BRUCE SPRINGSTEEN

Greatest Hits CD

Ich war jung und anfällig für Radiomusik, und so kaufte ich in dunkler Vorzeit Bruce Springsteens "Dancing In The Dark"-Single, interpretierte aber das hymnische "Born in the USA" in meinem jugendlichen Leichtsinn als patriotischen Scheiß - denn soweit war ich damals schon politisiert, dass ich die USA, Ronald Reagan und ihre Außenpolitik negativ betrachtete.

Was ich (und viele Amerikaner auch) nicht verstanden, war allein, dass Springsteen mitnichten eine unkritische US-Hymne geschrieben hatte, sondern es in dem Song um den Umgang des Landes mit den Vietnam-Veteranen ging.

Wie auch immer, Punk kam und war besser, Springsteen wurde von mir nur noch als Pop-Phänomen wahrgenommen, bis ich mir dann vor ein paar Jahren eingestand, dass die Hits, die der "Boss" in der zweiten Hälfte der Siebziger aufgenommen hatte, etwa "Born to run", "Badlands" oder "The river" einfach phantastische Songs sind, sowas wie der inoffizielle Soundtrack zum Filmklassiker "Deer Hunter", schaffte es Springsteen doch seit damals, trotz Superstar-Status am Mythos des Underdogs aus einer Arbeiterstadt in New Jersey dranzubleiben.

Zwar gefallen mir seine spätere Songs nicht mehr ganz so gut, aber auch Hits wie "Streets of Philadelphia" oder "Murder Incorporated" zeigen Springsteen abseits gefälligen Pop- und Rock-Kitsches, und politisch stand der Mann mit seinem Engagement für Amnesty International, gegen Atomkraft, gegen den US-Konservativismus schon immer auf der Seite der Guten.

Und so darf es dann auch mal eine Best-Of-Zusammenstellung sein. 18 Songs, minimale Ausstattung, für den Anfang tut's das. (76:36) (8)