Interviews & Artikel : SCIATIC NERVE :: ox-fanzine.de

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Interviews & Artikel

SCIATIC NERVE

Unter Freunden

„Supergroup“ ist ein Superlativ, aber in Ermangelung eines besseren Begriffs belassen wir es dabei, um SCIATIC NERVE zu beschreiben, die gerade ihre erste Platte veröffentlicht haben, auf Gunner Records aus Bremen. Hier trifft man auf Chris Matulich von NOTHINGTON, Tony Teixeira (Ex-NOTHINGTON, COBRA SKULLS), Luke Ray (SWINGIN’ UTTERS, ex-COBRA SKULLS) und Kyle Lindauer (WESTERN ADDICTION).

Chris, du warst bei ENEMY YOU, bist seit über zehn Jahre bei NOTHINGTON und jetzt bei SCIATIC NERVE. Was verbindet all deine Bands und Projekte, sowohl musikalisch als auch in ideeller Hinsicht?

Der rote Faden, der sich durch all diese Bands zieht, ist meine Liebe zur Musik und der Spaß am Songwriting. Und außerdem die Tatsache, dass Musik etwas ist, das ich am liebsten gemeinsam mit Freunden mache. Ich habe die Jungs von ENEMY YOU kennen gelernt, als ich 2001 nach San Francisco gezogen bin, da wusste ich noch nicht mal, wie man Bass spielt. Wir wurden gute Freunde und da sie noch einen Bassisten brauchten, fragten sie mich, ob ich nicht Interesse daran hätte es zu lernen. Zumal besonders David einfach mit Freunden Musik machen wollte, das war ihm wichtiger als die musikalischen Fähigkeiten. Diese Idee haben wir auf SCIATIC NERVE übertragen, mit dem einzigen Unterschied, dass in dieser Band die talentiertesten Musiker spielen, die ich kenne. Bei SCIATIC NERVE ist die Beziehung, die wir zueinander haben, wahrscheinlich wichtiger als bei jeder anderen Band, in der ich zuvor war, weil wir uns alle seit dem 14. oder 15. Lebensjahr kennen. Wir sind zusammen groß geworden und haben alle mal bei NOTHINGTON gespielt, jedoch niemals alle zur selben Zeit. Genau genommen ist diese Band aus Versehen entstanden, als ich mal bei einer Probe, die sie mit einer anderen Band hatten, vorbeigeschaut habe. Der Sänger von diesem Projekt, Devin von COBRA SKULLS, kam ungefähr eine Stunde zu spät, also fingen wir einfach, an Songs zu schreiben und zu spielen. Das hat uns so viel Spaß gemacht, dass wir beschlossen, es zu wiederholen. Wir sind dran geblieben und daraus wurde dann letztendlich SCIATIC NERVE.

Ihr seid alle auch noch in anderen Bands.

Wie schon erwähnt, bin ich schon lange bei NOTHINGTON. Tony Teixeira und Luke Ray haben auch mal dort gespielt, das war, als gerade unser zweites Album rauskam. Kyle Lindauer war für ein paar Touren als Bassist dabei. Tony und Luke stiegen kurz danach bei COBRA SKULLS ein und als diese sich auflösten, setzte Luke sich bei SWINGIN’ UTTERS hinters Schlagzeug und Tony ging zu WESTERN ADDICTION. Wie du siehst, waren wir also mit unseren verschiedenen Projekten beschäftigt und sind jetzt umso gespannter darauf, das erste Mal alle zusammen in der selben Band zu spielen.

Du hast mal gesagt „Ich wollte keine Band mehr, die nur an ihrem Sound festhält, um ihren Fans zu gefallen, so wie wir es bei unseren früheren Bands tun mussten. Wir haben keine Fans und können machen, was wir wollen.“ War das wirklich die Erfahrung, die du bei NOTHINGTON gemacht hast?

Bei jeder Band, die wie NOTHINGTON einen etablierten Sound und eine Fanbase hat, fängt man an, auf eine bestimmte Art und Weise zu denken, die man erst bemerkt wenn man bereits an diesem Punkt angelangt ist. Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung, die NOTHINGTON von Publikum und Presse im Laufe der Jahre erhalten haben. Auf der einen Seite fühle ich mich diesen Leuten gegenüber verantwortlich, aber auf der anderen Seite möchte ich auch Musik schreiben, die zum Charakter der Band passt. Bands können und sollten sich verändern und weiterentwickeln können und ich glaube, NOTHINGTON hat das innerhalb der letzten zehn Jahre auch getan, aber immer nur schrittweise. Wir versuchen immer noch uns selbst treu zu bleiben, ohne uns dabei ständig zu wiederholen. Für einen Songwriter mit vielen verschiedenen musikalischen Einflüssen fühlt sich Verantwortung manchmal wie eine Art Gefängnis an und bei SCIATIC NERVE spüre ich davon kein bisschen. Wir können poppige Sachens schreiben, Hardcore-Songs, schnelle oder langsame Stücke, oder auch welche, die sich wie Nineties-Grunge anhören – wir können machen, was immer wir wollen, ohne groß darüber nachzudenken. Mit diesem Album bereiten wir den Weg für alles, was noch kommt. Es ist ein Punk-Album, aber es ist auch ein eigenwilliges Album, das dich nach jedem Song auf’s Neue überraschen wird. Für mich ist das ein sehr erfrischendes Gefühl und ich bin genauso stolz auf dieses Album, wie auf jedes andere zuvor.

Auf der NOTHINGTON-Split 7“ mit DOWNTOWN STRUTS covert ihr „Territorial pissings“ von NIRVANA. Im letzten Ox-Interview hast du gesagt, dass das dein Lieblingslied von NIRVANA ist. Um ehrlich zu sein, ich finde, das merkt man bei SCIATIC NERVE.

Ich liebe diesen Song, weil er so simpel und punkig ist. Der Gesang ist melodisch, klingt aber dennoch grell und schroff an manchen Stellen. Meiner Meinung nach ist das eine der punkigsten Nummern, die jemals geschrieben wurden, und daher wollte ich es unbedingt covern. Wollte man SCIATIC NERVE auf den Punkt bringen, wäre „Territorial pissings“ das ideale Beispiel für das, was uns ausmacht. Es würde in der Tat perfekt auf unser Album passen.

12 Stücke, 18 Minuten – ist das ein Statement?

Es war eigentlich keine Absicht, aber ja, ich denke, das kann man als Statement auffassen. Wir spielen schnell, wir schaffen zwei Strophen und zwei Refrains in unter zwei Minuten. Aber man kann kein „12 Songs/18 Minuten“-Album mit klassischen Songstrukturen schreiben. Teilweise haben wir auf dem Album überhaupt keine „richtigen“ Strukturen ... Hat jedes Lied auf dem Album einen Refrain? Nein. Vielleicht wollen wir nur eine Strophe und einen Refrain machen und dann ist Schluss ... Wir haben das Ganze durchaus etwas schnörkelloser gestaltet, anstatt gewisse Stellen genauer auszuarbeiten. Insgesamt haben wir den Dingen dennoch die nötige Form gelassen, aber in manchen Fällen bedeutet das eben, ein Lied auf das Wesentliche runterzukürzen.

Also was ist der Plan für SCIATIC NERVE? Besteht die Chance, dass wir euch jemals hier drüben live erleben dürfen?

Wir wollen dem Album erstmal ein bisschen Zeit lassen, etwas bekannter zu werden, und dann ein wenig zu touren im Herbst. Wir würden liebend gerne 2018 nach Europa kommen. Ich denke. die Chancen stehen gut, dass wir euch nächsten Sommer besuchen, also schauen wir mal.

Joachim Hiller

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #134 (Oktober/November 2017)

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