REVOLTING COCKS

Got Cock?

Nur ein Jahr hat Alan Jourgensen seit dem Release von „Sex-O Olympic-O“ vergehen lassen – es ist offensichtlich, dass Jourgensen seit dem Ende von MINISTRY 2008 seine ganze kreative Energie in das einstige Nebenprojekt fließen lässt.

Bei dem hatte er früher freilich noch Nebenbuhler wie Paul Barker oder Luc van Acker, doch mittlerweile ist RevCo wohl zur regulären Hauptband geworden. Die Fortführung von MINISTRY mit etwas anderen Mitteln also? Könnte man so sagen.

Oder einfach Jourgensens Solotrip in der ungefähr 25. Runde? Auch das trifft es ziemlich genau. Ob ich allerdings diese krawallige Veranstaltung in der aktuellen Version ernsthaft gut finden kann, ist eine andere Sache.

Ja, ich mag Jourgensen, seine provokante Art, sein kompromissloses Vorgehen, doch im Vergleich zum meisterhaften „Cocked And Loaded“ von 2006 wirkt „Got Cock?“ ziemlich zusammengeschustert, haben die Texte von „Filthy Senoritas“, „Juice“ („I’m Scheiße ...

You’re Scheiße“) oder „Fuck money“ eine (unfreiwillig?) komische Note, sind eher pubertäres Gepöbel als smarter Kommentar. Und musikalisch gibt’s auch eher B-Ware – Alan, das kannst du besser.