FISCHER-Z

This Is My Universe

Eine Beschäftigung mit FISCHER-Z macht abseits von Achtziger-Jahre-Nostalgie auch 2016 durchaus noch Sinn, da sich Frontmann und Songwriter John Watts eigentlich nie an den Massengeschmack angebiedert und immer handwerklich ansprechende Platten gemacht hat.

So richtig ist auch er zwar nicht dem Fluch von Songs wie „Marliese“ entkommen, aber zumindest konnte er damit souveräner umgehen als andere Künstler. Den Namen FISCHER-Z hat er auch länger nicht mehr angepackt, allerdings erschien 2011 ein Album mit Neueinspielungen von Songs seiner alten Band.

Und jetzt gibt es im Zuge von FISCHER-Z-Konzerten auch ein neues Album unter diesem Namen, das nicht besser oder schlechter ist als Watts Soloplatten, dem aber allerdings das kantige Feeling der frühen Schaffensphase zwischen Wave-Rock, Reggae und Pop vollkommen fehlt.

Die Kanten sind rundgeschliffen und besonders aggressiv wirken die Songs auch nicht, und manchmal hört sich Watts mehr nach NEW MODEL ARMY als nach FISCHER-Z an, was jetzt nicht unbedingt zu verteufeln ist.

Insofern ist „This Is My Universe“ sicher kein schlechtes Album, aber auch nichts, womit man irgendwelche Leute, die sich für 200 Euro Karten für Paul McCartney kaufen, ernsthaft verschrecken würde.

Um einer allzu großen Enttäuschung vorzubeugen, gibt es hier auch noch eine DVD mit einem aktuellen FISCHER-Z-Konzert als Dreingabe dazu, wo dann auch „Marliese“ zu hören ist.