V.A.

The Inner Flame – A Tribute To Rainer Ptacek

Im November 1997 verstarb der deutschstämmige Rainer Ptacek an einem Hirntumor, ein in der Musikszene von Tucson, Arizona sehr geschätzter Gitarrist. Man soll ja nicht schlecht über Tote reden, aber was ich bisher von Ptacek zu hören bekam, erschöpfte sich meist in höhepunktlosen drögen Bluesriffs, dennoch war er für Bands wie GIANT SAND ein wichtiger Impulsgeber, und selbst ein Robert Plant hatte viel für den anscheinend recht innovativen Gitarristen übrig.

Kurz vor seinem Tod entstand noch der Benefiz-Sampler „The Inner Flame“, dessen Erlöse dazu dienen sollten, Ptaceks Krankenhausrechnungen zu stemmen, und an dem der Gitarrist auch selbst als Musiker bei einigen Songs maßgeblich beteiligt war.

Auch wenn mich das meiste, was Ptacek der Nachwelt musikalisch hinterlassen hat, relativ kalt lässt, mit „The Inner Flame“ entstand vor 15 Jahren ein exzellentes Album, das über seinen gut gemeinten Zweck hinaus auch musikalisch immer noch Bestand hat.

Eine nach wie vor beeindruckende Bündelung talentierter Musiker in Gestalt von GIANT SAND/Howe Gelb, Robert Plant, Jimmy Page, Emmylou Harris, Evan Dando, Victoria Williams, Vic Chesnutt, PJ Harvey, Chuck Prophet, John Wesley Harding, CALEXICO oder Jonathan Richman.

Americana hat selten innovativer und origineller geklungen als auf „The Inner Flame“, geprägt vom rauhen Bluesfeeling des zweifelsohne begabten Gitarristen, ohne dass dieser jemals die stilistische Bandbreite der hier anwesenden Künstler erreicht hätte.

Eine willkommene Neuauflage, bei der die ursprünglich 14 Stücke durch zusätzliche Beiträge auf 18 aufgestockt wurden.