N.STRAHL.N

Nachtstücke

Nachtstücke ... Erstes bis zwölftes ... Einen besseren Titel hätte sich M. Löhr aka N.STRAHL.N nun wirklich nicht für seine neue und auf 300 Stück limitierte CD ausdenken können. Hätte er mich nicht selber darauf gebracht, wäre ich auch nie darauf gekommen, dass es schon mal eine Platte von Asmus Tietchens mit gleichem Titel gegeben hat, denn was sowas angeht, habe ich ein riesengroßes Loch im Hirn, und zu meiner Schande so muss ich gestehen, besitze ich dieses Album auch noch ...

Ihr denkt, peinlicher kann es nicht mehr kommen? Okay. Beinahe hätte es diese Besprechung nicht gegeben, weil mir die CD beim Staubwischen hinter das Plattenregal gefallen ist, aber dank meiner „Angelleidenschaft" konnte ich sie unter Einsatz meines Lebens retten.

Genug Geschichten erzählt: Die Arbeit ruft! Dunkle, atmosphärische Instrumentalmusik ist wohl die passendste Rubrik, in der man dieses Werk einordnen kann. Nicht Ambient, nicht derber Industrial und auch nicht mystisch-verklärter Death Industrial.

Die Sounds sind exklusiv zusammengestellt und der gewollte, glasklar aufgenommene Minimalismus lässt viel Platz, damit sie auch ihre hypnotische und eigenständige Kraft voll entfalten können.

Veränderungen geschehen langsam, schleichend, wälzen sich aber unaufhaltsam vorwärts und ziehen den Hörer weiter in ihren Bann. Zerbrechen abrupt, zerstreuen sich oder fließen sich fein auflösend davon.

Leitmotive tauchen immer wieder auf. Stahlklänge. Metallperkussion. Maschinenrhythmen. Melodiefetzen in der Ferne. Beschwörende Stimmen murmeln mantraartig unheimliche Formeln oder sind es wieder nur stilvolle Alltagsaufnahmen, die durch eine bis zur Unkenntlichkeit fortgeschrittenen Bearbeitung wildeste Spekulationen auslösen können? Denkt man in Bildern, denkt man an filigrane Zeichnungen aus blassem Silber, wie sie auf mattem Schwarz geheimnisvoll zu schimmern beginnen und manchmal von einem leuchtenden Rot überflutet werden ...

Musik für eine entspannte Nacht.