UNTER DEM SAND

Die Landmine ist eine der perfidesten Tötungsinstrumente der modernen Kriegsführung, die in den letzten 30 Jahren über eine Million Menschen das Leben gekostet hat und auch nach dem Ende militärischer Konflikte eine Gefahr für die Zivilbevölkerung darstellt.

Eine weltweite Ächtung von Antipersonenminen ist bis heute nicht gelungen. Ein Thema, das immer wieder Filmemacher beschäftigt, wie im britischen Beitrag „Kilo Two Bravo“ von 2014 oder in „Trapped – In der Falle“ vom Franzosen Yannick Saillet aus demselben Jahr.

Die mit zahlreichen deutschen Darstellern an Originalschauplätzen gedrehte dänisch-deutsche Koproduktion „Unter dem Sand“ von Martin Zandvliet greift dabei ein unrühmliches Kapitel in Bezug auf den Umgang der Siegermächte mit den gefangenen deutschen Soldaten am Ende des Zweiten Weltkriegs auf, die in Frankreich, Dänemark oder der Sowjetunion bei der Minenräumung eingesetzt wurden und dabei zu Tausenden umkamen.

„Unter dem Sand“ mag deshalb als Tabubruch erscheinen, denn die für diese selbstmörderische Arbeit herangezogenen Soldaten – quasi noch Kinder, die man direkt von der Schulbank an die Front verfrachtete – werden als unschuldige Opfer charakterisiert und nicht als verblendete Anhänger des Dritten Reiches.

Das geht irgendwann selbst dem brutalen Feldwebel Carl Rasmussen auf, als er mit einigen jungen Kriegsgefangenen einen Strandabschnitt von 45.000 Minen befreien muss und sich zwischen den erbitterten Feinden ein wenig menschliche Wärme entwickelt.

Fast schon störend sentimentale Momente in einem ansonsten extrem unter die Haut gehenden, verstörenden Film, der auch um die generelle Frage kreist, ob der Sieger in einem militärischen Konflikte dem besiegten Gegner eine menschenwürdige Behandlung verweigern darf.