JERRY CANTRELL

Degradation Trip CD

Die Tränen um den jämmerlich krepierten ALICE IN CHAINS-Sänger Layne Staley sind noch nicht getrocknet, da erscheint mit "Degradation Trip" das beste Album, das die Grunge-Millionäre aus Seattle niemals aufgenommen haben.

AIC-Gitarrist, Hauptsongwriter, Co-Sänger und Chefdenker Jerry Cantrell räumt mit seinem zweiten Solowerk jegliche etwaigen Zweifel aus dem Weg, dass in erster Linie er es war, der den Sound des Depriorchesters bestimmt hat.

Jeder einzelne Song bietet die Essenz dessen, was AIC zu einer derart einzigartigen Band gemacht hat - die übrigens nichts für den Erfolg und ihr späteres Publikum konnte, liebe Undergroundwachtmeister, falls man so etwas hier jetzt überhaupt entschuldigen muss - und jeder einzelne Song ist Musik gewordene Magie.

Hier ist kein Hauch zu spüren von der durchkalkulierten Recycling-Praxis gut gefönter Resteverwerter wie CREED oder NICKELBACK. Vielleicht ist es ja die Wehmut bezüglich des unrühmlichen Endes der Band und speziell ihres Sängers, die mich so empfänglich für dieses Album macht.

Egal, es ist nun einmal großartig. Yesterday's News? Fuck you! Gewohnt düster-versponnene Texte, Gesangsharmonien aus den Grüften in denen die Geister der BEATLES ihre heimlichen Lieblingssongs von BLACK SABBATH interpretieren, Lava-Gitarren die zu schwer und heiß scheinen für diese Welt.

Vielleicht wären zwei, drei Stücke weniger nicht schlecht gewesen, denn gegen Ende lässt die Faszination ein wenig nach. Dennoch: Ganz, ganz lecker!