PETER LICHT

Lieder vom Ende des Kapitalismus CD

Ihr erinnert euch schon noch an den Song "Sonnendeck"? Selbst ich tue das. Und ich halte mich normalerweise so gut ich kann von allen neuzeitlichen Pop-Phänomenen fern. Doch es gab eine Zeit, Anfang des Jahrtausends, da konnte man sich diesem Song nicht entziehen.

Einen "Anfall von Erfolg" nennt man so was wohl. Jetzt liegt die dritte Platte von Peter Licht vor. Ich denke oft an den Songtitel "Ein sozialkritisches Schlagzeugsolo später", während ich die mir vorliegende Platte höre.

Reflektierter Philosophen-Pop, bäh! So oder so ähnlich will ich das hier tituliert wissen. Teilweise wirklich schön, textlich als auch musikalisch, dann denke ich wieder, Tom Liwa kann es besser und CLICKCLICKDECKER ist weniger Pop und tiefer greifend, trotz weniger Pathosgewürz.

Jetzt sei ihm natürlich vom künstlerischen Aspekt her applaudiert, wenn ich lese, dass Theaterstücke, Remixe und Spoken-Word-Performances ebenso zum täglich Brot von Peter Licht gehören, aber Underground soll das doch bitte alles bleiben ...

Die Texte mag ich auch größtenteils, sehr sogar, die Musik aber, die ist mir meist zu sphärisch und zu schmieriger Pop. Bleibt für ihn zu hoffen, dass er mit diesem Album einige Fans dazu gewinnt, aber es nicht schon wieder in die Hölle Mainstreamradio schafft.

Denn auf dieser Platte ist kein Song, bei dem ich nicht viel lieber "auf dem Sonnendeck" wäre "oder im Aquarium", wenn er im Hochschulradio dudelt ... Muss man nicht mögen. Die Musik, tja, meiner Meinung nach für den Arsch, während der Inhalt durchaus für Herz und Seele da zu sein vermag.

Ich bin gespalten.