LA BASTARD

The Fabulous Sounds Of

Mit der Wahl von „Under my eyes“ als Opener ihres Langspieldebüts machen LA BASTARD es sich nicht leicht, denn ein knapp fünfminütiges Jingle-Jangle zwischen Psych-Gitarre und zerbrechlich-hysterischem Gesang ist alles andere als der erwartete Kick-Off, den man bei einer Off The Hip-Band erwartet hat.

Allgemein gilt: billige Effekte findet man hier nicht. „The Fabulous Sounds Of“ ist ein atmosphärischer Surfrock-Extravagant, dessen klangliche Grazie sich erst in der Langzeitwirkung entfaltet und somit nur nach mehrmaligem Repeat wirklich punkten kann.

LA BASTARD genießen den Vorteil einer talentierten Sängerin, die dem Spaghetti-Western-Sound mit mächtig Timbre und dem versoffenen Schwulst der Sinatra/Hazlewood-Duette ein Profil gibt. Ansonsten verliert sich das Quartett aus Melbourne in ausufernden Desert-Rock-Feedbackorgien, bedient sich einiger Anleihen bei Mariachi-Traditionals, wirft Sixties-Surf-, Rockabilly- sowie Garage-Komponenten ein und subsummiert seinen Sound selber als „If THE JESUS LIZARD could surf.“ Nur können JESUS LIZARD eben nicht surfen und folgerichtig mangelt es LA BASTARD an melodischer Kontur und tatsächlichem Wiedererkennungswert.

Nichtsdestotrotz lohnt es sich, ein Ohr auf LA BASTARDs Wüstentrip-Sound zu werfen, denn die originellen Arrangements und wenigen mitreißenden Parts erlauben es eigentlich nicht, diese Platte zu ignorieren.