GREG CARTWRIGHT

Live At Circle A

Was ich an anderer Stelle über Jack Yarber aka Oblivian geschrieben habe, trifft auf Mr. Cartwright wohl noch deutlicher zu: Mit dem Neunziger-Jahre-Garagesound der OBLIVIANS haben seine aktuelleren Releases mit REIGNING SOUND nicht mehr viel zu tun.

An die Stelle tritt viel klassisches R’n’R-Songwritting der Fünfziger bis Siebziger: Country, Sixties-Garage, Soul, ROLLING STONES und Memphis-Sound. Auf „Live At Circle A“ erlebt man ihn nun allein mit seiner Gitarre und live in intimer Atmosphäre (aufgenommen 2006?) und mit einem Haufen Songs aus seiner kompletten Musikkarriere.

Den Hauptteil machen die von REIGNING SOUND aus, aber mit „Bad man“ und „Live the life“ gibt’s auch zwei OBLIVIANS-Tracks und „Sour and vicious man“ stammt ja noch aus COMPULSIVE GAMBLERS-Zeiten und entfaltet in der sparsamen Instrumentierung noch mal ganz anders seinen depressiv-verzweifelten Charme.

Toll ist auch die Interaktion mit dem Publikum, das sich Songs wünscht, Texterinnerungen gibt und ihn bei „I’ll cry“ (ein absolutes Highlight) mit Backings und Handclaps unterstützt. Und ohne laute Band kommt Gregs tolle Stimme noch mal mehr zur Geltung.

Als Bonus liegt übrigens noch eine „Live At The Radio“-3-Song-7“ bei, die zusammen mit GOODNIGHT LOVING eingespielt wurde.