FALL

The Nation’s Saving Grace (Omnibus Edition)

Beggars Archive hat nach THE CULT und BAUHAUS nun auch Alben von THE FALL als aufwendige Box-Sets herausgebracht. „The Nation’s Saving Grace“, die zweite Omnibus Edition von THE FALL, ist im Original 1985 erschienen und zählt sicherlich zu den herausragenden Alben der Band um den notorischen Mozzer aus Manchester (der andere Mozzer in Gestalt von Morrissey hat der Stadt und dem Land schon lange den Rücken gekehrt).

Nicht wenige sehen es als eines der besten Alben von THE FALL an: es erreichte in der britischen Spin Platz 46 der „100 Greatest Albums 1985-2005“. Neu zur Band gestoßen war zu dieser Zeit Bassist Simon Rogers (der später an die Keyboards wechselte und dem Mark E.

Smith erst einmal seine klassisch erlernten musikalischen Fähigkeiten aushauchte: „You have to unlearn music“ war seine Devise), der bereits das Soloalbum von Brix Smith unter deren Alter Ego THE ADULT NET produzierte.

„The Nation’s Saving Grace“ markiert einen Höhepunkt in der Co-Autorenschaft von Mark E. Smith und seiner damalige Ehefrau Brix Smith, die zusammen Songs schrieben wie „L.A.“, das bereits ein wenig die spätere elektronische Experimentierfreudigkeit der Band vorwegnimmt, „Vixen“ und „Couldn’t get ahead“ (Brix Smith glänzt hier mit einem fast B-52’s-ähnlichen Background-Gesang) oder „I’m Damo Suzuki“, eine Hommage an den Sänger von CAN (mit dem Mark E.

Smith damals befreundet war), auch wenn es mehr nach PERE UBU klingt. Das Album eröffnet mit „Mansion“, geschrieben von Brix Smith, die nicht selten für den Pop-Appeal des Albums verantwortlich war, getragen allein von einer klaren Bassline und fast semi-psychedelischen Soundfragmenten, und nicht gerade das, was THE FALL-Fans in diesem Jahr erwartet hätten, und geht nahtlos über in „Bombast“, in dem Mark E.

Smith dann doch wie gewohnt – scheinbar aus dem Off – bellt, nuschelt, raunzt und mault und nie versucht, wirklich ernsthaft zu singen. Wie immer zelebriert er den Straßenköter aus dem Salford Sedgeley Park, der noch jedem ans Bein gepinkelt und ordentlich in die Waden gebissen hat.

Neben der Originalversion des Albums enthält die Box eine zweite CD mit 17 bisher unveröffentlichten Versionen und ersten Einspielungen von Mark E. Smith und auf der dritten CD finden sich unter anderem die Singles „Couldn’t get ahead“ und „Cruiser’s creek“ sowie die „John Peel Sessions“ aus dem Juli 1985 (in seiner Autobiografie „Margrave of the Marshes“ erwähnte John Peel, dass er von keiner Band so viele Alben hatte wie von THE FALL).

Dass eben dieses Album von THE FALL auch bei Musikern einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, verdeutlicht der Umstand, dass es komplett live gecovert wurde von einem Projekt Namens TRIPLE GANG, an dem sich Musiker von FAITH NO MORE und FUDGE TUNNEL beteiligten.