MENZINGERS

On The Impossible Past

Bis vor ein paar Jahren war der Releaseplan von Epitaph vollgestopft, eigentlich kam jeden Monat ein Album direkt auf Epitaph oder über ein Sublabel wie Anti- oder Hellcat, das interessant oder relevant war.

Seit einer ganzen Weile schon hat sich das geändert, wie sich das ganze Musikgeschäft geändert hat, und man ertappt sich angesichts des Signings der MENZINGERS aus Pennsylvania und deren neuem Album bei der früher undenkbaren Aussage „Oh, mal wieder eine Epitaph-Platte, die für uns interessant ist!“.

THE MENZINGERS sind seit 2006 aktiv, 2007 kam ihr erstes Album „A Lesson In The Abuse Of Information Technology“, das gefiel auch leidlich, erinnerte etwas an ANTI-FLAG (auch wenn ihr Heimartort Scranton, PA faktisch näher an New York liegt als an Pittsburgh).

2010 dann das zweite Album „Chamberlain Waits“ auf Red Scare Records aus Chicago und damit auf einem Qualitätslabel in Sachen melodiösen Punkrocks, und nun also „On The Impossible Past“ auf Epitaph, und ich bin etwas überrascht.

Denn so sehr ich THE MENZINGERS auch schätze, sie leisten in keinerlei Hinsicht Außergewöhnliches. Immerhin, Epitaph-Boss Brett Gurewitz sieht in ihnen die Art von Punkrock, die für ihn einst wichtig war und in ein paar Nischen seines Labels auch heute noch wichtig ist, das erklärt wohl den Deal.

Nostalgie und romantische Gefühle sind erlaubt, und faktisch ist „On The Impossible Past“ ein rundum gelungenes Album für Menschen, die ihren Punkrock gerne hymnisch und mitreißend haben.

AGAINST ME! lassen grüßen, ANTI-FLAG, RISE AGAINST, die großen Festivalbühnen, und wer weiß, vielleicht schaffen sie es ja dorthin. Falls ja, werde ich irgendwo hinten stehen, um mich davon zu überzeugen, ob sie live verbindlicher und mitreißender sind als auf Platte, denn da ist mir immer wieder zu viel Pathos, zu wenig Tempo und Biss.

Nicht schlecht, aber ... auch nicht wirklich gut.