JOB FOR A COWBOY

Doom MCD

Schon beim Anblick des Covers, welches einen Herrn im Anzug mit einer Art Ziegenschädel und darunter den unleserlichen Bandnamen zeigt, frage ich mich, welches Unheil mich erwartet. Als ich dann den Namen JOB FOR A COWBOY lese und beim Einlegen noch den Albumtitel "Doom" lese, ist die Verwirrung komplett.

Doch die ersten Klänge, nach einer Art Menschenfresser-Intro, rütteln mich wach, wie ein Schlag in die Fresse, und ich erkenne: JOB FOR A COWBOY werden kein musikalischer Spaziergang. Wie sagte noch vor kurzem ein Arbeitskollege beim Kauf der letzten HATE ETERNAL zu mir? "Beim Hören immer schön das Licht anlassen!" Recht hatte er, und ich empfehle das an dieser Stelle bei den Wahnsinnigen von JOB FOR A COWBOY ebenfalls.

Denn in nur 24 Minuten knüppeln, kreischen, grunzen, keifen, sägen und hacken die Herrschaften die Gehörgänge so was von zu Brei, dass einem wirklich die Spucke wegbleibt. Bei der Recherche stieß ich dann noch darauf, dass die Burschen im Durchschnitt erst 17 Jahre alt sind - und da frag ich mich doch, ob die vier im Kindergarten schon einen Proberaum hatten, um einen derartig professionellen Wahnsinn aus Grindcore, schwedischem Death Metal und Hardcore einzuprügeln.

Allein Sänger Jonny kann einfach alles, was der Chaos-Hardcore- und Mathematik-Metaller zu schätzen weiß - tiefes Grunzen im direkten Wechsel mit höllischem Keifen und Schreien, eingebettet in eine vertrackten Jazz-Metal-Hardcore-Soundwand, die auch nach dem dritten Hördurchlauf nicht wirklich aufzuknacken ist, ist man nicht selbst professioneller Musiker.

Mir fallen hier nur ansatzweise Vergleiche mit DILLINGER ESCAPE PLAN, BETWEEN THE BURIED AND ME sowie schon angesprochenen HATE ETERNAL oder den Grindcore-Spezialisten NECROPHAGIST ein. Bei all dem Irrsinn erlauben es JOB FOR A COWBOY aber dennoch ihrer Hörerschaft, durch eingestreute und dann dominante Schwedentodmelodien mit groovenden Moshparts sie sofort ins Herz zu schließen.

Den Rest darf geneigter Fan oben aufgeführter Bands dann nach mehrmaligem Hören entdecken. Ich bin auch nach dem dritten Durchlauf wie weggeblasen! Hammer! (09/10)