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BATACLAN

Fred Dewilde

Der 13. November 2015, an dem an verschiedenen Orten in Paris insgesamt 137 Menschen bei Terroranschlägen ums Leben gekommen sind, war nicht nur für Frankreich ein schwarzer Tag. Einer der Anschlagsorte war der Konzertsaal Bataclan, in dem damals ein Konzert der EAGLES OF DEATH METAL stattfand.

Ich persönlich ertappe mich seitdem (nicht nur auf Konzerten) schon ab und an dabei, einen ähnlichen Moment zu fürchten. Jemand da draußen, dem es noch nicht so gegangen ist? Was erst muss der Autor fühlen, der hier unter dem Pseudonym Fred Dewilde zeichnet und schreibt? In diesem Band schildert er, was er an diesem Abend im Bataclan ertragen musste, und erzählt von seinem Leben im Jahr danach.

Nur der erste Teil ist tatsächlich in Comicform zu Papier gebracht, wobei Dewilde ausdrücklich darauf hinweist, optisch zu harte Details zeichnerisch (allerdings nicht verbal) ausgespart zu haben.

Dewilde zeichnet im Übrigen zwar seit seiner Kindheit exzessiv, hat das Zeichnen aber nicht zu seinem Beruf gemacht, dies ist sein erster veröffentlichter Comic. Die Zeichnungen wirken entsprechend ungestüm und erinnern ein wenig an den frühen Brian Walsby.

Im zweiten Teil folgt in Fließtext eine nochmalige Aufarbeitung des Geschehens, der daraus resultierenden Umstellung des nachfolgenden Alltags und der Bewältigung des entstandenen Traumas auf verschiedenen Ebenen.

Mit der Botschaft an alle Leser, sich trotz allem nicht von verblendeten Fanatikern in die Spirale der Gewalt hineinziehen zu lassen. Wie immer bei noch nicht allzu weit zurückliegenden negativ behafteten Ereignissen habe ich während des Lesens das unangenehme Gefühl des Gaffens.

Und das doch recht detailliert geschilderte Grauen lässt mich ziemlich schlecht schlafen.