SHEETAH & LES WEISSMÜLLER

Hola Ye-Yeah

Es gibt ja allerhand Gerede über das Quintett aus dem nordfranzösischen Lille: Sie seien Zeitreisende, wird behauptet, Kenner der Szene wollen wissen, dass sie bereits im Jahre 1962 auf der Bühne standen, und die Zeit bis 1966 mit exzessiven Tourneen durch die aufblühende französische Clublandschaft verbrachten.

Dann, so sind sich alle Quellen einig, nahmen sie an einem folgenschweren Tag einen seltsamen Zaubertrank zu sich und wurden - völlig gegen ihren Willen - in die Jetztzeit katapultiert, und nichts war so, wie sie es kannten.

Ihre Musik, Ronnie Bird, Nino Ferrer und Jaques Dutronc konnten mit dem Sound Massenhysterie erzeugen, interessiert im Jahr 2009 nur noch einen kleinen, handverlesenen Zirkel von elitären Spinnern und ewiggestrigen Garagenpsychotikern, Modlettes und anderen Gestörten mit mangelndem Bezug zur Realität.

Nun, das alles ist dem zeitreisenden Quintett völlig egal, sie machen weiterhin das Einzige, was sie wirklich können. Und das ist Yéyé! Swingende Orgel, Sägefuzz, Hoppelbeat und Gassenhauer voller Lebensfreude und Verzweiflung zugleich, den fünfen ist eben einfach überhaupt nicht mehr zu helfen.

Es sei denn, man kauft ihre Platten in rauhen Mengen, am besten drei bis vier Stück auf einmal, dann fühlen sie sich wieder wie 1966, kurz vor dem Tag, als sie diesen verfluchten Zaubertrank eingeflößt bekamen.