhaft. Heute mischt ja jeder alles mit allem, die Leute behaupten in Interviews alles Mögliche, etwa dass sie Sixties-Garage mit Eighties-Hardcore mischen. Mir gefällt, dass geschrieben wurde, wir würden diese beiden Stile ohne jede Nostalgie kombinieren und dabei neu und erfrischend klingen. Ich frage mich jetzt nur, wie wir diesem Anspruch weiterhin gerecht werden sollen, denn was wäre, wenn wir dieses psychedelische Element bei der nächsten Platte wieder verlieren?

Jake: Wir alle in der Band mögen die unterschiedlichste Musik und wir haben keine Angst davor, einfach etwas Neues auszuprobieren oder Fans zu verlieren. Was wir veröffentlichen, ist exakt das, was wir machen wollten. Und wenn du als Musiker das tust, wird das immer so rüberkommen, dass du dein Bestes gegeben hast. Bei diesem Album war es nun so, dass wir eine Obsession für Phaser-Effekte, Delays und Wah-Pedals entwickelt haben. Wir lernen als Musiker eben ständig neue Tricks.

Stevie: Und wir hatten keine Scheu davor, mit langen Instrumental-Jams zu arbeiten, die ja in der Punk-History nicht übermäßig prominent vertreten sind. Irgendwer sagte, wir hätten schon Neuland betreten, indem wir eine Punkplatte mit neun Songs in 43 Minuten veröffentlichten, aber in diesen Kategorien dachten wir gar nicht. Wir haben einfach nur Musikstile vermischt, die wir mögen, und das in einer Art, von der wir dachten, dass es passt. Manchen gefällt das, anderen nicht, und ja, die längeren Songs brauchen etwas länger, bis man sie mag, finde ich. Aber spätestens dann, wenn man sie live hört, „klickt“ es. Wenn jemand sie nicht mag, dann sind dessen Ohren vielleicht nicht offen genug für Neues.

So wild, wie ihr spielt, haben Zweiminüter auch den Vorteil, dass man das auf der Bühne durchhält. Aber neun Minuten ...?

Stevie: Das ist der Grund, weshalb keiner von uns übergewichtig ist. Wir sind ziemlich fit und gesund durch das Spielen neunminütiger Punkrock-Songs, haha.

Jake: Wir können eine Menge Junkfood essen und arbeiten das dann einfach ab.

Stevie: Unsere Shows sind so eine Art Punkrock-Zumba.

Jake: Und wir erwarten auch nicht, dass die Leute bei einem neunminütigen Song die ganze Zeit voll durchdrehen.

Wie anstrengend ist es für dich als Drummer, so einen langen Song zu spielen?

Jake: Ich betrachte das als Herausforderung. Aber um ehrlich zu sein, ist es schon sehr anstrengend, solche Songs zu spielen, wenn man in einem total heißen Punkrock-Squat spielt. Bei fünfzig Grad ist das ein echter Kampf. Stevie und ich haben definitiv den schweißtreibendsten Job in der Band.

Welche Rolle spielt die Besetzung der Band in der jetzigen Situation?

Stevie: Das gegenwärtige Line-up steht seit Anfang 2017. Im Laufe der Jahre sind einige Leute gekommen und gegangen. Jake und ich sind von Anfang an dabei. Wir wurden schon gefragt, ob die neue Besetzung auch was mit der Veränderung des Sounds der Band zu tun hat, aber das ist nicht der Fall. Die Platte hätte so oder so so geklungen. Das aktuelle Line-up ist das lauteste und stärkste, das wir je hatten, mit zwei Gitarren und zwei Sängern.

Jake: Jeder in der Band ist sehr gut an seinem Instrument. Vor allem aber: Wir kommen sehr gut miteinander klar und haben sehr viel Spaß.

Euer Booker Tom ist überzeugt, dass ihr die beste Band der Welt seit. Habt ihr einen Plan für eure Zukunft?

Stevie: Klar sind wir die beste Band, haha! Tja, und das mit dem Plan? Ich hatte die letzten Wochen damit zu kämpfen, dass ich mir Gedanken gemacht habe, dass ich ja eigentlich schon sehr viel mit dieser Band erreicht habe von dem, was ich erreichen wollte. Wir touren in Europa, haben auf all den großen Festivals gespielt, auf denen ich immer schon mal spielen wollte. In Australien waren alle Venues, in denen wir aufgetreten sind, ausverkauft oder zumindest richtig voll – alles Clubs, in denen wir, als wir die Band gegründet haben, unbedingt mal spielen wollten. Wir sind jetzt also dabei, uns neue Ziele zu suchen. Ich habe mir also viele Gedanken gemacht, was ich wirklich als Nächstes erreichen will und ob ich zufrieden bin mit dem, wo wir als Band stehen. Es heißt ja immer, dass sich die Geschichte wiederholt, und so werden wir jetzt wohl einfach noch ein paar Platten machen, die den Leuten hoffentlich auch wieder gefallen werden. Wir werden nun in größeren Venues spielen, mehr Leute werden zu den Shows kommen, auf Festivals werden wir spätere Slots bekommen.

Jake: Stevie und ich kennen uns, seit wir fünfzehn sind und zusammen auf der Highschool waren. Wir gingen zusammen auf Festivals, um die Bands zu sehen, die wir lieben. Wir haben immer davon geträumt, auch mal da oben zu stehen. Für uns ist mit dieser Band ein Traum wahr geworden: Wir machen jetzt genau das, was wir immer machen wollten. Aber wir setzen uns keinesfalls unter Druck. Wir sind einfach glücklich, wie es gerade läuft. Und das alles, ohne dass wir dabei pleite gehen. Es ist einfach gut!

Stevie: Als Nächstes steht nun an, auch die größeren, kommerzielleren Festivals in Angriff zu nehmen. Das war nie unser Plan, aber es zeichnet sich jetzt einfach ab, dass das funktionieren kann. Gleichzeitig haben wir uns auch bewusst entschieden, dass wir unseren Wurzeln treu bleiben wollen. Wir haben keine Lust auf Konzerte mit Bouncern und großen Barrikaden vor der Bühne. In Australien haben wir selbst die Kontrolle darüber, hier in Europa vertrauen wir unserem Booker Tom und Chris von This Charming Man Records.

Jake: Ich habe ja selbst schon oft genug erlebt, wie es ist, wenn Bands, die man seit langem verfolgt, plötzlich in größeren Clubs spielen vor einem Publikum, das sich vorher nicht für sie interessiert hat bin. Das verändert den Vibe eines Konzertes total.

Wenn das eine Album gerade erschienen ist, haben Bands meist schon Pläne für die nächste Platte. Wie sieht’s aus?

Jake: Ja, nächstes Jahr kommt eine neue Platte. Und das sage ich mit viel Selbstvertrauen, denn wir haben noch keinen einzigen neuen Song geschrieben.

Joachim Hiller

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #134 (Oktober/November 2017)

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