CHIODOS

Bone Palace Ballet Grand Coda

Der Nachfolger zu „All's Well That Ends Well" ist wirklich eine Überraschung und CHIODOS wäre auch nicht der Erfolg zuteil geworden, den sie momentan haben, wenn ihr Debüt nicht ebenso innovativ gewesen wäre.

Da die Konkurrenten und die hohen Ansprüche, als Musiker nicht schlafen, haben sich die Mannen also auch diesmal einiges einfallen lassen, so erinnert „Lexington" (Joey Tea-Pot With A Monkey Face) mit seiner Bläsersektion, den fallenden Halbtonschritten und den Stakkato-Riffs doch deutlich an den Song „Tragic kingdom" von NO DOUBT und man kann mit Bestimmtheit sagen, dass sich die Band für das Orchestralisch-Melodische entschieden hat und Metal- sowie Hardcore-Elemente nur noch sehr begrenzt einsetzt.

In „Bulls make money, bears make money, pigs get slaughtered" wurde beim Mastering sogar die Lautstärke des Metalparts reduziert, damit sich niemand daran stößt. Sie sind einfach sehr viel verträglicher geworden, aber ehrlich gesagt, waren die Songs von „All's Well That Ends Well" ja auch recht überladen und so ist es nur konsequent jetzt die Kanten zu reduzieren und dem brillanten Songwriting mehr Raum zur Verfügung zu stellen.

Was mich aber etwas schockt, ist, wie kurz der Weg von Equal Vision ins Vorprogramm von LINKIN PARK geworden ist, und dass CHIODOS diesen auch gegangen sind, macht sie mir nicht unbedingt sympathischer.

So ist da einerseits die beachtliche musikalische Leistung, andererseits aber die Vermutung, dass die Band kaum Wurzeln schlagen konnte und viel zu schnell wächst. Diese Entwicklung scheint mir auf die Dauer keine gesunde zu sein.

„Bone Palace Ballet Grand Coda" ist aber trotz derartiger Einwände ein großartiges Album, welches die letzten zwei Dekaden der Musikgeschichte charmant zitiert und auch an Tiefe gewonnen hat.

Ob CHIODOS zu sehr Mainstream sind, darf gerne jeder mit maximaler Subjektivität für sich selbst entscheiden, Spaß macht dieses Album aber allemal. Als Zusatz bietet „Grand Coda" vier Songs extra.