NOFX

Coaster

Das elfte Album von NOFX. Ehrensache, dass ich am Tag der Veröffentlichung schleunigst den Gang in den nächsten Plattenladen antrat. Zwölf Songs sind drauf, das Ganze im Digipak. Und selbstverständlich bleiben beim ersten Durchlauf einige Songs und Parts hängen.

Der Opener „We called it America" und anschließend „The quitter" sind sehr gut. „My orphan year" wird sich definitiv zum Klassiker im NOFX'schen Repertoire entwickeln - musikalisch und textlich gesehen! Auch „Eddie, Bruce and Paul" ist ein Knaller.

„Best god in show" und „I am an alcoholic" fallen im Gegensatz dazu regelrecht durch ... Der Rest der Scheibe ist gut, ohne mich wirklich vom Hocker zu reißen - und das ist wohl das Auffälligste an „Coaster".

Kein „Fan" der Band (inklusive mir) wird tatsächlich enttäuscht sein, aber Euphorie, Gänsehaut und geballte Fäuste nach dem Motto „Yes!" stellen sich selten ein. Da war die Hitdichte auf den zwei Vorgängeralben ein paar Klassen höher.

Und gerade zum Ende hin bricht die Platte ein wenig ein, eben erwähnte Highlights finden sich unter den ersten sieben Songs. Somit wird „Coaster", nüchtern betrachtet, in der Chronologie der NOFX-Alben (und natürlich nur aus meiner bescheidenen Sicht) irgendwo im hinteren Mittelfeld landen.

Die Texte fand ich bei früheren Alben auch griffiger, obwohl es nicht an Sarkasmus und Humor fehlt. Rein musikalisch bewegt sich ein Großteil der Songs im Midtempo-Bereich. Die Produktion ist super, ebenso sind die Soli von El Hefe ganz große Klasse.

Unter dem Strich ist das vollkommen in Ordnung und bestätigt letztlich den Standard, den NOFX seit vielen Jahren halten. Oder anders formuliert: „Coaster" ist ein solider und unterhaltsamer Output der herausragendsten und beständigsten Punk/MelodyCore-Band der letzten 25 Jahre.

Gibt's übrigens auch als LP, mit dem Titel „Frisbee".