COLD BLEAK HEAT

Simitu CD

Das zweite Album dieses Quartetts ist ein reines Free-Jazz-Werk, das in seiner uferlosen Kakophonie und scheinbaren Strukturlosigkeit an große Vorbilder wie Albert Ayler oder Ornette Coleman gemahnt. Hätte ich noch vor wenigen Jahren, jeden, der mir mit einer Platte wie dieser gekommen wäre, auf der sich keine Gitarren, stattdessen Saxophon und Trompete zum Krachmachen finden, mit wüsten Flüchen, wenn nicht sogar hangreiflich in die Flucht geschlagen, würde ich Musiker wie diese mittlerweile auf eine Stufe mit THE FLYING LUTTENBACHERS, ARAB ON RADAR, ONEIDA oder AIDS WOLF stellen und kann jedem, der die genannten Bands schätzt, COLD BLEAK HEAT nur empfehlen.

Überhaupt ist es faszinierend, den Ideenreichtum und die Vielfältigkeit dieser Band zu hören, die diese sechs mal unsäglich lauten, mal atmosphärisch dichten Songs einfach so mir nichts, dir nichts an einem Tag aufgenommen haben.

Wenn mehr Punk/HC-Bands es schaffen würden, ihre zu Genüge zur Schau gestellte Virtuosität auf ähnliche Weise mit soviel Spontaneität und Abwechslung zu paaren, anstatt an den langweiligen Strukturen des Rock festzuhalten, könnte ich diesem Genre vielleicht auch wieder mehr abgewinnen.

So halte ich es mit Thomas (aus seiner Review zu der großartigen FREQUENCY-Platte): Jazz ist eben nicht gleich Jazz. (69:52) (8)