BLOOD BROTHERS

Crimes CD

Erscheint zwar erst Mitte Januar 2005, aber damit ihr euch schon mal (vor-)freuen könnt gibt's die Besprechung schon in dieser Ox-Ausgabe. Die BLOOD BROTHERS erweisen sich mit ihrem vierten Album jedenfalls als absolute Labelhopper und sind jetzt bei V2 gelandet - fragt sich nur für wie lange ...

Nahm man die letzte Platte noch mit Ross Robinson auf, so blieb man diesmal im heimischen Seattle bzw. in dessen Hinterland und ließ sich von John Goodmanson produzieren, der mit Bands wie BLONDE REDHEAD oder SLEATER-KINNEY zwar eine Liga unter Robinson liegt, aber wohl eher was die Verkaufszahlen der von ihm aufgenommenen Bands anbelangt.

Mehr zu Hause dürften die Blutsbrüder bei diesen Aufnahmen so aber auf jeden Fall gewesen sein, und für die allermeisten Fans der Schrei-Hetiker waren die Robinson-Bands wie KORN oder LIMP BIZKIT ja auch eher ein rotes Tuch als eine Empfehlung.

Von daher und auch vom Höreindruck her: eine gute Entscheidung. Mit "Crimes", so mein Eindruck, wollen die BLOOD BROTHERS wie schon beim Vorgänger beweisen, dass sie auch anders, nämlich differenziert können, wobei die Band mit "Burn Piano Island, Burn" wohl nicht so zufrieden waren, gerade was die Live-Umsetzbarkeit der Songs anbelangt.

"Crimes" ist für normale Ohren jedenfalls genauso unhörbar wie die Vorgänger, der bisweilen durchdringene Doppel-Gesang von Johnny Whitney und Jordan Billie immer noch das ungewöhnlichste Element im Soundgewand, während andere Tracks wie etwa der ruhige Titelsong in Richtung von THE PAPER CHASE gehen.

Aber keine Sorge, direkt danach schwärmen die Dämonen wieder aus, wobei aber insgesamt zu beobachten ist, dass auf Extrempassagen immer auch differenzierte Parts folgen. Und so erweisen sich die BLOOD BROTHERS auch mit ihrem vierten Longplayer als außergwöhnliche, extrem eigenwillige und sich selbst ständig redefinierende Band.

Sehr schön auch wieder die Gestaltung des Booklets. (38:58) (08/10)