ALL ON BLACK

Weightless

In den Hardcore-Bands OMISSION und RAZOR CRUSADE, welche beide auf Reflections veröffentlichten, waren Mitglieder der Niederländer ALL ON BLACK zuvor zu Gange – und das überrascht nach den ersten Tönen von „Weightless“.

Denn das ist schlichtweg unverkrampfter, straighter Rock, dem man das Präfix „Punk“ gerade noch so vorne anheften darf – das hört sich schwer danach an, als hätte man sich in den Vorgängerbands die Hörner abgestoßen und sich in komplexen Strukturen eine gewisse Routine in Sachen Songwriting erarbeitet, um jetzt mal eben alle Ecken und Kanten außen vor zu lassen.

Die Namenswahl gibt schon einen Hinweis, wohin es geht, denn die fiel auf einen exzellenten ALKALINE TRIO-Song auf „Good Mourning“. An die erinnert mich das aber nur bedingt, wenngleich sich andere Bezugspunkte deutlich hervortun: so musste ich bei „Blackethic“ sofort an THE CASTING OUT denken, „I know you know“ erinnert nach mehrmaligem Hören im Refrain an langsame NO FUN AT ALL und auch die guten alten SAMIAM schielen permanent ums Eck.

Ein bisschen fehlt mir manchmal das sprichwörtliche Salz in der Suppe, aber verblüffenderweise findet sich in allen elf Songs kein wirklicher Ausfall, und da werde ich bei der letzten SAMIAM-Platte schneller fündig.

Eine reife Platte, die sich höchstens auf Dauer etwas abnutzt.