PAT BOONE

The Drugstore’s Rockin’

Weiter entfernt vom wilden Rock’n’Roll eines Gene Vincent oder Jerry Lee Lewis konnte man sich in den eigentlich kreuzbraven Fifties kaum sein als Pat Boone, der singende Bibelverkäufer. Zwar, so beteuerte er stets, galt seine wirkliche Liebe immer dem Rhythm&Blues und dem Soul.

Davon ist aber auf keiner seiner Platten ansatzweise etwas zu spüren. Pat Boone schnurrte sanfte Schmusesongs fürs Establishment, die soviel Rebellion in sich trugen wie ein Ministrantenkongress oder eine BWLer-Semesterabschlussfeier. „Love letters in the sand“ ist jedoch ein wirklich feiner Song, „April love“ so schmalzig, aber in aller Sentimentalität aufrichtig, Eigentlich kann ich Boone nichts wirklich übelnehmen.

Und der Erfolg spricht für sich: 60 (!) Top-100-Hits zwischen 1955 und 1969, das ist eine Hausnummer für sich. Bear Family hat mit dem labeltypischen Qualitätsstandard im exzellenten Remaster-Sound 35 Boone-Songs zusammengestellt, die den Schmusesänger in allen Facetten zeigen.

Vieles ist zu Recht vergessen, aber manches bleibt wirklich hängen.