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Interviews & Artikel

SUPERNICHTS

Andere Umstände

Schockschwerenot! SUPERNICHTS, die Band die ganze Generationen von pubertierenden Weicheiern zu Männern gemacht hat, lösen sich auf. Allerdings nicht ohne ein letztes Mal auf den Putz zu hauen. Im Rahmen ihrer Abschiedstournee traf ich mich mit Drummer Achim, Sänger Harry und Gitarrist Frank in Münster zu einem letzten Interview.

Bandauflösungen sind meistens gut und richtig. In eurem Fall frage ich mich aber, warum ausgerechnet jetzt?

Harry: Es ist nicht so, dass wir uns zerstritten hätten, oder dass es Groll innerhalb der Band geben würde. Es ist einfach so, dass der Moment richtig scheint. Im Grunde ist die Luft raus. Bei uns haben sich die Lebensumstände geändert, die es uns schwer machen, SUPERNICHTS weiterhin vernünftig am Leben zu halten.

Frank: Wir hatten immer den Anspruch, dass wir mit den Konzerten und so weiter halbwegs unsere Tonträger finanziert kriegen. Aber das läuft so nicht mehr, da wir viel zu wenig spielen.

Ein kreatives Problem liegt also nicht vor. Also ist es nicht so, dass euch nichts mehr einfällt? Die letzte Platte ist ja auch vor gefühlt einer Ewigkeit erschienen ...

Achim: Doch, es ist natürlich auch ein kreatives Ding. Aber es nicht so, dass keine Ideen mehr da wären, nur versuch dich mal abends hinzuhocken mit der Gitarre und was zu schreiben, wenn Kinder um dich rumwuseln. Das sind die veränderten Lebensumstände.

Eure Abschiedstournee scheint ziemlich gut zu laufen. An Publikum mangelt es euch ja nicht. Wäre es da nicht eine Option gewesen zu sagen: Wir nehmen nicht unbedingt noch mal eine Platte auf, aber spielen halt hin und wieder mal einen Gig?

Harry: Haha! Das täuscht – die paar Fans kommen jetzt wieder zu den Konzerten, weil es eben die allerletzten sind. Aber davor war das auch nicht mehr unbedingt so, dass unsere Konzerte stets bestens besucht gewesen wären.

Wehmut kommt gar nicht auf?

Frank: Wenn Leute aus dem Publikum nach dem Konzert kommen und dir sagen, „Das könnt ihr nicht machen! Was soll ich denn ohne euch machen?“, da kommst du schon mal kurz ins Grübeln. Aber nein: Die Auflösung ist beschlossene Sache.

Ihr hinterlasst aber auf jeden Fall eine Lücke. Mir fällt keine vergleichbare Band ein. Mit dieser speziellen Art von Punk, den ihr gemacht habt, hattet ihr schon ein Alleinstellungsmerkmal.

Harry: Ich nenne es mal „Alltagspunk“ und es ist schon richtig, dass wir gerade textlich immer Sachen gemacht haben, die vielleicht nicht unbedingt üblich im sonstigen Punkspektrum waren. Das hat uns ja auch nicht immer nur Freunde eingebracht ...

Ihr hattet mal einen Sexismusvorwurf an der Backe wegen des Videos zu „Keine Art“.

Achim: Haha, wer keine Ironie versteht, kann mich mal am Arsch lecken! Ich habe das nie ernst genommen.

Hattet ihr öfter Stress wegen solcher Sachen?

Frank: Kaum, aber ich erinnere mich da an so eine Geschichte, wo der Veranstalter, nachdem wir bereits gebucht waren und alles, damit ankam, wir sollten auf der Bühne keine sexistischen Sprüche bringen und so weiter. Irgendwie hatte der gesteckt bekommen, wir seien böse Macker. Das lag wohl an dem freizügigen Cover unserer damals aktuellen LP „Personennahverkehr“.

Harry: Das Publikum in dem Laden war dann auch total gegen uns und hat uns demonstrativ den Rücken zugedreht.

Knapp 25 Jahre hat es SUPERNICHTS gegeben, da waren doch sicherlich auch ein paar schönere Konzertmomente dabei. Gibt es spezielle Erlebnisse, an die ihr euch gern erinnert?

Frank: Die Tour in Russland gehört sicherlich dazu. Das war so ’ne Sache für sich. Das lief damals über Impact Records, die die nötigen Kontakte hatten.

Harry: Da haben wir in einem leeren Schwimmbad gespielt. Die Atmosphäre war gut, aber auch super aggressiv. Da gingen auch am Abend Gerüchte um, das Konzert würde von Neonazis angegriffen werden.

Als Alltagspunker, die ihr seid, hattet ihr da eigentlich je Kontakt zu dem, was man als klassischen Punk bezeichnen könnte? Oder wart ihr schon immer die Outsider und habt das eher persifliert?

Harry: Wir haben immer Punk gehört und gemacht, aber eben nicht nur. „Für deine Szene bin ich Punk“ ist ja so ein Song von uns, der das gut auf den Punkt bringt. Aber unser Background liegt schon im Punk. Mit 15 haben Frank und ich SLIME und DAILY TERROR gehört, völlig klar.

Bedeutet das Ende von SUPERNICHTS, dass ihr ganz mit der Musik aufhören wollt oder gibt es schon neue Bands, die man als Nachfolger sehen könnte?

Achim: Ich spiele ja bei KNOCHENFABRIK, die auch eine lange Freundschaft mit SUPERNICHTS verbindet, und außerdem bei DER DUMME AUGUST, wo nun auch Frank einsteigen wird. Wohin sich diese Band entwickeln wird, kann ich noch nicht sagen, aber ein direkter SUPERNICHTS-Nachfolger wird es wohl eher nicht sein.

Nun, wo alles vorbei ist: Irgendwelche letzten Worte?

Achim: Ja! EGOTRONIC, LOVE A und TURBOSTAAT – geht ficken! Geht zum Frisör, sucht euch ’nen Job und geht einfach ficken! Im Rock’n’Roll darf man weinen – aber nicht heulen! Geht ficken!

Henning v. Bassi

Webseite

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #134 (Oktober/November 2017)

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