DEATH CAB FOR CUTIE

Transatlanticism CD

Manchmal freut man sich ja schon mehr für die Band als über das neue gelungene Album selber, denn das dieses großartig werden musste, war ja sowieso klar. Aber auch selber fühlt man eine gewisse Genugtuung, ein - ja ich gebe es gerne zu - "Ich habe es ja schon immer gewusst und auch gesagt"-Gefühl.

Das vorherige Werk "The Photoalbum" erfuhr zumindest in Europa keine nennenswerte Aufmerksamkeit, und sowohl Musikpresse als auch Plattenhändler und Käufer ignorierten DEATH CAB FOR CUTIE.

Dabei war auch das damalige Release bereits ein Meisterwerk. Nur die sonst für jeden Schwachsinn zu begeisternde Hörermasse wollte sich meinem Urteil wohl nicht so recht anschließen, und irgendwie stellte sich die Frage, ob mein Urteilsvermögen einfach nicht ausreichte, oder die Zeit einfach noch nicht reif sei für die Band aus dem Staat Washington.

Dem Nebenprojekt von Sänger Gibbard, THE POSTAL SERVICE, wurde dann schon etwas mehr des verdienten Erfolges zuteil. Doch auch dieses Electro-Projekt hatte mit einigen Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen, und so wollte der sonst immer ach so bestens informierte örtliche Plattenhändler partout noch nie etwas von THE POSTAL SERVICE gehört haben, auch sein PC spuckte keine Resultate aus, mein als verzweifelte Hilfe eingeworfener Hinweis, da würde der Sänger von DCFC mitmachen, ließ seinen abschätzigen Blick noch verstärken, und ich ging frustriert nach Hause.

Ein paar Wochen lang musste ich mich noch mit den mp3s in minderer Qualität zufrieden geben, dann hatte auch plötzlich der besagte Plattenhändler das POSTAL SERVICE-Album an einem der besten Plätze im Laden aufgestellt: Empfehlung.

Ah ja, besser spät als nie. Dies gilt auch für das neue DCFC-Album, das nun in einer unglaublichen Welle der Begeisterung von Presse und Käufern aufgenommen wird. Noch mal gesteigert hat sich das Quartett, baut Spannungsbögen auf, die sich ins Unermessliche steigern und manchmal dann doch plötzlich abbrechen, dabei aber die Kunst bewahren, den Hörer nicht unbefriedigt zu lassen.

Der wunderschöne Gesang trägt die Lieder auch weiterhin im stetig und ruhig dahinfließendem Strom der Gitarren, die nur ganz selten einmal Stromschnellen zu bewältigen haben. Das Seitenprojekt von Benjamin Gibbard scheint sich auch auf das Songwriting für "Transatlanticism" ausgewirkt zu haben, finden sich doch stellenweise nun auch Sounds aus deren Klangkosmos.

Dies ist aber bereits die einzige wirkliche Neuerung im weitestgehend im Indierock verwurzelten Sound, sonst ist vor allem perfektioniert worden, was aber völlig ausreicht, um ein weiteres Mal das Wort Meisterwerk in den Mund zu nehmen und sich erneut für die Band zu freuen, denen nun wohl endlich der verdiente Erfolg ins Haus steht.

Schließlich haben nun auch selbst Visions und Co. erkannt, was in der Band steckt. Dabei bleibt es aber fraglich, ob sie da auch drauf gekommen wären, wenn der KETTCAR-TOMTE-Clan sie nicht mit der Nase darauf gestoßen hätte.

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