MALCOLM MIDDLETON

Sleight Of Heart

Nachdem Malcolm Middleton letztes Jahr kurz nach der Auflösung seiner alten Band ARAB STRAP sein drittes Solo-Album eingespielt hatte, folgt in kurzem Abstand bereits sein viertes, wo Middleton aber leider die Fehler der Vergangenheit wiederholt, genauer gesagt, die seiner ersten beiden Platten.

Denn im Gegensatz zum hervorragenden, für Middletons Verhältnisse beängstigend rockigen "A Brighter Beat" gibt es hier überwiegend LoFi-Pop-Miniaturen, spärlich instrumentiert und ähnlich fragmentarisch wie viele ARAB STRAP-Kompositionen.

Denn Middleton hatte die Direktheit von "A Brighter Beat" wohl selbst etwas Angst gemacht und wollte hier einen Gang zurückschalten, was ihm leider auch gelungen ist. "Sleight Of Heart" ist dabei noch nicht mal eine schlechte Platte geworden, aber in der Überzahl sind dummerweise einschläfernde Midtemponummern, die zwar das songwriterische Talent Middletons zeigen, aber denen oft auch der richtige Pepp fehlt.

Den gibt es erst reichlich spät bei der siebten Nummer "Marguerita red" mit ihrem charmanten Country-Einschlag, die aber etwas kurz geraten ist. Auch nicht schlecht und direkt doppelt so lang ist die Ballade "Love comes in waves", die sich gegen Ende sehr schön steigert und nicht so wohnzimmermäßig daherkommt, danach ist dann aber auch schon wieder Schluss.

Da ziehe ich Herrn Middleton doch nach wie vor jemanden wie etwa Darren Hayman vor, der einen deutlich weniger trübseligen Eindruck macht. Zumal es Middleton sogar gelingt, Madonnas "Stay" und Jackson C.

Franks "Just like anything" jeglicher charakteristischer Elemente zu berauben, das muss ihm erst mal jemand nachmachen. (6)