CRAYSON CRAPPS

Wail & Ride CD

Die erste Assoziation mit Blick auf die CD: Der Typ sieht aus wie David Bowie, oder ein wenig wie dessen Outlaw-Version. Outlaw trifft dann auch den musikalischen Stil weit mehr, soll heißen Crayson Crapps kann man getrost einordnen in die Outlaw-Country-Riege, als Enkel von Willie Nelson oder Kris Kristofferson.

Die Übergänge zum storytelling Songwriter sind fließend. Überhaupt sind Berührungspunkte zu traditionellen amerikanischen Südstaaten-Musikstilen über das gesamte Album hinweg vorhanden. Dennoch ist "Wail & Ride" keinesfalls ein traditionelles Album, hier hat nur jemand seine Wurzeln im Blick, der aber ebenso vertraut mit dem Stil anderer Enkel zu Gange geht.

Das sehr düstere "Mermaid" könnte ebenso gut auf einem Mark Lannegan-Album zu finden sein. Wenn Crapps über seine frühere Heimatstadt New Orleans nach der Flut von 2005 singt, merkt man die immer wieder bei amerikanischen Songwritern tief verwurzelte Verbundenheit mit dem eigenen Land.

Patriotismus ist den Amis nun mal in die Wiege gelegt, was sich aber nur auf das Land und die Menschen bezieht, nicht auf das System, das mit klaren Worten angegriffen wird. Ein überzeugendes Album, wieder mal mit einer dieser durchdringenden Stimmen, die dazu angetan sind, sie nicht mehr aus dem Kopf zu kriegen.

(40:51) (8)