V.A.

Death By Salt II 2CD

2003 war Teil 1 dieser Compilation erschienen, die die Szene des Mormonenstaates Utah porträtiert. Nun ist Teil 2 erschienen, jede der beiden CDs ist sehr schön verpackt in eine Blechdose mit einer "Trading Card" für jede der vertretenen Bands, und die "Kompilierer", die Macher des lokalen Szene-Fanzines Slug Magazine, merken selbstkritisch an, diesmal habe man einen schärferen Vorauswahlprozess durchgezogen als bei Teil 1, als "Jeder darf mitmachen" die Maxime war.

Und das Ergebnis ist wirklich beeindruckend, man mag kaum glauben, dass die Kapitale eines von religiösen Irren dominierten Staates eine solche Vielzahl interessanter und guter Bands hervorbringen kann.

Ich habe zuerst CD 2 eingelegt, und wer immer Fan von US-Indierock ist, wie er via Touch & Go oder Sub Pop veröffentlicht wird, bekommt hier ein rundum gefälliges Programm geboten, das von noiseigen Post-Punk-Klängen über Slowcore bis zu garageig beeinflussten, düsteren Sounds.

Die Bands hier waren mir bis auf zwei - FORM OF ROCKET, I AM ELECTRIC - bislang unbekannt, aber das sollte niemanden abschrecken. Also vergesst alle Vorurteile, die sonst gegenüber Nachwuchsband-Samplern zu Recht gehegt werden.

Ach ja, CD 1 ist da ja auch noch: Im Gegensatz zu CD 2, die sich eher "softer and more eclectic" gibt, sind hier die Bands zu finden, die eher "harder rock music" spielen, aber keine Angst, der Schweinerockfaktor ist gering.

Keiner der Bandnamen kommt mir bekannt vor, aber das sollte auch hier nicht abschrecken, denn die musikalische Qualität ist durchweg hoch, was die Macher, die seit 17 Jahren das einzige unabhängige Gegenkulturmagazin des Staates herausgeben, auf die geografische und kulturelle Isolation von Salt Lake City und Umgebung zurückführen.

Wo in L.A. und S.F. der Konkurrenzkampf unter den Bands tobt, ist hier Kooperation gefragt. Ein spannendes Konzept, diese Compilation-Reihe, und rundum empfehlenswert. (8)