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CDs/LPs/Singles - Reviews

KILLING JOKE

Pandemonium CD / Democracy CD

Cooking Vinyl/Indigo


Anlässlich des 25jährigen Bandjubiläums gibt's zwei Rereleases von KILLING JOKE-Platten, doch diese beiden Alben von 1994 ("Pandemonium") bzw. 1996 ("Democracy") als Klassiker zu bezeichnen, das geht dann doch zu weit.

In den Neunzigern wirkten Jaz Coleman und Co. ziemlich deplatziert, und, um es deutlich zu sagen, hatten ihre besten Tage längst hinter sich. In Sachen Klassiker jedenfalls hört meine Zeitrechnung ganz klar mit "Brighter Than A Thousand Suns" von 1986 auf, für andere bereits mit "Night Times" von 1985, auf dem der epochale Hit "Love like blood" enthalten ist.

Da war die Band schon längst ins Lager der Schwarzkittel gewechselt, war die noch etwas weniger bombastische, mehr dem Punk und Wave verpflichtete Vergangenheit mit Platten wie dem Debüt von 1981 "What's THIS For ...!", "Revelations", "Fire Dances" endgültig vorbei.

Der von den schlimmsten Auswüchsen einer albernen Okkultismus-Besessenheit genesene Coleman wollte es dann in den Neunzigern mit den Originalmitgliedern Geordie und Youth nochmal wissen, und die Gruftie-Presse stieg seinerzeit auch bestens auf die Band ein.

Die alten Fans aus den Achtzigern freilich wendeten sich angesichts des Bombast-Hardrocks auf diesen beiden Platten mit Grausen ab, und ich vermute, es muss so eine Art Altersmilde sein, die mich nicht mit voller Härte einschlagen lässt, zumindest auf "Democracy".

"Pandemonium" ist und bleibt ärgerlich, ein der damaligen Crossover-Mode entsprechendes Album mit mal stampfenden Dance-Beats, mal gut abgehangenen Rock-Riffs, und man muss die alten Platten der Band schon gut kennen, um ansatzweise die Verbindung herstellen zu können.

Eine Platte, die man damals nicht haben musste und den Fehler auch heute nicht begehen sollte, auch wenn zwei Remixe "locken". "Democray" hingegen, zwei Jahre später erschienen, ist ein ungleich erträglicheres Werk, man stößt erstaunlich oft auf Parallelen zu "Night Times" und "Brighter Than A Thousand Suns".

Wer die Band bislang nicht kannte, dem empfehle ich dringend die Investition in die Achtziger-Scheiben, von da kann man sich dann eventuell vortasten, das aber auch ohne Verlust bleiben lassen.

Und wer ein alter Fan ist und eine Lücke im Regal hat, sollte sich maximal an "Democracy" versuchen. (02/ 10 bzw. 06/10)

Joachim Hiller

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #61 (August/September 2005)

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