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CDs/LPs/Singles - Reviews

TINY VIPERS

Hands Across The Voids CD

Format: CD

sub-pop.com/Cargo


Jesy Fortino ist TINY VIPERS und TINY VIPERS ist Jesy Fortino, Sängerin/Songwriterin aus Seattle, der Stadt der lauten Gitarren. Doch an diesen zeigt die Solo-Performerin überhaupt kein Interesse, sie klingt auch gar nicht nach der nordwestamerikanischen Großstadt mit ihren Bussen, die sich an Oberleitungen entlang hangeln.

Sie klingt vielmehr nach den unendlichen Wäldern und Weiten des Washington State, nach einem grauen, leicht verregneten Herbsttag in einer Hütte am Hang, einem Tal in Nebel gehüllt und vielleicht einem kleinen Sonnenstrahl, der durch das Bild huscht.

Denn diese Symbiose aus Gesang und Gitarre ist hochmelancholisch, aber keineswegs negativ. Mit den sieben Musikgeschichten auf ihrem Debütalbum "Hands Across The Voids" hat Jesy Fortino ein kleines Folkmusikmärchen perfekt gemacht.

So tingelte sie die letzten zweieinhalb Jahre durch die Lande, um in kleinen Cafés und Kunstgalerien ihr Können zu präsentieren und einige selbstgebrannte CDs unter die Leute zu bringen, bevor sie vom Indie-Riesen SubPop quasi "entdeckt" wurde und nun die Chance bekommt, dass ihr bald die ganze Welt zu Füßen liegt und sie in einem Atemzug mit COCO ROSIE und den überbewerteten BRIGHT EYES genannt wird.

Das Album steigert sich Song um Song zum klassisch-dreiaktigen Elfminuten-Monumentalwerk "Swastika", das weniger mit dem kleinwüchsigen Volksverhetzer zu tun hat als vielmehr mit einer Geschichte der Entscheidungen und der daraufhin hinterfragten "Wenn-dann"- und "Was-falls"-Beziehungen.

Und im Vordergrund immer diese unglaubliche, direkte Stimme. Zum Glück braucht man für ehrliche Emotionen keinen Distortionkanal. (42:06)

Christoph Schulz

© by Ox-Fanzine / Ausgabe #73 (August/September 2007)

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