P.A.I.N.

Our Universe Commences Here

Es kommt wirklich nicht oft vor, dass ich mich sowohl auf eine Platte freue und dann auch noch völlig von ihr überzeugt bin. Doch die aus Süd-London stammenden P.A.I.N. aka PROPAGANDA AND INFORMATION NETWORK haben es geschafft, sich in meinen hausinternen Charts sofort auf Platz 1 zu spielen und werden da auch wohl noch eine ganze Weile bleiben.

Und dabei hatte ich die Hoffnung auf ein neues Album der Engländer schon aufgegeben, erschien das Debüt doch schon 1996 - und dann war Ruhe. Im Booklet wird ansatzweise erklärt, dass ein paar der Bandmitglieder wohl im Knast saßen, was die Arbeit mit der Band logischerweise zum Erliegen brachte, und ich tippe angesichts der deutlich zum Thema Hasch Stellung beziehenden Texte mal, dass der Konsum jenes Krautes wohl was mit den Gefängnisstrafen zu tun hatte.

Wie auch immer, P.A.I.N. sind zurück, und damit auch ihre einzigartige, unglaublich großartige, bissige Mixtur aus Punk, Dub und Ska, die so dermaßen lässig groovet, dass mir die Platte auch beim zehnten Mal nicht langweilig wird.

Textlich wird einerseits gegen Regierung und Staat gehetzt, andererseits dreht sich fast alles ums Thema Gras, mal analytisch, mal blödelnd wie in "Rocking cross de borda". Eine der eigenständigsten Bands dieser Tage, die Tanzbarkeit und Anspruch, Agitation und Unterhaltung perfekt kombiniert.

Und irgendwie war auch Kate Bush am Zustandekommen des Albums beteiligt - ich glaube, ich sollte da mal ein Interview in Angriff nehmen.