FULLY/LADY LUCK

A new beginning Split-CD

Besser als A new beginning hätte man diese Split-CD zweier neuer New Yorker Bands nicht betiteln können, denn es handelt es sich in beiden Fällen um altgediente HC-Mannen, die den Mut aufbringen, sich von Klischees zu lösen und neues auszuprobieren.

Bei FULLY finden sich Sergio Vega von QUICKSAND am Gesang, Jim Williams und Joe Affe von MAXIMUM PENALTY sowie John Jesse von THORN wieder, die hier den Versuch wagen, ihre HC-Roots zwar nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, aber doch ganz hintenanzustellen.

Das Ergebnis ist wuchtiger, groovender Rock, der sich weder bei aktuellen Alternative-Trends bedient noch New School-Elemente aufgreift. Mich erinnern FULLY mit ihren exzellent produzierten, eher langsam-psychotischen Songs an eine End-Neunziger Version von INTO ANOTHER minus deren Metal-Touch.

Hinter LADY LUCK steckt Roger Miret, der hier Bass spielt und sich mit Denise Teperino eine sehr gefühlvolle, ausdrucksstarke Sängerin gesucht hat. Wie FULLY haben auch LADY LUCK mit der HC-Vergangenheit weitgehend gebrochen, was ich als einen deutlichen Hinweis darauf verstehe, dass die AGNOSTIC FRONT-Reunion doch nur eine kurzlebige Angelegenheit war/ist - musikalisch anspruchsvoller und interessanter ist das hier allemal.

Prinzipiell sind LADY LUCK musikalisch nicht weit von FULLY entfernt, haben aber natürlich durch die female vocals gleich einen ganz anderen Sound. Die sechs Songs gefallen mir jedenfalls ganz gut, so dass man mit dieser Split-CD gleich zwei aussergewöhnliche Bands zu hören bekommt.

Sehr angenehm finde ich übrigens, dass kein grosskotziger Sticker auf die Vergangenheit der Musiker hinweist.