UNWINDING HOURS

s/t

Nach dem Erscheinen des 2007er Albums „My Heart Has A Wish That You Would Not Go“ war die viel versprechende Karriere der Schotten AEROGRAMME überraschend beendet worden. Zugegeben, ich war bezüglich des Albums etwas enttäuscht gewesen, da Craig B und seine Mitstreiter ihren hymnischen Breitwand-Rock gegen einen irritierend verkitschten Bombast-Pop ausgetauscht hatten, der Abschied fiel dementsprechend nicht so schwer.

Knapp drei Jahre später hat Craig B ein neues Projekt am Start und führt darauf den Trend von „My Heart Has A Wish...“ weiter, also mehr ausladender melancholischer Pop mit sehr ruhigen folkigen Intermezzi als brachiale Gitarrenwände.

Was im ersten Moment vielleicht etwas zu ätherischen Charakter besitzen mag, entwickelt mit der Zeit dann doch den Reiz, der etwa auch die Shoegaze-Sounds von MY BLOODY VALENTINE ausgemacht hat, nur dass Craig Bs Songwriting selbst in den dichten noisigeren Parts von einer wohlklingenden Pop-Ästhetik beherrscht wird.

Und obwohl THE UNWINDING HOURS den alten AEROGRAMME-Sound noch weiter in ein Universum der Harmonie und des Wohlklangs verpflanzt haben, scheint Craig B mit seinem aktuellen Shoegaze-Prog-Pop deren mitreißenden früheren Platten näher gekommen zu sein, als man im ersten Moment vermutet hätte, und somit ist auch die alte Magie schnell wieder da.