ELECTRIC WIZARD

Dopethrone Cd

Willkommen zur neuesten Veröffentlichung auf Lee Dorrians (CATHEDRAL) Rise Above Label und damit zum dritten Longplayer von ELECTRIC WIZARD nach ihrem Debüt von 1995. Das selbstbetitelte erste Werk ist ja mittlerweile zum Klassiker mutiert und wurde bereits mit LP Nummer 2 "Come my fanatics" als Doppelalbum rereleased.

Okay, Player auf und rein mit der vermeintlich schönen Scheibe. Auf dem Cover ein bongrauchender Teufel und der Titel "Dopethrone". Ich sehe schon die dichten Schwaden aus meinen Boxen quillen.

Los geht´s, dumpfer, druckloser Sound überrascht mich, bin ich doch von besagtem Klassiker eigentlich besseres gewohnt. Na ja, mal sehen, was noch kommt, schließlich haben wir es hier mit acht Songs in gut 72 Minuten zu tun.

Und tatsächlich, das fast neunminütige zweite Stück "Funeralopolis" fängt schon nach etwa fünf Minuten halbwegs an zu rocken! Da wird im Info noch betont, dass die Verstärker uralt sind und die Effektpedale dahinfaulen und so klingt der Mist auch.

Hinzu kommt, dass der Sänger Jus Osborn scheinbar das Singen verlernt hat und einen die ganze Zeit aus irgend einer Ecke anbölkt. Da ist auch nix psychedelisches mehr dran, weil kaum Effekte dargeboten werden und minutenlanges Gerausche ist wahrlich nicht berauschend (ein Beispiel von vielen: Song Nr.

3, das viertelstündige "Weird Tales"). Mir kann niemand erzählen, dass die Jungs ernsthaft Spaß daran haben so ein matschiges Gedröhne zu produzieren. Und mit einer Verweigerungshaltung gegenüber neuem Stoner/Doomrock wird dies auch nix zu tun haben! ELECTRIC WIZARD, so das Info, soll so feine Bands wie ORANGE GOBLIN oder IRON MONKEY beeinflußt haben, schade nur, dass der Rockpapa nun weitabgeschlagen durch unendliche Trantütigkeit noch vor der Ziellinie schlapp macht.

Der sechste "Song" wird als 47sekündiges Zwischenspielchen verkauft und ist einfach überflüssig, da das jamartige Minigeplänkel zwischen den Songklötzen total verloren geht. Der letzte Song "Dopethrone" bricht an und ich bald zusammen.

Noch so´n Doomhaufen, diesmal auf nervenzerrende 21 Minuten zerdehnt. Ich sehe mich schon im Geiste spulen,... und... argh, ich kann meinen Finger nicht hindern und will es ehrlich gesagt auch garnicht.

Aaah, erlösendes Spulen und...Hui! Nach zehn Minuten scheint doch schon Schluß zu sein. Wo bleibt denn der Rest? Mit dem Taschentuch betupfe ich meine blutenden Ohren. Stille. Wohltuend. Doch die Zeit läuft weiter.

Was wird mich gleich erwarten? Ich entschließe mich zu spulen, mal sehen, was sich tut und ...oh... ein kleines einminütiges Hörspiel, wie putzig! Und jetzt raus mit dem Scheiß, ich besteige den Dopethrone jedenfalls nicht noch einmal!!!