DROWNINGMAN

Don't Push Us When We're Hot CD

Erst kürzlich machte die Neuigkeit die Runde, dass DROWNINGMAN wieder da sind, und siehe da, sie haben ein Album aus der Versenkung mitgebracht. Die können anscheinend schweigen wie ein Grab, sonst wäre die Reunion schon viel länger vor dem Release ans Licht gekommen.

"Don't Push Us When We're Hot" übertrifft nun aber sogar meine kühnsten Erwartungen. Dieses Album ist so abwechslungsreich und zugleich ebenso melodisch wie brutal. Die bekannten Chaosparts treffen auf langsamere, aber sehr ergreifende gesprochene Passagen, die teilweise an CULTURE und AS FRIENDS RUST erinnern.

Textlich pendelt man zwischen den entgegen gesetzten Polen absurd und intelligent. Wenn ein Lied aber schon "John Cougar Mellencamp is the white devil" heißt, dann könnt ihr euch ja vorstellen, was passiert, wenn man diesen Leuten Instrumente in die Hand gibt.

Für den Hardcore-Bereich wirklich ein Dekadenalbum, ähnlich essenziell wie die Alben von BOTCH und DILLINGER ESCAPE PLAN, nur dass DROWNINGMAN auch Muße für melodische Momente haben, die aber nie nach Radio klingen, sondern eben einen melancholischen Einschlag haben.

Stellt euch also mal vor, ihr müsst auf Reisen und wollt euch akustisch so facettenreich wie möglich beschallen lassen, vergesst die Stapel an Alben, vergesst komprimierte Digitalität, nehmt einfach "Don't Push Us When We're Hot" mit und ihr werdet sehen, dass Musiktitel nicht nur in die Länge gehen, sondern im Optimalfall sowohl in die Tiefe als auch in die Breite.

(32:22) (08/10)